JO 6 XVIII. Cap. Mittel, die Preise der Manusaäurmaaren
Die Ursachen der hohen Preise, dais’ist, derjenigen, die im Vergleichmit den Preisen anderer Nationen hoch sind, können unter vier Artikel ge-bracht werden. Diese will ich nach der Ordnung hersetzen, und hiernächst,nach eben dieser Ordnung, die Mittel zeigen, wie sie abgeschafft werdenkönnen.
Die erste Ursache ist, wenn ein hoher Prosit und der reelle Werth derWaare gleichsam ineinander geschmolzen sind ( ConsoliJation ). Diese Ursacheist in solchen Ländern wirksam, wo der Luxus stark eingewurzelt ist, und wodie einheimische Concurrenz allzuviele arbeitsame Leute, die vorher gern umeinen wolfeilen Preis arbeiteten, und sich mit einem geringen Profit begnüg-ten, von ihrer Arbeit für die Fremden abruft.
Die zweite Ursache ist, wenn die unentbehrlichsten Lebensbedürfnissern theuer werden. Diese Ursache beweist sich wirksam, wenn die Industrieschnellere Progreffen, als der Ackerbau, gemacht hat. Ich habe gezeigt,dass das gute Fortkommen der Indüstrie nothwendig einen grossem Zuwachsvon nützlichen Einwohnern nach sich zieht. Da nun diese gemeiniglich so vielErwerb haben, dass sie sich das zu ihrem Lebensunterhalt Benöthigte kaufenkönnen, so gerathen sie miteinander in Concurrenz, und steigern folglich diePreise der Lebensrnittel, sobald ihre Anzahl so gros geworden ist, dass der Er-trag des inländischen Ackerbaus, und der auf den Landmärkten vorhandeneVorrath, nebst dem, was aus andern Ländern herbeigeführt wird, nichtmehr für ihren Unterhalt zureicht. Man merke also bey dieser Gelegenheitan, dass das Steigen des Preises der Lebensrnittel von der vermehrten Anzahlnützlicher Einwohner, das ist, solcher, die in guten Vermögensumsländen sind,herrühre. Es mag des Bettelgesindes noch soviel geben, und die fehlerhafteund misbrauchte Zeugung mag noch so weit gehen: Einwohner von diesemSchlag werden allemal einen sehr schlechten .Einfluss auf die Steigerung derPreise haben, destomehr aber zur Vergrößerung desElends beitragen. EineMengeBeweise hievon findet man in vielen Provinzen, wo die Anzahl der Armen sehrgros ist, und wo gleichwol die nothwendigen Lebensbedürfnisse sehr wohlfeilsind. Hingegen wird man kein Land antreffen, wo eine Anzahl beisammen-lebender indüstriöser Leute nicht zu einem unmittelbaren Steigen der Preiseder Lebensnothwendigkeiten Anlass gegeben hätte.
Die