Band 
I. Band.
JPEG-Download
 

XX. Capitel Vorn Luxus,. 333

z. Wenn wir die häuslichen Inconvenienzen der vier Gattungen des Lu-xus untersuchen, so concentriren sie sich alle in Einem j Uebel, nämlich inder Vergeudung der Glücksgüter, von denen die künftige Ruhe des Eigentü-mers und die Wohlsart seiner Nachkommenschaft abhängt. Wenn der Luxusin Absicht auf diesen Gegenstand betrachtet wird , so leidet die Vorstellung,die wir uns davon machen, eine neue Modisication, Eine Ausschweifung VA&tsich hier mit einer sehr gemäßigten Willfahrung untrer natürlichsten Begier-den'gar wohl zusammenreimen. Nicht das Essen , nicht das Trinken , nichtdie Liebe , nicht die Gemächlichkeit , sind unserm Glücke schädlich, sonderndie Kosten, die wir aufwenden , um diesen Begierden zu willfahren. Wirsehen ja öfters, daß Leute, die durch eben diese Mittel täglich an Reichtumzunehmen, allen diesen Stücken, im. moralischen m\c[physischen Verstände, biszur Ausschweifung nachhängen.

4. Einige politische Inconvenienzen des Luxus hab ich bereits gezeigt.Die erheblichste davon ist der gänzliche Verfall der auswärtigen Handlung. In-dessen veranlasset der Verlust der Handlung noch keine Idee von einer moralischen ^phyßscbcn , oder häuslichen Ausschweifung: und gleichwol ist er ein grosses Uebel,insofern die Wohlfahrt eines Staats darunter leidet. Die Folgen eines aus-schweifenden moralischen und phyßschen Luxus können nicht weniger, als die Ver-schwendung des Privatvermögens, sowol den Staatsmann, als auch diejeni-gen, die unter ihm arbeiten, nachlässig in ihrer Pflicht, untüchtig zur Aus-übung derselben, raubsüchtig und unredlich machen. Diese Folgen können,insofern sie wirklich Platz ergreifen, unmittelbar unter die politischen Uebel,welche den Luxus begleiten, gerechnet werden. Weil man sie aber auf derandern Seite nicht die nothwendigen Wirkungen der Ursache , welcher sie hierzugeschrieben werden, nämlich des moralischen , phyßschen , oder häuslichenLuxus , nennen kann: so dünkt mich, daß sie eigentlich nicht in die Defini-tion des Wortes Luxus mit hineingeboren. Sie sind mehr der Unvollkom-men hei t der menschlichen Gemüther zuzuschreiben, als irgend einer andernsceundairen Ursache, aus der sie etwa nur Veranlassungsweise zum Vorscheinkommen möchten. Sie können ebensowohl vorn Geize, als von der Ver-schwendung herrühren.

Ich hoffe, dass diese kurze Erläuterung einer Materie, die eben nichtunmittelbar in das Bezirk meines Süjets gehört, hinlänglich beweisen werde,

T t 3 dass