mit lauter inländischen Naturprodukten. 377
sehen, den sie sonst von den Fremden zu ziehen pflegten; und wenn sie aufster andern Seite wahrnehmen, dass nach und nach jedem Artikel eines Ver-kehrs, das keinen Gewinn bringt, der Eingang in das Land verschlossen wird:so fangen sie an, ihre Capitalien aus der Handlung heraus zu ziehen, undsuchen selbige, im Lande selbst, auf Renten anzulegen. Dieses Geld wirdöfters anLändereyproprietairs geliehen, die bisher, aus zwo hauptsächlichenUrsachen, eine eingeschränkte Lebensart geführt haben; 1) weil sie, wegender hohen Zinsen, die von dem grossen Profit bey der auswärtigen Handlungherrührten, wenig Gelegenheit fanden, Geld auf Borg zu bekommen; undweil sich damals der Nationalfonds erst zu formiren anfieng; 2) weil einwirthschaftliches Wesen dem Geschmack selbiger Zeiten gemäs war. Wennaber einmal das Geld, welches vorhin zum Einkauf einer ungeheuren MengeSachen für die auswärtigen Märkte verbraucht wurde, in die Hände der Eigen-tümer liegender Gründe geräth: so fangen sie an, einen Geschmack am Lu-xus zu gewinnen; und die unendlich-mannigfaltigen Künste derer, die vor-hin nur für die Exportation gearbeitet hatten, befördern die Vermehrung undAusbreitung dieses Geschmacks. Auf diese Art sehen wir, wie eine reicheindüstriöse, sparsame Handlungsnation sich nach und nach in eine reiche in-genieuse, üppige und galante Nation verwandelt.
Gleichwie vorhin der Staatsmann auf die Erhaltung einer gleichen Ba-lanz zwischen Arbeit und Nachfrage, und auf jeden besondern HandlungszweigAcht zu geben hatte, um zu verhüten, daß irgend ein Theil von dem bereitserlangten Reichtum aus dem Lande" gehen möchte: so muss er itzt sein Au-genmerk auf die Wirkungen des einheimischen Gebrauchs dieses Reichtumsrichten. Vorher mußte er sich für die Anhäufung desselben interessiren: itzthat er sich gegen die Folgen dieser Anhäufung zu verwahren.
So lang die Masse der Reichtümer einer Nation in der auswärtigen Hand-lung steckt, so circuliren sie nicht im Lande, sondern unter den Fremden,die beständig dabey verlieren. In diesem Falle kann der reichste Mann imStaate leicht mit den Aermsten des Landes verwechselt werden. In fremdenLändern könnt ihr von dem Reichtum eines Kaufmanns hören, der euer näch-ster Nachbar ist, und dem ihr, nach seiner Art zu leben, vielleicht für keinenSchilling Vermögen zugetraut hättet. Im Lande selbst wird also sehr wenig
B b b Geld