XXV. Cap. Plan für eine auswärtige Handlung
Handlung eröffnen zu können. Wenn hingegen die niedrigern Volksclassenfortfahren, mäßig und indüstriös zu seyn, so sind schon diese Umstände derSchlüssel zu einer neuen Handlung, welche sich in der Maasse emporschwin-gen wird, als der Luxus bey andern Nationen zunimmt, wo das gemeineVolk weniger-arbeitsam und weniger wirthlchaftlich ist.
Bey Personen, die von ihren bereits erworbenen Einkünften leben, unddie, vermöge ihres Rangs im Staate, nicht zu den Profeffionisten gehören,bey diesen hat der Luxus die gute Wirkung, daß er denen, die durch ihreArbeit ihnen die Werkzeuge dazu liefern, Brod verschafft. Aber niemalskann ein Vortheil herauskommen, wenn der Luxus auch bey den niedrigernClassen eingeführt wird, weil er alsdann blos ein Mittel ist, ihren Unterhaltnoch beschwerlicher, und sie selbst in Ansehung desselben noch dependenterzu machen»
Nachdem ich bisher die vornehmsten Gegenstände gezeigt habe, umwelche sich der Staatsmann, während des Stillstands der auswärtigen Hand-lung feines Volks, zu bekümmern hat: so will ich, zum Beschluss dieses Ca-pitels, einige allgemeine Folgen auszeichnen, welche, wie Vernunft und Er-fahrung lehren, natürlicherweise mit einer solchen Revolution verknüpft sind 5nicht eben in Rücksicht auf die Industrie und inländische Handlung, sondernnach dem Einfluß, den sie auf die Denkungsart, Regierung und Sitten einesVolks haben.
Es ist eine ausgemachte Sache, daß die Denkungsart einer Nation sichnach den Umständen verändert. So lang die auswärtige Handlung blüht, soist der Sinn der Geldbesitzer nur auf Gewinn gerichtet; und gemeiniglich wirdin solchen Händen das Geld gebraucht, um noch mehr Geld zu verschaffen,nicht aber Werkzeuge des Luxus zu kaufen, ausgenommen für die Consum-tion der verschwenderischen Fremden, die dadurch täglich ärmer werden.Diese Begierde, reich zu werden, macht gute Wirthschafte!’. Ein Mensch,der noch auf dem Wege ist, sein Glück zu machen, ist gemeiniglich sparsam:ein andrer aber, der sein Glück schon gemacht hat, wird sehr oft im Genussedesselben ausschweifend. Eben so würde es mit ganzen Nationen gehen, wennsich kein weiser Staatsmann dazwischen legte.
Wenn die Kaufleute und andre commerztreibende Particuliers einerNation, deren auswärtige Handlung aufgehört hat, sich des Profits verlustig
sehen,