3 §6 XXVI. Cap. Wie sich die Balanz des Reichtums
lung verloren, an die Stelle derselben ein weitlälistiges inländisches Commerzeingeführt hat. Dieses wird den Verlust jener insofern ersetzen, daß es eben-mäßig Jedem, der sich in einem Zweige der Industrie hervorthun will, Be-schäfftigung, und folglich Nahrung verschafft} ob es gleich nie die Wirkunghaben kann, den bereits erworbenen Nationalreichtum zu vermehren.
Ich werde erstlich erklären, was ich durch das Hinundherncigen der Ba-lanz des Reichtums zwischen den Mitgliedern einer Societät verstehe; undhieraus wird die Urfach erhellen, warum ich diese Balanz mit zu den politi-schen Balanzen eines neuern Staats rechne.
Es ist im Anfang des i^ten Capitels angemerkt worden, daß die Circu-lation eines, jedem Dienste angemessenen Aequivalents das Hauptunterschei-dungszeichen von dem sey, was wir Freiheit nennen.
Durch Reichtum versteh ich dieses circulirende angemessene Aequivalent.
Die Begierden der Reichen, und die Mittel, solchen zu willfahren, ma-chen, daß sie die Armen um ihre Dienste ansprechen: die Armen, theils ausNoth, theils aus Begierde, reich zu werden, nehmen die Einladung willig an,unterziehen sich der härtsten Arbeit, und suchen den Neigungen der Reichenauf alle Art zu willfahren, indem es ihnen um ein Aequivalent an Gelde zuthun ist.
Diese Verwechselung, welche die zwo Classen mit einander anstellen, istdas, was bey uns Circulation heißt; und die dadurch hervorgebrachte Wirkun-gen in Ansehung der politisehen Verfassung, worin beide Parteyen gerade zuderZeit, da die Circulation geschieht, sich befinden, wie auch die Folgen,welche sich nach völlig vollbrachter Circulation zu Tage legen, erklären uns,was Balanx des Reichtums heiffe.
Um unsre Ideen noch genauer zu berichtigen, so lasset uns auf der einenSeite das Geld, und auf der andern Seite die Prästationen (wie sie die Civilistennennen) oder die Dienstverrichtungen in jeder Art, als wechselseitige Aequiva-Jente für einander, betrachten; und alsdann lasset uns die Natur derjenigenPrästationen untersuchen, welche dazu dienen, diese Aequivalente in Circula-tion zu bringen, das ist, lasset uns sehen, was für Dinge sich mit Geld kaufenlassen.
Wir können diese Dinge, nach der Weise der Juristen, in cörperlicheund uncörperliche eintheilen. Die cörpcrlichen können abermals in consu-