find der großteu\ Aufmerksamkeit eines Staatsmanns würdig\ 40 5
muss er, nach Bedürfniss der Mehrheit des ihm anvertrauten Volks, welchesanfängt zu schmachten und an baarem Gelde Mangel zu leiden, darauf be-dacht seyn, eine symbolische Münze einzuführen.
Ob ein Staatsmann ein grosses Genie sey, das lässt sich besser aus demUmfang seiner allgemeinen Begriffe und Veranstaltungen erkennen, als ausder pünctlichen Genauigkeit einer jeden einzeln Verrichtung seines Departe-ments. Es ist ihm rühmlicher, wenn er geschickt ist, ein jedes Stück derRegierungskunst (wäre es auch nur deren Oberfläche) aus allen Gesichtspun-cten und nach allen Verhältnissen einsehen und beurtheilen zu können, alswenn er blos die Fähigkeit hat, in einzeln Amtsgesehäfften sehr accurat zuseyn; das Detail würde ihm gar zu viel Zeit wegnehmen, und ein Staatsmannmuß sich bey Bagatellen nicht aufhalten.
Ich kann nicht umhin, bey dieser Gelegenheit eine sehr vernünftigeAnmerkung.einzuschalten, die ich dem Herrn de Melon, einem berühmtenFranzosen, und politischen Schriftsteller, welcher vorn Herzoge von Orkans,während dessen Regentschaft, beständig gebraucht und routiniret worden ist,zu danken habe.
„Derjenige,“ lagt er, „welchem obliegt, einem jeden Zweige der Lan-desregierung die gehörige Richtung zu geben, darf nichts weiter als Haupt-„plane entwerfen, so hat er seiner Pflicht schon völlige Genüge geleistet; man„muß von ihm nicht erwarten, daß er zur Ausführung seiner Entwürfe im„Kleinen sich in einem jeden Fache zu schicken wisse: seine Unwissenheit„hierin ist ihm zu verzeihen, und er soll nur verstehen, tüchtige Leute zu„wählen, denen er sich anvertrauen kann, um seine Absichten erfüllet zu„sehen. Ein Mann, der gar zu pünctlich ist, und sich mit den geringsten„Kleinigkeiten selber befaßt, ist selten fähig, sich im Großen hervorzuthun,„Für einen Staatsmann ist es genug, durch Erfahrung und Nachdenken reine„Grundsätze gefammlet zu haben, und seine weise Maximen zu rechter Zeit„in Ausübung zu bringen."
Es sey mir erlaubt, von dieser Stelle auf gegenwärtiges Süjet Anwendungzu machen. Ein Staatsmann, der nur allein zum Augenmerk hätte, dieCir-culation zu befördern, und zu dem Ende die Ueppigkeit und jede Art desAufwands zu begünstigen, könnte leicht die Sache übertreiben, und die In-dustrie, die er ermuntern will, statt ihr aufzuhelfen, vielmehr unterdrücken.
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