470 XXX. Cap. Vermischte f 1 'ragen und Anmerkungen
nur insofern untersuchen, als sie unter dem Einfluss gewisser Grundsätze fleht.Es ist eben so unmöglich, die wirkliche Macht einer Nation zu schätzen, alsdie Kraft einer beträchtlichen Menge Schiesspulvers; und dies aus einerleyUr-fache. Die Nation kann nicht alle ihre Macht auf einmal äussern, eben sowenig als sich alles aufgeschüttete Pulver auf einmal entzünden kann; und dieallmäligen Bestrebungen einer kleinen Macht sind zusammengenommen nie-mals in eben dem Grade wirksam, wie der aus der Hand einer grossen Machterfolgende augenblickliche Stos. Je nachdem also die Denkungsart der Indi*viduorum die Richtung bekommen hat, sich mit den öffentlichen Maasregelnzu vereinigen, je nachdem wird ein Volk mächtig; und da ich kein Princi-pium kenne, das vermögend wäre, solche Gemüthsneigungen zu reguliren,so müssen wir selbige ganz aus der Frage weglassen, und die Macht der Natio-nen nur nach der Quantität Leute und Geldes abmessen, worüber der Staats-mann, zufolge der von ihm eingerichteten Oekonomie, frey zu disponirenhat. Man lasse mich also zwo Nationen voraussetzen, die vollkommen einer-ley Anzahl Einwohner und einerley Gewicht Goldes und Silbers, und dabeyeinerley Kriegsgeist und Kriegszucht hätten. Aus dem, was ich vorhin ange-führt habe, müssen wir bestimmen, dass diejenige Nation die stärkste sey, die,ohne die Oekonomie ihres Staats zu verwirren , die grösste Anzahl Soldaten aufbrin-gen, und die grössten Summen in ihren öffentlichen Schatz ziehen kann.
Wenn man einmal die Anzahl der Einwohner weis, so muß man sichhierauf fordersamst die Natur der Landesproducten bekannt machen, ob sol-che grösstentheils in Korn, oder Wein, oder Wieswachs bestehen. Je bes-ser derBoden angebaut ist, und je reichlicher jährlich die Erndte ausfällt, destoweniger freye Arbeiter wird das Land, im Verhältnis zur ganzen Anzahl feinerEinwohner, ernähren. Diese Berechnung muß also nach den im 8reu Capiteldes I. Buchs dargelegten Grundsätzen angestellt werden.
Wenn man einmal die Anzahl der freyen Hände erfahren hat, so mußman hierauf den Zustand des Luxus untersuchen. Mit Recht sagt man vornLuxus, daß er eine Nation weibisch mache, weil die grosse Menge Hände,die beschäfftigt sind, den Reichen die Werkzeuge dazu zu verschaffen, dieAnzahl solcher Leute, die zum Krieg gebraucht werden können, ungemeinvermindert. Wenn Fabricanten und Leute, die einer sitzenden Lebensart ge-wohnt sind, in einem gewissen Alter von ihrer Profession weggenommen und
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