Band 
I. Band.
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Über Handlung und Indiiflrsc.

unter die Truppen gesteckt werden, so werden sie schlechte Soldaten abge-ben} die Stärke einer Nation aber beruht hauptsächlich auf der Tapferkeit undStärke ihrer Kriegsmänner. Der Luxus macht demnach eine Nation über-haupt weibisch: aber es folgt noch nicht hieraus, dass diejenigen, die demLuxus am stärksten ergeben sind, auch die Weichlichsten und zum Krieg un-tauglichsten wären: vielmehr findet man, dass sie die bravsten Leute sind,mit denen man Alles ausrichten kann. Das weibische, verzagte, kleinmü-thige Wesen findet sich vielmehr bey dem sitzenden Haufen. Die W ahrheithievon könnte aus vielen Beispielen in der alten Geschichte bewiesen werden,wenn die gegenwärtige Beschaffenheit Europens den geringsten Raum zumZweifel übrig Helfe.

Je mehr also der Luxus in einem Lande Oberhand nimmt, desto weni-ger gute Truppen können in selbigem gehoben werden; und umgekehrt. Esist aber nicht genug, Leute zum Krieg zu haben, sie müßen auch subsistirenkönnen; und nach der neuern Art, Krieg zu führen, werden zu ihrem Un-terhalt und andern Ausgaben grosse Geldscimmen erfodert. Wir müssen alsountersuchen, wieviel von dem allgemeinen Landesreichtum zu diesem Zweckdürfe angewandt werden.

Wenn in einem Lande die Reichtümer nur in weniger Personen Hän-de sind, so wird der Staat arm seyn: weil das Vermögen des öffentlichen Scha-tzes größtentheils von einer richtigen und proportionirten Austheilung desReichtums unter den Einwohnern abhängt. Reichtum wird nur auf dreyer-ley Wegen erworben. Erstlich, umsonst, als durch Erbschaft, Geschenke,und dergleichen; zweitens, durch Indüstrie; drittens, durch Kargheit. Leute,die arm sind, werden selten umsonst, niemals durch Kargheit, und allemaldurch Industrie reich gemacht. Wenn in einem Staate ein armer Mannreich wird, so verändert sich in so fern die Balanz des Reichtums; denn wasihm zufließt, muss einem andern abgehen. Wenn ein Geist der Indüstrieherrscht, so ändert sich die Balanz allemal zum Vortheil des Fleisligen; undda es eine ziemlich allgemeine Regel.ist, daß die Reichen nicht die Arbeit-samsten sind, so ändert sich die Balanz insgemein zu ihrem Nachtheil. Dadieses der Fall ist, so trägt sich diese Veränderung desto geschwinder zu, jemehr die Industrie Oberhand nimmt. Dur; h solche Revolutionen wird derReichtum gleichmäßig vertheilt denn durch eine gleichmäßige VcnheiJung ver-stehe