486 XXX. Cap. Vermischte Fragen und Anmerkungen
sehaftsplan entwerfen, und auf seinem Papier die Einwohner so vertheilen, alsob ihre i\nzahl bereits vollständig wäre. Hier wird es allein auf feine Beur-theilungskraft, und auf die Gegeneinanderhaltung der auswärtigen und ein-heimischen Umstände ankommen, um, bey jeder Periode der Vollstreckungseines Plans, die Classen so zu vertheilen und zu befchäfftigen, wie es zur Auf-nahme des Ackerbaus und einer durchgängigen Verbesserung aller Ländereyenseines Volks am zuträglichsten ist. Hiebey ist als eine Grundregel zu beobach-ten , dass die Landleute in voller Beschäfftigung erhalten werden müssen, da-mit sie ihr Surplus der Erndte so hoch als möglich treiben; weil dieses Surplusdie vornehmste Triebfeder aller Veränderung und Industrie ist. Hiernächstmuss er aber auch dieses Surplus inCirculation bringen; es muss kein Menschumsonst davon essen. Welch ein erstaunlicher Unterschied findet sich nicht,wenn man zwey Länder betrachtet, die von gleicher Grösse, von gleicherFruchtbarkeit, gleichmäßig angebaut, gleichmäßig bevölkert sind, davonaber das eine unter einer solchen Landesökonomie steht, als ich hier vorge-stellt habe, in dem andern aber ein Jeder besehäfftigt ist, nur sich selbst zunähren, und für sich und die Seinigen zu sorgen!
Bey solchen Umständen sollte ein Staatsmann folgendermaßen raison-niren. Ich habe ein Land, welches, (ich will den Fall setzen,) eine MillionEinwohner ernährt, und im Stande ist,wol noch eine Million zu ernähren. Ichfinde einen Jeden besehässtigt, sich selbst zu ernähren; und wenn ich die Ein-falt der Sitten dieser Leute bedenke, so könnte die ganze Summe ihrer Ar-beit durch eine weit geringere Anzahl Leute bestirnten werden. Die Folgeist, daß Viele beinahe müssig sind, während daß Andre, die viele Kinderhaben, fast verhungern. Ich will mein Volk zusammenrufen, und ihm zei-gen, wie unbequem es ist, keine Heerstraßen zu haben. Er thut hieraufdenVortrag, daß jeder, der bey anzulegenden Heerstraßen arbeiten will,von der Gemeinde ernährt und versorgt werden soll, und daß seine Felderunter diejenigen vertheilt werden sollen, die geneigt sind, sie zu überneh-men. Der Vortheil ist sichtbar; die Leute sind daher genöthigt, ein wenighärter zu arbeiten, damit sie die Bestellung der Felder, welche jene verlassenhaben, zugleich mit verrichten können. Zufolge dieser Veränderung ist dieArbeit (Iabour) vermehrt, der Boden wird auf den vorigen Fus gebauet, unddie neu hinzugekommene Arbeit der Landleute ist aus der schönen Heerstraße
er-