^04 XXXII. Capitel. Recapitulation
frage Anlaß giebt; und diese hinwiederum ist die vornehmste Triebfeder derganzen Operation.
II, Capitel. • Ich habe mich, durch dies ganze Buch hindurch, desWorts Nachfrage oder Begehr bedient, um dasjenige damit auszudrücken,was wir im ersten Buche Bedürfnisse nannten; und weil die Materie verwickel-ter wird, und wir nunmehr eine grössere Anzahl Verhältnisse annehmen müs-sen , so habe ich alle die verschiedenen Bedeutungen des Wortes Nachfrageangeführt.
l. Die Nachfrage bezieht sich allemal auf Waare. Der Käufer ist der-jenige, der nach der Waare fragt: der Verkäufer bietet sie feil. 2. Die Nach-frage heisst wechselseitig , wenn eine doppelte Operation vorgeht, das ist,wenn sich der Verkäufer im ersten, und der Käufer im zweiten Falle befindet;und wenn wir alsdenn beyde Operationen in einerley Absicht annehmen, sogeben wir denen, welche den höchsten Preis bezahlt haben, den Namen derNachfrager. 3. Die Nachfrage ist entweder einfach , oder zusammengesetzt:einfach , wenn keine Concurrenz zwischen den Käufern ist; zusammengesetzt ,wo eine solche Concurrenz ist. 4. Die Nachfrage ist oder schwach, nachMaasgabe der gesuchten Quantität. s. Sie ist hoch oder niedrig , nach Maas-gabe des angebotenen Preises. Die Natur einer sujfenmäßtgen Verstärkungder Nachfrage ist, dass sie eine Aufmunterung zur Industrie giebt, indem siedie Lieferung größer macht: hingegen die Natur einer schnellen Verstärkungder Nachfrage ist, daß sie einen Aufschlag der Preise verursacht. Dieses Prin-cipium hat aber nicht allenthalben die nämliche Wirksamkeit, diese Abwand-lungen hervorzubringen; bey Kaufleuten, die ihren Profit suchen, wird esin seinen Operationen gehemmet; bey andern Privatleuten aber, denen es umihren Unterhalt, um die Lebensnothwendigkeiten, oder um die Befriedigungihrer Neigung zum Luxus zu thun ist, wird es in seinen Wirkungen beschleunigt.
III. Capitel. Hier komme ich auf die Herleitung des Ursprungs derHandlung und Industrie, den ich aus den Grundsätzen des ersten Buchs ent-decke, wo wir unter Handlung die Umtauschung der Nothwendigkeiten ver-stunden; und ich finde, daß die Aufnahme der letztem den ProgressenderBevölkerung und des Ackerbaues zuzuschreiben ist. Wenn es mit einem Volkezur moralischen Unmöglichkeit kommt, seine Anzahl zu vermehren, so wer-den dadurch die Progressen des Tauschs gehemmet. Derselbe erwächst zur
Hand-