des zweiten Buchs.
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Lande, wo sie eingeführt ist, die Zahl der Menschen zu vermehren. Ich be-leuchte hierauf die Folgen eines überhand nehmenden Geschmackes am Ue-ber flu sie bey Nationen, die in der Einfalt heben; und ich zeige, wie natürli-cherweise dieser Gesehmack dielndüstrie bey den niedrigern Classen, wennsolche frey sind, befördere, oder sie , wenn sie Sclaven sind , arbeitsamermache. Und hieraus schließe ich, dass freye Leute sich am besten zu sol-chen Arbeiten schicken, wo es auf den Kopf, d. i. auf sinnreiches Nachden-ken und Erfindsemkeit ankommt: wo es aber mehr auf die Hände , das ist,auf mühselige Handarbeit, ankommt, da sind Sclaven vortheilhafter. DieSelaverey hätte Holland machen können: aber nur die Freiheit konnte Hol-länder machen.
VII. Capitel. Nachdem ich eine rohe Idee von der Handlung überhauptgegeben, wende ich mich zu einer genauern Untersuchung der Grundsätze,die ein Staatsmann vor Augen haben muß, der die Handlung zur Vollkom-menheit bringen will, indem er sich ihrer als eines Mittels bedient, seinemLande Wohlstand und Ueberstuß von innen, und Macht und Superioritätin den Augen der Ausländer zu verschaffen. Gleichwie ein Privatmann nachProportion seiner Industrie in bessere Vermögensumstände kommt, und aufsolche Art es seinen Camaradcn zuvorthut : eben so wird eine indüstriösc Na-tion reich, und erlangt eine Superiorität über alle ihre Nachbarn, die ihr esan Industrie nicht gleich thun.
Die Nachfrage legt den Grund zur Handlung: die 'Concurrenz aber un-terstützt sie und erhält sie im Gang. Diese Wörter werden so oft miteinan-der verwirret, oder wenigstens vermengt, dass unrichtige, dunkle, oft auchwidersprechende Begriffe daraus entstehn. Deswegen hab ich für nöthiggehalten, sie auseinander zu fetzen, miteinander zu vergleichen, und ihreVerhältnisse, Abweichungen und Uebereinstimmungen zu zeigen.
Nachfrage und Concurrenz beziehen sich beide aufs Kaufen und Ver-kaufen. Aber Nachfrage kann nur vorn Käufer herkommen: Concurrenz hin-gegen kann sowol bey Käufern , als Verkäufern Statt finden.
Nachfrage zeigt eine Lust an, etwas zu haben : Concurrenz aber einenWetteifer, um den Vorzug zu bekommen.
Nachfrage kann ohne Concurrenz existiren; Concurrenz aber muß allemaleine Nachfrage mit sich führen.
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