des zweiten Buchs.
529
fuhr das Uebel nicht heben; weil dieAermslen noch immer Noth leiden wer-den, wenn ihnen gleich in soweit geholfen wird, daß sie die Lebensrnittelihres eigenen Landes den Ausländern streitig machen können. Die vornehmsteUrsache dieser Erscheinung ist in dem Uebergcwicht der Wagschale der imLande verfertigten Arbeit zu suchen. Wenn die einheimische Nachfrage dasLeere, wovon wir geredet haben, nicht ausfüllt, so entsteht eine schädlicheConcurrcnz zwischen denen, die für das physisch-Benöthigte arbeiten; derPreis ihrer Arbeit fällt tiefer, als der allgemeine Maasslab der Subsislenz in al-len Ländern mit sich-bringt; ihre Portion Lebensrnittel wird aus dem Landegeführt, und sie müssen schmachten.
Ein Staatsmann also , der ein luxuriöses Volk regiert, muß sich bemü-hen, feine Balanz wagrecht zu erhalten. Ist aber ihr Umsturz unvermeidlich,so isls allemal bester, wenn er vorn Uebcrgewicht der Wagschale der Nach-frage herrührt. Hier ist mein Grund, warum ich diese Alternative vorziehe.
Alle Umstürze sind schlimm, und von bösen Folgen begleitet. Wenndie Wagschale der Arbeit das Uebcrgewicht hat, so müssen die Indüstriösenhungern, und ihre Subsistenzmittel werden den Ausländern zugeführt. DieNation gewinnt zwar durch die Balanz : aber es hat gewissermaßen das Anse-hen. als verkaufte sie ihre Einwohner. Hat die Wagschale der Nachfragedas Uebcrgewicht, so muß der Luxus zunehmen, aber der Arme wird aufKosten des Reichen genährt, und der Nationalfonds des Reichtums bleibt aufdem vorigen Fus. Wenn demnach die auswärtige Handlung aufhört, somuß der Staatsmann entweder viele Einwohner verlieren, oder Aufmunterun-gen zum Luxus geben.
Hat er die Angelegenheiten des ausländischen Verkehrs seiner Nationin Ordnung gebracht, so muß er sich nun um die innerlichen Angelegenhei-ten mehr als jemals bekümmern. Er muß hauptsächlich auf folgende dreyStücke aufmerksam seyn: 1) den steigenden Luxus so zu reguliren, wie esder Anzahl der Arbeiter, die durch ihren Fleis die Werkzeuge dazu verschaf-fen wollen, gemäsist; 2) den Progressen des Luxus, das ist, der Vermeh-rung, des Volks, nach Proportion des Umfangs und der Fruchtbarkeit desBodens, Schranken zu fetzen; und 3) fein Volk in Classen zu theilen, so wiees die Umstände (wovon er nicht Meister ist) erfordern mögen.
X x x
Hier