Band 
II. Band.
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IV. Cap. Zustand des 'öffentlichen Credits in

lassen, dessen Ansehen niemals in Zweifel gezogen seyn würde, wenn manauf die Sache, die es enthält, gehörig geachtet und sie wohlverstanden hätte.

In dem 7ten Paragraph des s>ten Cap. des Testaments zeiget der Cardi-nal feine Geschicldichkeit, die Schulden Frankreichs abzuzahlen. Indem erdiesen Gegenstand durchgehet, streuet er gelegentlich verschiedene Dinge ein,die uns in den Stand setzen, ein Urtheil von dem Zustande der Taxen undvon den Wirkungen zu fällen, die sie zu seiner Zeit äusserten.

„Es ist Pedanterey,“ sagt er, „wenn man behauptet, daß ein Fürst kein„Recht habe, von seinen Unterthanen Geld zu heben, und daß er mit dem„Besitz ihrer Herzen zufrieden seyn muss. Dem ungeachtet kann niemand,„als die Schmeichler, die Pest der Gesellschaft, behaupten, daß er von ihnen„rechtmäßig alles, was er gut findet, heben mag, und dass sich in diesem be-sondern Umstände seine Rechte so weit, als fein Wille, erstrecken.“

Die Taxen hatten sich damals in Frankreich weit über ihr richtiges Ver-hältniß vermehret; und dieses hatte viele seltene, widersinnige Phänomenonshervorgebracht; welche den Cardinal in mancher Absicht in die Irre führten,wie wir nun sehen werden; denn seine Erfahrung war nicht hinreichend, dieUrsachen davon zu entdecken.

„Die Vermehrung der Auflagen des Volks,“ spricht er, „sind dem Kö-»xngzfosehr nachtheilig, indem sie die Preise erhöhen, daß alles, was er ge-winnen kann, wieder damit ausgeht.“ Wenn wir annehmen, daß der Kö-nig durch die Vermehrung gewann, ich will lagen, dass die Taxen, wenn siezunahmen, wirklich mehr, als vorher, abwarfen, und nach Maasgabe dessendie Preisen erhöheten: so konnte der König blos seinen Theil nach Propor-tion, niemals aber das Ganze verlieren.

Wenn die vermehrte Taxen weniger, als vorher, abwarfen, welchessich oft zutrug, dann verlohr er durch eine Verminderung seiner Einkünfte,nicht durch den Aufschlag der Preise. Aber das war der Fall nicht; weil das,was auf diese Art fehlte, nicht auf den König, sondern auf seine Pächter fallenkonnte.

Die wahre Ursache war, dass der König seine meisten Ausgaben durcheine Anweisung auf die Taxen bezahlte, und da mußte ohne Zweifel jede Un-ternehmung dem Könige desto theurer zu stehen kommen > jeraehr dieselbenerhöhet, und je schwerer sie zu ersetzen waren.

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