Band 
II. Band.
JPEG-Download
 

388 IV.Cap. Zustand''des öffentlichen Credits

zu machen, dass die Franzosen Vortheil haben, wenn sie ihre Schulden be-zahlen, und die Engländer, wenn sie solche machen. Nach welcher Seite derVortheil einen Ausschlag giebt, das kann ein Gegenstand einer mehrern Un-tersuchung werden.

Der erste wesentliche Unterschied, den ich unter dem Credit in Frank-reich und in England, in den beiden Perioden,, die wir vor uns haben, finde,beziehet sich auf die Münze. In jenem Lande erhielt sich der Werth dersel-ben sehr gut; es wurde keine beträchtliche Aenderung von 1622 bis x6z6 daringemacht, da der Cardinal den Werth der Mark feinen Silbers, wie gesagt,von 22 Livresauf 27 Livres 10 Sons erhöhete: dahingegen von der Revolu-tion an, bis zur Errichtung der Bank im Jahr 169s, die Münze in Englanddurch Kippen auf yo p. C..gefallen war. Dieser Umstand hatte mehr Einflußauf den Credit von England, als irgend ein anderer, und vergrößerte die Un-kosten bey dem Kriege Wilhelms III. Zu den Zeiten Richelieus hatte dieCirculation und der Handel in Frankreich mehrern Fortgang gewonnen, alsin England in dem Alter, darin Davenant lebte. Die Einkünfte, die HeinrichIVnachließ, waren doppelt soviel, als die Einkünfte Englands zur Zeit derRevolution; und überhaupt hatten die Einkünfte der Könige in Frankreichschon viele Regierungen vor Heinrich dem Grossen, diejenigen weit überstie-gen, die die Könige von England hatten. Gleichfalls ist in Frankreich dasBorgen zu vestgesetzten und immerwährenden Zinsen so frühe schon, als zuden Zeiten Franz I, bekannt gewesen.

Ich finde, daß dieser Prinz der erste war, der auf eine ordentliche Artauf immerwährende Zinsen auf das Stadthaus von Paris, zu ungefähr 8 p. C.Geld aufnahm, da die gesetzmäßigen Zinsen in England unter seinem Zeitge-nossen, Heinrich VIII, xo p. C. waren.

Der Vorgänger Franz I, Ludwig XII, hatte an völligen Einkünften, so,wie sie mit Schulden beschweret waren, die beinahe die Hälfte verzehrten,über 2500600 Pfund Sterl. Dutot Reflex, pol. 1 Th. 204 8. Franz I liess sei-nem Nachfolger 1546an Einkünften in allem 2685z 14 Pf. Sterl., und an reinemEinkommen 2287998 Pfund, wie Dutot und de Sulli melden.

Unter Heinrich II und Franz II stund die völlige Einnahme auf ungefähr2618000 Pfund Sterling. Ich habe nichts mit Zuverlässigkeit entdecken kön-nen, wie es unter Carl IX damit gestanden; aber fein Nachfolger Hinrich III

hatte,