464 VIII. Cap . Zufällige Folgen der' Ausbreitung des Credits,
Hiebey müssen wir aber die Anmerkung machen, daß so wie wir an ei-ner Seite alles, was ausländischen Gläubigern, auch z. E. wegen ihrer in Eng-land habenden Fonds, bezahlet wird, zusammen nehmen: so müssen auch ander andern Seite alle dem ähnliche Bezahlungen, die an England von andernVölkern geschehen, davon abgezogen werden.
6. Wir erkennen aus diesem letzten Umstände, daß ein Darlehn vonPrivatpersonen an Fremde dieselbige Wirkung bey der Nation habe, als ob derStaat wirklich feine Schulden an Fremde abtrüge. Wenn also Moses den Ju-den erlaubte, an Fremde auf Zinsen zu leihen, aber unter ihnen selbst es ver-bot : so suchte 'er gleichsam dadurch von den Fremden, zum Besten seinesVolks, einen Tribut zu ziehen, anstatt im Lande den Aufwand einzuführen.
7. Da der Ueberschuss, den ein Volk seiner Handlung wegen zu fordernhat, pro tanto den Belauf des Geldes ausgleichet, das es ausserhalb des Lan-des ausgiebt: so können wir aus eben diesem Grunde den Schluß machen,dass so bald es aufhöret, ausserhalb des Landes Geld aufzuwenden, und dieHandelsbalanz, die es zu gut hat, nicht im Lande durch einige neue Verbes-serungen realisiret, solche pro tanto die Zinsen und das Capital, das es Aus-ländern schuldig ist, verringern wird. Dieses ist aus der Natur der Balanzen,davon wir bereits gehandelt haben, offenbar.
8- Es werden, zum Exempel, aus eben diesem Grunde die Folgen vonden großen Summen, welche England an Fremde sehuldig ist, es allemal ver-hindern, daß der Wechsel nicht zu seinem Vortheil sehr hoch steigen kann,wenn an ihn eine Handelsbalanz bezahlet wird; denn ihre auswärtigen Gläubi-ger werden sich ein Vergnügen daraus machen, die Wechsler zu hintergehen,und denen, welche die Balanz schuldig sind, für die Zinsen oder das CapitalWechsel liefern. Es ist offenbar, daß dadurch die auswärtigen Schulden ver-ringert werden *).
Bey diesem Umstände verlieret die Nation nichts, welche in der Han-delsbalanz Gläubiger, und von,dem Capital Schuldner ist. Denn wir habenes erwiesen, dass der Wechselpreis niemals auf eine Nation, sondern nur aufgewisse Privatpersonen einen Einfluss habe, die ihn an andere bezahlen,
Ich
*) Wir muffen, uns allemal sorgfältig hüten, dass wir die grosse Balanz der Bezah-lungen mit der Balanz der Ein- und Ausfuhr, welche ich.als die Handelsbalanz an-sehe, nicht vertauschen.