4.90 X. Cßp. Methoden •) öffentliche Schulden
Aber gesetzt, dass es nicht alsobald überflüssig würde, so würde es die Aus-gaben und Confumtion vermehren; folglich würde es derlndüstric aufhelfen, undjeden Theil der Accise einträglicher machen. In einer jeden Verbindung, die sichgedenken lässt, würde der öffentliche Wohlstand sich vergrößern: endlich wür-de das Geld sich häufen, und dann würden die Gläubiger bey der Regierung mitihrer Bitte einkommen, mit Abtrag ihrer Capitale einzuhalten, und sich dage-gen eine Verringerung der Zinsen gefallen zu lassen.
Dieses ist die goldene Gelegenheit, die öffentliche Schuldenlast zu verrin-gern ; und diese Art, zu einem so erwünschten Zwecke zu gelangen, ist derjenigenweit vorzuziehen, da man die Gläubiger, durch das Anerbieten einer unvermu-teten Abbezahlung, zwinget, sich einer Verringerung zu unterwerfen; wie manes 1749 in Britannien machte, wie wir angemerket haben. Wenn das Bublicum mitGeduld ein Jahr länger gewartet, und denn den Gläubigern einige wenige Millio-nen mehr bezahlt hätte, als es wirklich that, so würde der Vorschlag, die Zinsen zuverringern, von der andern Seite geschehen seyn; welches bey allen Handlun-gen mit Gläubigern für dem Schuldner von der grössten Folge ist.
Wenn nun dieSummeder Zinsen gegen eine Verbindlichkeit, die Capitalsin einer bestimmten Zeit nicht auszuzahlen, vermindert ist, so kommen natürli-cherweise drey Fragen vor: i) Ob die Taxen nach Maasgabe dessen vermindertwerden sollen ? oder 2) ob man zugeben kann, daß sie bleiben, in der Absicht, denUeberschuß davon zum Dienst der Nation anzuwenden? oder 3)ob es nicht amrathfamsten sey, einen solchen Theil der Schuld in Leibrenten zu verwandeln,daß der Ueberschuß von den vormaligenbezahlten Zinsen dadurch aufgeht? Diebeiden ersten Fragen will ichbisins folgende Buch verspäten, wo sie völlig unter-sucht werden sollen; die drittelst das fünfte Mittel, das zur Bezahlung öffentlicherSchulden vorgeschlagen worden. Da dieNatur desselben überflüssig deutlich ist,so will ich nur das wiederholen, was ich vorher angemerket habe, daß diese Me-thode, einen sinkenden Fond zu errichten, den Vortheil hat, daß er wenigeremMißbrauch, als irgend ein anderer, unterworfen ist. Das
gen, wie fein Vater zu leben: der Sohn eines Mannes, der baare Mittel besitzet, hat ge-meiniglich sehr verschiedene Gesinnungen ; und wenn auch einer von dieser Classe aufden Einfall geräth, Aufwand zu machen, so wird die Pracht desselben um ihren eignenKörper verbreitet, nämlich: in ihrem Hause und in ihren Familien: keine Landsitze,Hunde, Pferde, Bediente in jeder Ecke, kein Familieninteresse zu unterhalten, keinegeringe Wirthschaft in den Ausgaben. Mit einem Wort, ein jeder wird es besser empfin-den, als ich es beschreiben kann, dass Leute, die Landgüter besitzen, gemeiniglich mehr,und Leute, die baare Mittel haben, gemeiniglich weniger, als ihre Einkünfte, verzehren.