Wenn ihr Belauf gehörig angewandt wird.
Portugal, wo der Fleiss bey den niedrigern Classen noch nicht eingeführet ist,sind es die Fremden, die im Grunde solche laxen von ihnen heben. Wcmidie Taxen, welche sie bezahlen, gehörig zur Beförderung der Künste ange-wendet würden, anstatt daß sie zu besondern Angelegenheiten, und 2ur Be-reicherung von Privatpersonen gebraucht werden, deren Geschmack an denAusüben allemal uach den Gegenständen ihrer eignen Bedürfnisse umschrän-ket ist; wie bald würden wir sehen, dass sie mit uns auf allen EuropäischenMärkten wetteifern, und sich selbst soweit, als ihr Land dazu eingerichtet ist,versorgen würden.
Die wechselseitigen Bedürfnisse arbeitsamer Völkerschaften gleichen denwechselseitigen Bedürfnissen der Handelsleute: Alle können beschäfftiget wer-den , einander sowol als sich selbst zu helfen.
Wenn der Belauf der Taxen gehörig zuPremien, zur Aufmunterungder Fleißigen, angewendet wird, so können die Preise der Arbeit auf die Ar-tikel der Ausfuhr soweit heruntergebracht werden dass alle Nationen , diediesem Beyspiel nicht folgen, kraftlos werden und untergehen. Sodann wirdder einheimische Aufwand dem Handel der Nation nicht weiter schaden. Inihren Handelstractaten kann sie ihre Häven vielen Artikeln der ausländischenConsomtion eröffnen, ohne bey diesen Vergünstigungen einige Gefahr zulaufen, und an der andern Seite wird sie von einer wechselseitigen Erlaubnißdie größten Vortheile einerndten.
Man muss nicht wähnen, dass das gegebne Exempel, dadurch ich dieBeschaffenheit der öffentlichen Abgaben erläutert habe, damit, in Rücksichtauf die Proportion, gleichsinnig sey; denn es würde sowol lächerlich, alsunmöglich seyn , alle Ausgaben der Reichen auf das blos Hinlängliche ein-zuschränken. Ich wollte nichts weiter, als zeigen, wie gehörig angewandteTaxen, als eine öffentliche Wirthschaft angesehen werden können, und wiedie Einnahme derselben keinesweges die unmittelbare Absicht hat, der Be-quemlichkeit und Glückseligkeit einer Nation Abbruch zu thun.
VHL Cap.