3(77. Cap. Vermischte Fragen Hier die Taxen, 595
Pacht geben wird, als die Summe beträgt, welche als ein reiner Vortheil beyder vorigen Verwaltung verrechnet ist; denn die Pächter werden sich selbsteines guten Vortheils zu versichern suchen , und nächstdem werden sie einenansehnlichen Vorschuß zur Sicherheit der Erfüllung ihrer Verbindungen thunmüssen, welcher ebenfalls als ein Abzug von dem Product der Taxe anzu-sehen ist.
Es müssen deswegen, nach Ablauf der Pachtjahre, alle Vortheile derPächter nachgesehen werden, und darum ist es desto besser, je kürzer dieZeit ist; es scheint, dass zu Davenants Zeit drey Jahre die gewöhnliche Zeitin England gewesen.
Alle neuangelegte Taxen müßten mit der größten Gelindigkeit geho-ben werden, um die Gemüther des Volks nicht aufzubringen. Das Fehlendedes ersten Jahrs ist sehr gut angelegt, wenn die Regierung dadurch nur die ver-schiedenen Mittel, deren man sich gedient, Unterschleif zumachen, entde-cken, und ein richtiges Urtheil fällen kann, wie hoch sich der Betrag mit derZeit erstrecken könne, wenn die Verwaltung zur Vollkommenheit gediehenist. Solange dahero eine neulich aufgelegte Taxe durch eine Verwaltung ver-bessert wird, würde ich,an keine Verpachtung gedenken: wenn sich aber, we-gen des großen Umfangs der Auflage oder der Beschaffenheit derselben, dieBetrügereien vermehren, und die Verwaltung immer beschwerlicher wird,dann ist es Zeit, sie den Augenblick zu verpachten, und sie entweder in ge-wisse Bezirke eines Landes, oder in kleinere Pachte zu vertheilen. Wird die-ses verschoben, so werden sich die Betrügereien täglich vergrößern, und dieSchwierigkeit, dieselben zu verhindern, wird die Regierung nöthigen, Geld*strafen darauf zusetzen, welche nach Maasgabe der öftern Wiederholung desVerbrechens strenge sind. Die Commissarien werden diese Strafen mit Wi-derwillen eintreiben; die Verwaltung wird saumselig werden, oder, falls die Stra-fen mit der Strenge eingetrieben werden, so werden sie zur UnterdrückungAnlaß geben; und wenn gleich die Gerechtigkeit gehandhabet, und nur derVerbrecher bestraft wird, so wird doch das Volk mit der Bestrafung einer Thatübel zufrieden seyn, die sie in ihren Herzen gleichwol als ein Verbrechen er-kennen: dahingegen die Betrügereien bey den Verpachtungen mehr durch dieWachsamkeit als durch die Furcht der Strafe verhindert werden; und dieserWeg ist unweit besser. So werden die Unordnungen täglich abnehmen, an-statt zuzunehmen, und die Taxe wird sich alle Jahr verbessern. Hier