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Allgemeines Lexicon der Künste und Wissenschaften : oder kurtze Beschreibung des Reichs der Natur, der Himmel und himmlischen Körper, der Lufft, der Erden, samt denen bekannten Gewächsen, der Thiere, Steine und Ertze, des Meeres und der darinn lebenden Geschöpffe : ingleichen aller menschlichen Handlungen, Staats-, Rechts-, Kriegs-, Policey-, Hausshaltungs- und Gelehrten Geschäffte, Handthierungen und Gewerbe, samt der Erklärung der darinn vorkommenden Kunst-Wörter und Redens-Arten ... / in gehöriger Ordnung verfasset und mit Fleiss zusammen getragen von einem Mitglied der königl. preuss. Societät der Wissenschaften [=Johann Theodor Jablonski]
Entstehung
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schmück aus anis und fenchel vermischt: wird von einigen ISinesischer fenckel genannt, weil er in der grossen Tartarcygegen Sina häuffig wächst. DieRussen nennen ihn llsäisn,und kauen ihn des morgens, das Haupt zu stärckcn, und einenreinen athem zu warben. Die Sineser bedienen sich dessel-ben bey dem thee, oder mit der wurtzeilKim^i-i, nach art desthee aufgegossen, zu einer magenstärckung. Sie mache»auch einen anis-brantwcin daraus, welchen die Holländeranis-arack nennen. 6L/ Schnöd.

AtttS-holtz,s.holtz.

Anlage, Driburum, Nvr. Steur, die zu gewissen zeltenvon der odrigkeit den Unterthanen aufgelegt wird, es sey daßdieses zu einem beständigen aufwand jährlich ein oder auchmchrmal, oder bey ausservrdentlichen fällen zu ungewissenreiten geschehe. Sie werden gemeiniglich aufdie güter ge-schlagen, und von denselben ohn unterscheid des bcschers ein-gefordert. Ordentlich gehört gemeine anlagen machen un-ter die hohe vbrigkeit und rcgalien. Es werden aber auchanlagen genennet, die von besonderen gemeinen, zünfftcn undgesell schafften zu ihrer besondern nothdnrfft unter sich gema-cht werden. Anlage, Anschürt, Anwnrff, He-ger, Zuwachs, .^Uuvlo, Ein stück landes, so

sich allmählich und uilvcrmerckt durch den trieb des Wassersin ströhmen und an meer-ufern anlegt: oder, was einem daswasser gricsweise giebt, und anschüttet. Nach altem rechtkommt eineanlagedem zu gut,«» dessen land sie angesetzet.Hievvn handeln die rechtsgelchrten, so wol als die von demrecht der völckcr geschrieben, s. Lr/oLt.

Anlaß, s. Lompromiß.

Anlauf, inferior, .ch»o/>Lch,> ^ rm-

Inderba«-kunst,eiiigrossesglieddessäulen-stammes,unten über dem säum desselben, von dem stamm nicht abge-sondert, welches mit einem stück eines untern viertel- kreisesabgeschnitten wird. Goldm.

AnlettUIlA, Ansatz, Imnütlio exprimo äecreto. Alsoheisset in einigen reichs-gcrichten, die richterliche erkänntniß,durch welche dem klagenden theil ein dingliches recht in desbeklagten gütern zuerkannt wird, worauf und wenn die anlcitnicht versprochen wird, die erlangte recht, oder das urlauberkannt, und der klüger in den wircklichen besitz gewiesenwird.

Atlliake, ^nnara, Eine schatzung, so die Päbstli-

licke cammer zu Rom von denen erledigten Bischoffthümcrnund Abteyen fordert. Sie wird von dem Nachfolger bezahlt,nachdem sie in den registern der Päbstlichcn eammer äuge: .tzet,und beläufft sich gemeiniglich auf eines jahrs einkom-men. Die gelneineste Meinung ist, daß Louitbcius IX. die-ses recht eingeführt. Das Louciilum zu Basel hat darineine änderung machen wollen, hat aber damit nicht aufkom-men können. In den Loucoräsris LermLiUL) sind sie aufgewisse weise bestätiget. In Franckrcich sind sie durch diecioacorä!>m l.eonisX.mit krsiicitco I. abgeschaffet wor-den, ittgleichen in Polen durch einen reichs-schluß, unter 81-chsmunäo I. In Engelland haben nach der ldetörmsrioudie Könige dieses recht an sich gezogen. Oc chre ^.niuua-rum hat der krof. Ludwig zu Halle eine Oilll xudücAr.

^nnecla. Ein bäum in Neu-Franckrcich, dessen blätter undrinde, kraffrig wieder den scharbock dienen. Dapp.

s^nnil, wird auch wohl ImIIZo genannt, und ist ein India-nisches gewächs, so fast wie unser Rosmarin ist. Hat aberHimmel-blaue blätter,die desto schöner vo» färbe sind, je schö-

atttt ans

ner der boden ist. Es ist dieses'gewächs bey den Indianernund Portugiesen in sehr hohen wehrt. O-E/sv.

Ein grosser bäum in Ncu-Spanic», von den Spa-niern also genannt,in der landes-sprache aberchuLueh^polc.Seine blätter sind wie pvmerantzcn-biätter, die blüt weiß,und wohlriechend. Die frucht) an grosse wie eine kleineMelon, ist auswendig grün und roth gestreift, hak ein wohl-schmeckendes aber ungesundes Marck. Die kerne sind schwartzund dienen wieder den bauehfluß. Dapp.

Annus. Ein wurtzel inPeru. Sie ist in der läng und dickeeines dämmn, hat einen bitteren gcschmack, und wird ge-kocht genossen. Man hält davor, daß sie zum kinder-zcu-ge» untüchtig mache. Dapp.

^.noü, ^nolls. Eine art Heydechsen, in den Amerikani-schen Inseln, sonderlich auf6usrä»ioupe. Sie ist andert-halb fußlang, grün aufdem rücken, mit graue» und blauenstreiffen nach der länge, und gelb aufdem bauch. Bey nachtläßt sie ei» Durchdringendes geschrcy hören. /ss/?. L

Anomcksse, ^uomallL, Ein schulwort,wel-

ch es so viel bedeutet als daß ei» Wort oder redens-art von dengewöhnlichen reguln abgehe.

Anomalte.In derAstrvnomie werden also genannt alle ab-weichungen der stcrne von ihrem geraden und gewöhnlichenlanff, als da sind : Die mittlere Anomalie, wodurch diezeit verstanden wird. Welche der planere haben muß, wenner von dem Apogaeo biß zu einem gewissen Punct in seinerbahn fortgehet. Bey den alten Astronvmis wird solches öff-ters der Bogen genennet. Die L«v»,^/sche und 6o^-Anomalie u. s. w. wovon die Astrvnoiui weitläuff-tig handeln.

AkiorldMMA. Oifpalitio: Inderbau-

kunst und Mahlerey, geschickte einricht-und eiutheilung al-ler stücke und theile eines baues oder eines gemahls.

senrnmutico. Ein gewächs auf Madagascar, so zwey elenhoch wächst, mit langen blättern, an deren spitzen eine blumansetzt, welche hol, und wenn es regnet, mit wasser ange-füllet wird, dessen sie wol ein halb nvssel fassen kau. Dieblüt ist zweyerlcy roth und gelb, und gedeiht zu einer frucht,die wie ein krüglein mit einem decket ausstehet. Die ein-wohnerscheuen sich eine blume davon abzubrechen, dieweilsie glauben, daß der es thut, niemals ohne regen ausgehenkönne. Dapp.

Arrreckt , s. Anspruch.

AmmßÄ - ßkleE. I.irerL luliliäisles. Iil rechten,schreiben wodurch eine vbrigkeit und gericht von einem an-dern ersucht wird, um etwas so die befördcrung des rcchts-ganges betrifft. tfbS».

Altßttz, s. Anleitung.

AiljÄAttth , Einschätzung. Llkimorio,

Würdigung oder schätzung eines gutes mit seiner zubehör,nach welcher es zu kauff oder miete gestellet wird. Dieselbewird entweder willkürlich, in freywilligen Handlungen, odergerichtlich, durch verständige und hierauf absonderlich verl-eidete personell, wenn das gut im rechtsgang befangen, an-gestellet. Der fuß,nach welchem die anschlüge eingerichtetwerden, ist unterschiedlich, theils nachdem herkommenderländcr und orte, theils nach den umstände» der zelten, »achwelchen sie zu steigen oder zu fallen pflegen. Jngcmeinwerden bey land-gürern drey thalcrständiger, oder vier tha-ler unständiger Nutzungen auf hundert thalcr eapital ange-schlagen. Von solchen anschlügen und was dabey zu beob-achte» , handeln ausführlich und deren

cvnri.-