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Allgemeines Lexicon der Künste und Wissenschaften : oder kurtze Beschreibung des Reichs der Natur, der Himmel und himmlischen Körper, der Lufft, der Erden, samt denen bekannten Gewächsen, der Thiere, Steine und Ertze, des Meeres und der darinn lebenden Geschöpffe : ingleichen aller menschlichen Handlungen, Staats-, Rechts-, Kriegs-, Policey-, Hausshaltungs- und Gelehrten Geschäffte, Handthierungen und Gewerbe, samt der Erklärung der darinn vorkommenden Kunst-Wörter und Redens-Arten ... / in gehöriger Ordnung verfasset und mit Fleiss zusammen getragen von einem Mitglied der königl. preuss. Societät der Wissenschaften [=Johann Theodor Jablonski]
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continurtor Wie eilt gut nach allen seinen

eigenschafften und umständen zu untersuchen/ lehret Hohb.

AnsthlaI, Anschlags-brief, LcliÄrmi.

Offener bricf, welcher unter des gerichts flegcl anöffentlichen orten ausgehangcn wird/und entweder einela-düng vor gericht/ oder Verkündigung eines gerichtlichen Ver-kaufs enthält.

Anschlaaen. Im bergwerck/ den berg oder das erz aufdem füll ort in die donneuoder kübel stürtzcii/in welchen esaus der gruben zum schacht hinaus gezogen wird. Der ar-beitn so diese arbeit verrichtet/ wird der anschläger ge-nannt. L'^rv.Rößl.

Ansthnerden. Im bergwerck/ die wöchentliche abrcch-nung halten. Solche wird der anschiutt genannt/ und ge-schiehet alle sonnabcnd/da die schichtmeistcr und steiget fürdem bergmeister erscheine»/ und einen richtigen anschnitt-zettel, das ist / eine verzeichniß der arbeiter/und was aufberg-hättenkost die Woche über gegangen/ fürbringen müssen.Rößl. Span.

Anschovis , Sardelle, 8aräa, 8rröinL: Lrr-

///»/-. Ein kleiner fisch/dem Hering gantz gleich. Es werdendavon fünff gattungcn gezählet/ davon aber nur die obbe-nannte beyde bey uns bekannt/ und auch diese anders nichtals in der grösse von einander unterschieden. Der kopff istgoldfarb/ der rücken grün und blau/ und der bauch weiß. ImMay/Brach-und Heumvnat streichen sie hauffenweift/ undwie einige behaupte»/ unter der anfährung eines königs/ wiedie bienen / aus der Spanischen nach der Mittelländischenfte/ und da werden sie an den Frantzöfischen und Jtaliäni-schen.uftrn gefangen und eingesaltzcn, da sie denn zwey jährdauren können. Die aus Franckrcich und Portugall zu unsgebracht werden / sind mehr unter dem namen der Anschowisbekannt / und von den andern/ so aus Italien von Livornvkommen/ und eigentlich Sardellen heissen, darin unterschie-de»/ daß sie viel kleiner sind/ und ihnen die köpffe abgeschnit-ten. Beyde wenn sie frisch und gut / müssen hart / auswen-dig weiß/ inwendig röhtlich/ und wenn das fäßlein geöffnetwird/ nicht übel riechend seyn. Sie werden roh genossen/wenn sie nach der länge zerschnitten / das fleisch von den grä-ten abgezogen / und vor lecker mäulcr in wein geweichet, da-mit die saltzigkcit ausgezogen werde/ hernach mit eßjg,baum-öl / Pfeffer und kleingeschnittenen zitrvnen-schalc« / wie einsallat zugerichtet. Man kan sie auch in allerhand brühengebrauchen, auch im gefüllsel, zum geflügel, spanferckclnund fischen, solches damit zu würtzen. Sie schärfen dengcschmack, erwecken dcn appetit, sind viel zarter als die He-ringe , und werden vor gesund gehalten. Im Nothfall kanei» dünngcschnittener Hering die stelle vertreten. PL/E

Anspruch, Anrecht / In rechten, recht-

mäßige besugniß, eine persvn oder sache anzusprechen, unddurch des richters hülfe zu fordern, was einem gebühret.Überhaupt sind Ansprüche zweyerlcy, dingliche, aLkio kea-lis > die eine sache betreffen, und von derselben herrühren, alswenn ein eigenthum, erbstück, Unterpfand, u.d.g. angespro-chen wird, und persönliche, aLkio?orlonalis, dieaufdiep/rson gehen, und diese sind alles» aus einem evntraet oder

aus ane 4i

verbrechen entspringen. Jene verfolgen die sache selbst ob»unterscheid der persvn des besitzers, diese werden allein aufdie perM gerichtet, ohn absehen auf die sache. Zuweilentrifft es sich, daß diese beyderley anspräche sich gleichsam un-tereinander mengen. Noch ist eine art der anspräche von je-nen unterschieden, die man krTjnüielLlcm nennet, wennnemlich von dem zustand und bcschaffenheit einer person, undderen bcziehung aufandere gefragt wird, ob z.e. dieselbe freyoder Unterthan,ob und wie weit sich die gewalt der einen überdie andere erstrecke, dergleichen unter Herren und knechten,vbrigkciten und Unterthanen, eitern und kindern oder auver-wandten sich begeben. Die besondere nahmen und eigenschaff-ten deransprüche werden in denen rechts-küchern weitläufigabgehandelt. Des. Spat.

Anstand , s. Stillstand.

Anstands-dktest , Eiserne brief, (Nrnnqvennel:-

rerL inäucirles, Inclultum Moratorium: ,/r , a-

/>/,. In rechten, ein briefvon der hohen landes obrigkeit er-theilet, wodurch ein fchuldner wider den anlauffseiner gläu-biger auf eine Zeitlang geschähet wird, bis er sich erholen undMittel finden könne sie zu befriedigen. Ingemcin wird der-selbe auffünffjahr ertheilt, wenn -) der schuldncrglaubhaf-tes zeugniß beygebracht, daß er an feiner haab und vermögenmercklichen schaden gelitten, r) daß solches nicht aus seinerschuld, sondern durch zufalle geschehe»: und endlich ;) wenner Versicherung geben kan, daß nach solcher zeit die Zahlung er-folgen soll. Es soll aber der anstand keine statt haben i) indem tag-und lieb-lohn der handwercker und arbciter. r)Wenn der schuldncr in der schuld-verschreibung sich dessenausdrücklich begeben, z) In schulde» die kirchen und mildestifftungen angehen. 4) In steuer-uud cammcr-schulden.5) In vsrmundschaffts-schulden. 6) In schulden die an«geborgten täglichen cßwaaren erwachsen. 7) In schulden,dienach erhaltenem anstand gemacht werden. 8) In hinderleg-ten gelber». Einer der einen anstands-brief erhalten, kanmittlerzeit ausgeklagt, vor dem ablauf aber der verliehene»frist zur Zahlung nicht angestrenget, auch nicht mit arrest be-legt werden, es sey denn daß er sich der flucht verdächtig ge-macht. öe/o/-/. Don dieser sache hat in einem eige-nen werck ausführlich gehandelt Dr. cle

Itslcriptis morarorüs.

Anth^ÜlS, Ein kraut so denen zäserigen som-

mcr-gewächsen zugezehlct wird. Es ist drcyerlcy, Valeuci-na, klsririms und I^eurikolla. 67»-. Elöl).

^.ntiniorüum, s. Spieß-glaß.

^ntinous. Ein stern-biid Nordcr-breite, unter dem adler, istan vier hellen sternen so ein geschoben Viereck machen zu er-kennen.

Antipathie, s. Feindschaffr.

^Atttiwi, s.Endirviett. «

Anrsni kraut, Drunelle, Gottheil: Lruuella, k-m-nella, s« Ein wildes Heil-kraut,

wächst in waldcrn und selbem, in kühlem gründ, und blähtim Brachmonat. Es treibt viereckige braune und rauhe sten-gcl, an deren gleiche» zwey rauhe blätter gegen einander ste-hen. Oben an denselben erscheinen äbren-wcise blau-undpurpurfarbene blämlein, darzwischcn kleine blätlcin stehen.Ist ein auserlesenes wund-kraut, heilt alle äusser-und inner-liche Verletzung, zertheilt das geronnene gcblät, und wird un-ter die gurgel-wasser genommen. Wenn in zahn-schmertze«das Zahnfleisch mit der dürre» wurkel bis aufs blut gerieben,und diese sodann in eine weide verspundet wird, soll derL schmers

Elsh.

Anschürt, s. AnlaZe.

Anstedcn. Bey dem bergwerck, die erze auf dem schirbelalso tractiren, daß das darinnen befindliche silber ins werckgehet, und die schlacke überm werck stehen bleibt. Rößl. s.angesstten.