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getwkrd. Die verhohlene Atheistcrey wikd getrieben,ent-weder in gedancken , 'l koortticr , wenn solche sähe be-hauptet werden, die durch unumgängliche folgen die Gott-heit vernichten, als wenn die Göttliche verschling, sein geof-fenbartes Wort u. b. g. angefochten wird: oder mit der thatwenn der dienst und die pflichten die der menschGott schuldig ist, muthwillig verlassen und verspottet, oderein solch rohes und ruchloses leben gcführet wird, als ob keinGott und rächer des bösen zu fürchten wäre. Ob zwar dieerkämitniß oder eine gewisse art der empsindung und über-^zeugung der Wahrheit eines göttlichen wesens nach vieler ge-lehrten meynung einem jeden menschen eittgcbvhren wird,oder doch nach dem zengnist der sehnst aus denen sichtbarenwercken undgeschöpffen, derer wnnderbahren crhalt-und re-gicrung, das unsichtbare wcscn in die äugen des gcmüthsleuchten solle, so haben sich doch zu allen zelten solche gesun-den , die demselben auf eine oder die andere weise wider-sprochen. Die eigene und allgemeine fünde der ersten weitvor der sündflitth scheinet die ruchlrsigkert und Atheisicrcygewesen zu seyn, so wie nach der sündfinth aberglaube miodie abgbtterey überhandgenommen. Unter den alten werdenals Atheisten angegeben OisAoras, ?rorsA»ras, kpicurus,Uuclanus, u. a. m. aus den »eueren dioäoti'.L Vai 1 >.-,?etru 8-Vrecim-!., der sich dessen in seiner grabsthrisst selbst gerühmt,r,ü. Vauinus, der um solcher Ursache willen zum schci-ter-hauffen verurthcilct worden, klenetüÄu8.?piii<il!l, dereben deshalb berühmte Gras von Rochester in EngeLand,der aber aufseinem tvdt-bette sich bekehrt, und eine sehr er-bauliche busse spüren lassen. Die gründe, zu Widerlegungder Atheisten werden hergenommen entweder von der Wahr-heit des göttlichen Wesens, oder von der klarheit der bewcis-thümer so dafür angeführet werden, oder von der schädiich-keit der Atheistischen lehrsäke, und von der Nichtigkeit der-selben, indem sie keinen bestand haben, und ihnen selbst wie-dersprcchen. Hievon sind ausführlich z» lesen i-o-cü-, ckeXckcikmo, TA. und Heinrich Müller, in
>rdciünc> triumpdvro, Koä. in Lenltiris liia-
tionabiliracc ^rüoiüni, Groß-gebauer ini Prä-
servativ wider die pest der heutigen Atheisten. Den Lpinnibabsonderlich hat wiederlegt in -lei-ca-iis ^rk>«i-
Lni reveiaris. Von der schädlichkeit der Atheisrcrey i» demgemeinen wesen, und daß die Atheisten mit recht am lebengestrafft werden, Handel» weitläufig Le/o/</> und sein con-
rinusror
, s. Gperberbaum.
^tlnolpirserL, ^rinolpliero. Dasjenige theil, oder die!gegend der lufft, so z» nächst auf dem erdboden anliegt, unddenselben umfasset. Die mancherley dünste und ausdäm-pfungcn, so aus den unteren corpern unabiäßig aufsteigen,und solche lufft-gegend erfüllen, sind die Ursache des wetters,der wärme und kalte, des «indes, regens und anderer Ver-änderungen so darinnen vergehen. Nnd darum ist dieselbeunterschiedlich, nicht nur nach der gegend und beschaffenhcitdes erdbvbens und der theile desselben darob sie schwebet,sondern auch nach dem unterscheid der jahrs-zeiten, und end-lich nach dem »nterscheid der welt-gegend. Denn über denwassern und wässerigen orten, ini Winter und in denen crd-gcgende» die den l'olis oder wirbeln näher gelegen, siedickerund schwerer zu seyn befunden wird, als über gebirgcn unddürren gegenden, im sommer und an orten die dem Lczua-wr oder wett-gürtel näher gelegen- Hieraus folget ferner,daß die ^emokpk>L!rs nicht allenthalben gleich hoch, sondern«o sie dünn und leicht, höher von der erde» aufsteige, wo
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sie aber schwer und dick, sich mehr n icdersencke, wiewohl deseigentlichen masses wegen die geiehrren sich nicht vergleichenkönnen. Die wahrscheinlichste und aus die crfahrung ver Wet-tergläser g-gründere meynung ist , oaß sie sich über siebenmeiie» nicht erheben könne. Wie es mit so.cher schwerevder leichte, verdick-oder Verdünnung der iusst zugehe, ka»ungefähr auf fvlgende weise erkläret werden. Die flockender reinen lufft, unter welchen die mancherley ausoämpffun-gen schweben, lassen sich schmiegen und beugen, imv wennsolches durchgehends und an allen zugleich gcschiehet/müssendieselben näher zusammen rücken , und dadurch die zankeluffc-gegcnd wiegcpresset werden, welches man die verdr-ckmrg derselbe» nennet. Wenn aber die somicnstralcn, wosie hinfallen , durch ihr himmlisches ftur alle solche grobeund ungeschickte theile der aufdäMPffunge« in bewegmigbringen, so macht die reine lufft derselben sich los, und kauihre flocken frey ausbreiten, und den vorigen räum wiedereinnehmen, und dieses ist was man die Verdünnung hciffet.Das strebe» aber der gedruckten stocken nach einem mehrernräum wird die spannende koassrbcrLufft, Llalrieiras odervis GrtkiciiLiü'is gencnnet. Aus diesem ist offenbar, daßwenn und wo dir sviinen-stralen mehr oder weniger hintres-i sen, sie die lufft eben also verdünnen, undwosie wenigodergar nicht hinreichen , dieselbe mehr oder weniger verdicktwerde- Und nachdem die groben aufdämoffimgen den svu-nen-strahlen das eindringe» mehr oder weniger vermehren,und das drucken der lufft verursachen, nach dem wird auch! die schwere derselben gemäßiget, davon den unterscheiddie mit queck-silber angefüllte Wettergläser ttaromerra ge-nennt, bey trüben oder Hellem weiter genau anzeigen. Ei-nige wollen dem mond und folglich den übrigen piaimett ei-ne dergleichen ^.rmotpli^ra oder vermischte lufft-gegendauch beylege». Wie hoch von der erden diese lufft
sich erstrecke, haben verschiedene ^lkr»uouü verschiedentlichzu finden sich bemühet, und etliche sie bis an 95-Italiäni-sche , oder 24. Teutsche mcilcn erstrecken wolle» : Weigelhingegen hat sich angelegen seyn lassen zu erweisen, daß die-^tmolpli-err nicht höher als 4. Teutsche Meilen seyn kön-ne. kl-o/Li Daß um den mond eine dergleichen dicke lufft,oder ^nnokpüLr.i ImuLi-js sey , bat in seiner
Lomeroarapliia und nach ihm erwiesen.
AtSMUS, rVeciinus, In gelehrter oder schul-bedeu-tnng, etwas so kleines, daß es nicht mehr getheilet, also nichtkleiner werden ka». Man kau es aufzweneriey weise betrach-ten, nachdem auch die gröffc ist, ncmlich mathematisch undnatürlich. Ein mathematischer atomus ist ein punet,wel-cher als untheilbar von den öckaclwin-nlclr angenommenund verstanden wird. Ein natürlicher atomus ist ein klei-ner cbroer, der natürlicher weise untheilbar, und durch dieäusserliche sinnen nicht kan empfunden werden, doch aber sei-ne verschiedene gestalten hat, und daraus alle andere cörpcrzusammengesetzet werden. Ob solche atomi beyderley ar-ten wahrhafftig sind und bestehen, darüber sind die gelehrtennicht eins, nnd die zu beyden theilen angeführte reden steigenso hoch, daß sie nicht von jcderman erreichet werden können.Die ältesten weltwciftn tzloictzu» und k)mnncricu8 habendie lehre von den aromis getrieben, denen andere, was die fa-che selbst betrifft, gefoiget, wiewohl sie die nahmen zuweilenverändert, kchicurew und Imcrerius haben sie nachmahlswieder hersür gezogen, und zu unser» zcitcn Lrilenä,, undsein Übersetzer Leriüor, vvrtreflich ausgeführt. Nach ih-rer Meinung sind die atomi, die erste und unzcrstvhrliche ur-stuffe, aus welcher alle andere wesen gezeuger, und in dieselbe
endlich