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Allgemeines Lexicon der Künste und Wissenschaften : oder kurtze Beschreibung des Reichs der Natur, der Himmel und himmlischen Körper, der Lufft, der Erden, samt denen bekannten Gewächsen, der Thiere, Steine und Ertze, des Meeres und der darinn lebenden Geschöpffe : ingleichen aller menschlichen Handlungen, Staats-, Rechts-, Kriegs-, Policey-, Hausshaltungs- und Gelehrten Geschäffte, Handthierungen und Gewerbe, samt der Erklärung der darinn vorkommenden Kunst-Wörter und Redens-Arten ... / in gehöriger Ordnung verfasset und mit Fleiss zusammen getragen von einem Mitglied der königl. preuss. Societät der Wissenschaften [=Johann Theodor Jablonski]
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»Mich wieder aufgelöset werde». Sie werden vor nntheil-bar geaehtct, nicht nur wegen ihrer kleine, sondern auch we-gen ihrer vesiigkcit,welche oer rhciiung wieoerstchet, und die-se mitheiibarkcit macht sie auch unzcrstörlich. Mehr von ih-ren cigeiischafften, und durch was für Kewegung sie zu anderncörpcrn erwachsen, ist bey angezogenen schreibe!» nachzule-sen.

Aromr werden ingcnicin gcnennet die sonnen-stäublein,so ineinem finstern gemach, wenn die sonne durch ein enges lochhiucinscheinet, schwebend gesehen werden, oder andere cör-xcrlein, so diesen von grosse gleichen.

Aromns hciffet auch ein würmlciusso das kleinste ist unter alleng-sthopffcn, und durch ein gutes »ergrössermigs glast nichtgrösser erscheinet, als das kiciiiestcstanblcin, mit bloßen äu-gen anzusehen ist. Dennoch sind an demselben etlichefüffe,und ein weiffer rücken mit schuppen bedeckr wahrzunehmen.

kM'cr.

2sprckchue, OppiiAnarlo, Jngemein der angriff

und ansall eines ferndlichen hauffens oder Platzes. Ins be-sondere der ort wo eine belagerte oestung angegriffen wird:die arbeit, so die bclagerer thun, durch iauffgrabcn, Unter-grabungen, bedeckungen, sprengen, beschieffcn und bestürmeneines orts Meister zu werden. Die rechte atrague wird mirernst fortgesetzt, die falsche wird angestellt den fcind zuthei-len und müde zu machen, s. die so vvm vesrungs-bau ge-schrieben.

Arrcütetk, ^ctcncaruin, /.Gewalt oder unrecht, sobößlichcr weift wider eines andern pcrft» oder gut vorge-gcnommcn oder ausgeübt wird. Ein attentat ist allezeitstraffbar, doch mehr oder weniger, nachdem die pcrson oderfache, so es betroffen, wichtig ist. In geeichten herffet at-tentat ein cingriffin eines höheren bvrmäßigkcit. 7-«- //.

Accer, s. satter.

Ackerkolrmder,IebuIiis,///^/o.Eii< gcwächs demholunder in allem gleich, nur daß es nicht zu einem siraucherwachst, sondern jährlich vergehet. Es wachst an dunckelnund feuchten orte», blüht im Brach-und Heumonat, undtragt reiste beeren im August-mid Herbsimonat. Es ist einesder besten khcriac- kräutcr vor arme lcute. Die blüthe undglatter haben eine zertheilende, liiidcrcndc, und treibendekraffr. Dicftchcn in milch oder waffer gesotten, und warmaufgelegt, stillen die sehmcrtze» der mich, und der gicht, undzertheilen wässerige geschwnlst. Die beeren, wie auch diemittlere rinde der wurste!, führen das waffer ab, und sind inWassersucht und andern giieder-kranckheiten wohl z» gebrau-chen, weiches auch die obern Hertz-blätter thun, wenn sie mitfleisch-brühe, oder fälst und öl zugerichtet, täglich oder umden andern tag genossen werden. Die wnrtzei und rinde inwein gesotten oder gebeitzet, und davon gctruncken, oder auchjlumiver gcstossrn und mit wein eingenommen, heilet dieWassersucht, wiewohl der gebrauch behutsam anzustellen, weildie artzney starckangreifft. Der fasst aus den blättern undder würstcl, imt wein gekocht und mit may-buttcr zu einersalben gemacht, lindert die schmersten her gicht, dergleichenauch das aus der wurste! abgezogene Wasser thut. Der fasstvon der wurste! mit wein genommen ist gut wieder alles inu-rmd äußerliche gisst. Attich-körner gepulvert vou andert-halb bis zwey gvmtlcm in wein genommen, würckr eine stär-kte abführung. DcS ö!S von den selben ein halber löste! voll,vier stunden vR dem essen in einer suppcn genommen, thut«ben dasselbe etwas gelinder. Die lattwcrge von den blumenstärckt das Hertz, vertreibt den schweren mnth, reinigt dasgebiüt, und mäßigt die sicher Hitze. Die blätter gepulvert

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heilen alte schädenund faule geschwür. In den apothcckcnhat man davon die blüthe, die blätter, die innere rinde,die wnrtzei, den faamen und die beeren. An bereiterenstücken aber, zwcperiey waffer aus der blüthe,und aus den bee-re» uu d wurtzel: einen geist oder Sxiriceun aus der gesäuer-ten blüthe; einen dickgesvttenen fasst aus de» beeren; einetinetnr aus denselben; und eine salbe.

Schnöd.-Hohb.

2lyel, s. Aglasteu.

ÄtaUNZ, Ausspann, Ablagen: Holssirarura, O-o/,Schuldigkeit der Unterthanen, lehen-lcute, stiff-ter, oder anderer, die in gewissen fällen, ihrem Herren und sei-nem gcfvlg oder andern Personen, die Herberge und bewir-thung,suttcr,iind inahi leisten und frey verschaffen müsse»,dieses recht wird unter die liegrlia gerechnet, und wird des-sen ursvrung von jener zeit hergeholet, da die landcs-hcrren,oder derer statthaltcr, im lande herum gezogen,des rechten zupflegen. Heut zu tage haben es zuweilen auch andere bedien-ten, oder auch die jägercy zu genicssen. Es gründet sich ent-weder auf vertrage, oder altes herkommen, durch Verjährung,wenn jemand an einem ort von geraumer zeit her als einfreund aufgcnossien und frey bewirthet worden, mag es nichterlanget werden. L-ssöL/.

Atzung heisset auch bloß die pflcgnuß und unterhalt, -M-luenkL, so aus liebe oder Pflicht den anverwandten , un-mündige» und andern auch den gefangenen geleistet wird.

/rvnänucas. Eine gattung der braminen, die aus einem be-sondern flciß der Heiligkeit allen irrdischcn dinge» abgesagt,gantz nackend,oder allein mit bedeckter schäm gehet, kein wortredet, und das «llmoftn nur mit ausgcstrcckttr Hand auf derstraffe fitzend, oder von Haus zu Haus gehend, sammlet. Wassie bekomme» verzehren sie aisobald, und heben nichts auf.In solchem zustande werde» sie angesehen als leute die einengrossen staffel der Vollkommenheit erreichet.

ÄuHlkkktz, Lullieurio, Im geeicht, die be-

stimmte zeit und ort, da die verordnete richtcr und beysitzerzusammen kommen, die im recht liegende theile zu hören, undzu entscheiden. Von denen verschiedenen audientzcn bey demKayserl. und Rcichs-Cammcr- gerächt handeltAudientz am hof heisset, wenn der König oder Fürst jemand vorsich komen läßt, sein anbringen zu hören. Ins besondere wirdvon gesandten gesagt,daß ihnen audientz gegeben worden,wensie entweder öffentlich oder in geheim angehöret werden. Dieöffentliche audientz geschiehet mit gewissem gcpränge, son-derlich wenn es ein Verschaffter, d. i. ein Gesandter des erstenrangs ist.Was dabei ingemein zu beobachten,hat ausführlichverhandelt in seinem ^mbslUcllnir, die beson-

dere vrdmmgen verschiedener Höfe sind zn finden in denenLcLtt-und andern büchern, die von eeremonie» und curialienausdrücklich gehandelt. Die öffentliche audientz pflegt nurstatt zn haben bey dem ersten »nd bey dem letzten mahl,die an-deren gehen mit wenigerem gcpränge zu, daher sie particu-lien- oder geheime audientzcn heißen, weil sie in der stille ab-. gehen. Wie es an dem Turekischen und andern Morgcnlän-disehcn Höfen mit solchen audicntzen zugehe, ist bey denen, sodie dahin ergangene Gesandtschafftcn beschrieben, nachzule-sen. Die Rußifche und Persische hatdie Türckifthe7e,E/, Eröffn. Ottoin. Pforte, und andere;die Smifche Neechof; die JapanischeT^uciiton SnmeiT. Ein Prälat von grossem ansehen, lindder vicrdte bcamtc in der Esmcrs.4pl)ftolit.-a. Seine gewalterstreckt sich über den Päbstlichen Hof, und alle die demselben

angehören,