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werden warme bäder genannt, weil sie nicht mir in derthat warm / sondern auch eine erwärmende kraffr haben.Etliche derselben sind salkicht, etliche salpetricht u. s. w. Ei-nige bestehen aus einer / andere aus mehrern minern/ dar-nach sie dann auch ihre würckung thun. Von der ur,acheihrer wärme sind unterschiedliche meynungen. Einige schrei-ben dieselbe dem unterirrdischen feuer zu; andere wollen,daß sie entstehe durch aufwallen, wie wenn der lebendigekalch abgeleschet wird. Die krafft und würckung der war-men bäder ist nach dem unterscheide der beygemifchten mr-»eralischen stücke unterschiedlich. Die Martialische eröff-nen und zertheilen: Die Antimonialische purgircn untenund oben, wie auch die kupffrichte; die Alaunische trocknenund constringiren; die salpetrichken kühlen und wehren we-gen ihres purgirens dem grimmen des leibes. Wann sieäusserlich gebrauchet werden, bekommen sie wegen ihres sal-peters und schweftls sehr wohl. Wer sie aber innerlich trin-cket, demselben verursachen sie ein gefährliches purgiren.Vor lähmung der gliedcr, langwierigen zittern, und haupt-kranckheiten sind die warmen bäder überaus wohl zu gebrau-chen. Sie helffcn ab der Unfruchtbarkeit der weiber, so voneinem fehler der Mutter herrühret. Aber denen gichtbrüch-tigen, oder denen, so glicder-und hüfft-wehe haben, sollendie warmen bäder wie einige berühmte tckeäici angemercket,mehr schädlich als nützlich seyn. Will man sich aber derwarmen bäder nützlich bedienen, so nehme man dabey fol-gendes wohl in acht. i) In langwierigen kranckheiten trin-cke man zuvor den saur-brunnen, damit der leib inwendigso bereitet werde, daß hernach das äusserlich? warme baddesto glücklicher anschlage, r.) Oder hat man keinen saur-brunnen , so nehme man gelinde schweiß-treibende mittet,oder eine schwache purgantz. Gebraucht man aber keinesvon diese» itzt bemeldten stücken, so kan es leicht geschehen,daß man nach dem baden vvm siebcr überfallen wird. Manhat der warmen bäder in Teutschland ziemlich viel, dieberühmtesten aber sind das Carls-undTcplitzer-bad in Böh-men, das Schlangen-bad in Hessen, das Lmbser-bad in derWctterau, dasWis-bad ohnweitMayntz,das zu Acken imIülicher lande, u. s. w. In Italien findet man vortrefli-che bäder, sonderlich die zu l.uccr, und die zu Lgja unweitNaples. In Franckreich ist das zu 8»urbcm; in Spaniendas zu ^lliLma unweit QrsnLär berühmt. Auf der insulJapan ist sonderlich eines, welches die einwohner die Höllenennen, weil es brüheheiß, und in der Christen Verfolgungals eine besondere und unerträgliche matter gebrauchet wor-den. In dem südlichen America hat Mater einen siedheis-sen fiuß angetroffen. Weil man aber nicht aller orten vonuatur gemachte warme bäder haben kan, so pflegt man sichselbst in ermangclung derselben dergleichen durch kunst zu be-reiten. Man nimmt nehmlich kalch, so viel als einem gnugzu seyn beuchtet,und mischet selben mit lebendigen oder auchwohl nur gemeinen schwefel. Hierauf gießt man wasserund so bald es ansänget zu walle», so setzet sich der kranckedarein; durch welche erste aufwallung dann die glieder ge-stärckt werden. Man kan dasselbe wasser mehrmahls wiedererwärmen und zum baden gebrauchen. Auch kan man nurvon der erde, so nächst an den warmen bädcrn zufinden ist,nehmen,und sie in gemeinem wasser aufwalle lasscn.Schröd.Sonst hat man auch noch zweyerley arten kunst-bäder, sodie ärtzte öfters zu rccvmmendiren und zu verordnen pflegen.Die eine art ist ein trockenes bad , LaUsrium , LE/eräe, da man sich entweder durch ein starckes seuer, oderdurch warm gemachte ziegel-und kiesel-steine, so mangaim«ben unter die armen leset, zum schmisse zwinget- Die
bad bag
andre art aber ist ein feuchtes oder dampff-bab, 8sln«im,da der schweiß durch den warmen brodemund dampff einiger abgekochten heilsamen kräuter heran-gebracht wird.
Bad. In der eb)-mie und Apotheken hat man auch zweyer-ley bäder, Grauen-oder Marien-bad/klolneuintvIsttD,s«/» Wann einige stücke Metall oder andere din-
ge in einem kessel mit wasser aufgelöset oder destillirct wer-den. Lolneum Vrporls oder liorls. L'«/« wütlN
solche auflösung der Metalle oder andrer zu schmeltzendenfachen bloß durch > en dunst des kochenden waffers geschiehet.Schröd.
Bader, Lsbrescor, Also wird derje-
nige genannt der die fteyheit hat eine bad-stube zu halten,und eine proketllon von baden und schröpften, wie auch vonbei» - und bmch-cure» machet. Vormahls wurde diese artieute vor so verächtlich gehalten, daß auch ihre kinder keinhandwerck lernen kvnten, ja sie selbst mochten vor gerichtekeine tüchtige zeugen abgeben. Doch dieser unfug ist durchbesondere reichs-abschiede schon vor mehr dann zoo. Jahrenabgeschaffet, und sie nicht wenigerwie ihre kinder zu aller-hand ämtern und ehren-bedienungen tüchtig und fähig esckläret worden,
Bad-kopff, Schröpss-kopss: Lucurbinrla, Ein
von gl.ss oder metall gemachtes ohngefehr L. zoll hohes undfast so breites oben offnes gefäß, so man in den bad-stube»beym schröpften zum ausführen des überflüssigen gebiüts al-so gebrauchet, daß, wenn man mit einer flitte die haut hinund her sehr behutsam zerhauen, man den schröpff-kopff überein licht oder feuer halte, um die lufft daraus zu bringen,und ihn geschwinde aufdie zerhauene haut setze, so wird als-dann die haut unter dem schröpff-kopffe sich starck erhöhen unddas blut hinein begeben.
Bad-kraut. So nennt man alle kräuter, die man zum bade»nimmt, als da sind, lieb-stöckel, roßmacin, camiüen, muttter-kraut, stein klee, griechisch-heu, u.d.a.
Bad-stube, LaliiLum, Ss/» Ein gemach so zum
baden zugerichtet. Ein Haus, in welchem ein solches ge-mach bereitet ist, da man baden oder schröpften kan. InPohlcn, Rußland, Littbauen, Liefland und übrigen Nord-ländern sind die bad-stuben sehr gemein , und in starckenrbrauch: In Teutschland nicht so sehr üblich und noch weni-ger in den übrige» theilen von Europa. Die Türckcn, bc»denen das baden ein stück ihres Gottesdienstes ist, halten da-für, daß der ein heiliges und Gott höchst-angenehmes werckthue, der eine öffentliche bad-stube aus seine koste« erbaue»läßt, daher derselben bey ihnen so viele und prächtige zu fin-den. Eine bad-stube ist ein niedriges gemach, andessen einem end ein ofen, entweder von kacheln, oder vonmaur-steinen, die mit seld-steinen belegt, und wenn diese er-hitzt, wasser darauf gegossen wird, damit der aufsteigendedampff die Hitze vermehre. Neben diesem ofen ist ei» kesselmit heissem und ein kübel mit kaltem wasser, daraus manschöpften, und wie man es brauchen will, die wärme mäßi-gen kan. An den wänden sind etliche bäncke, vor und übereinander,darauf man höher oder niedriger sich setzen kan,nach-dem man starck oder gelinde zu schwitze» verlanget, werde»die schrvty-bäncke genannt. Die naß baden wollen, setze»sich in eine bade-wanue, die mit wasser angefüllt. Diebade-magd wartet den bade-gästen auf, und der bade»stehet bereit zu schröpften, wenn es verlanget wird.
BadicM, f. Anis.
Baggert. Heiffet in Holland und in deuSee-stäbten ein ge-rüsswomit in den haftn,«nsurte« und graben,der schlack und
fand