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genennct werde»/ zu halten. Dieses sind lange schachtsciti-gegebäude,aii-2o und mehr schuh lang und 40 bis 50 breit/da an der eiucii langen feite, eine in manncs höhe mit einemschrcgen bretterncn dach bedeckte gallcrie ist/ welche an derobern qnccr-seite theils offen, theils zu,weiter fortgehet. Diemauren sind 2.2. und mehr schuh hoch/ auf welchen gallcrienumher sind/wohin die bälle verschlagen werden. Über diesesallerien sind die grosse mit netzen verhangene öffnuugen, diedem ball-hause licht geben müssen. Man theilet das ball-haußder guecre nach durch ein an einem seile Hangendes ney in dermitte in zwey gleiche theile/ und auch in so viele der längenach/doch nicht durch ein netz/sondern nur durch einen weisssen gezogenen strich. Diese theile werden wieder aufs neuegetheilet, und hat eine jede eintheilung ihren besonderen na-men. In solchen ball-häusern nun spielet man zur gesuud-heit und geschickligkeit des leides/nach gewissen reguln.Beyden alten Griechen und Römer» liefet man schon von unter-schiedenen arten des ball-spiels.
Ball / sIn der feuerwerckerey machet man aussalpeter, schwefel, pulvcr, bvrres, kampffer/u.d. g. brennen-den Materien feuer-kugeln, so auch feuer-ballen hciffen.
Ball,OIcoreLko!eiuüs,keklivicrs ülrLroria, Eiueaü-sehnliche Versammlung von Personen beyderley gcschlechts/die zusammen gekommen/ sich mit tantzen zu belustigen.
Ball/ Allerley kaufmanns-waaren/ so man in matten«der leinwand einschlägt / und über land und wasser verschi-cket/ nennet man ballen.
Lall/Ks/L. Bey dem papiermacher machen 10 rieß papier ei-nen balle» aus.
Balle»/ L/rSeo. Sind bey den buchdruckern ausgestopffte le-derne küsse«/mit holtzerncn Handgriffe»/ womit sie die färbeaufdie formen zum abdruck bringen.
Ballen-creutz/ kilrro crux, 6>o/> Ist ein crcntz
im wapem a» dessen enden runde ballen sind/wird auch voneinigen ein kugcl-stab-ereritz genennct. tÄ--.
L-Let. Sind grosse wcitläufftige sehr wohl ersonnene täntze,«v ihrer viele zugleich tantzen, und dnrch ihre schritte undsiellungen gewisse Singe oder Personen gar natürlich/ kennt-lich und künstlich vorstellen. Sie sind von verschiedene» ar-ten und benennungen. Diejenigen Kolters, welche bey den
tzkraALllieo, Oouuoäieu, Opern, Oorronlels, ^tot^uerr-
«len, u. s. w. vorkomme»/ werden von den tantz-meifiern /t/-/-L-r- genennet.
Bet^SN, bol!ls,ö«/o». Ein runder bcurel von leder/ etwaeines kopffs gross so mit wind aufgeblasen/ und mit der saustoder mit einem pritschel/ wie ein ball geschlagen wird.
Wenn nian in dem ball - Hause die bälle einanderzuschlüget/und keine rechte Partie spielet.
s«/o,r«c/er. Sind sprünge / welche ein Pferd auf freyer erdeoder zwischen zween säulen machct/daß es alle füsse in der luffthat/ und von den hinrcr-bemen, ohne auszuschlagen/ die eisenweiset.
ApthAtN, Opoballamum, Vnßuenruin: A/r»E Ist einöliger fasst/so anfangs weich ich nachmals aber hart wird, ei-nes scharffen und aromatischen geschmacks/ auch sehr flarckcu,doch dabey angenehmen geruchs. Er ist von unterschicdli-cherart. Der beste/und der allein vor den wahren;« halte»/wächst in Arabien/ und wird auch in Egypten gepftantzet. Dersirauch/welchen die Araber kalcllsn oder kgits», die altenGriechen ksllsmon nennen/ wird nicht über eines halbenMannes hoch/und lässet seinen fasst in den Mimer-monatenentweder von selbst/ oder wenn er mit einem dein (nicht miteinem Messer) geritzet wird/ tricffcn. welcher anfänglich weißist/ bald aber grünlich/ hernach Md- färb/und endlich dun-
bal
ckel-gelb wird. Dieser wird von ^lcsir zu uns gebracht/ undwenn er aufrichtig zu habe»/ weiches doch selten geschiehet,hoch gezchatzet.^ hat davon ein eigen buch ge-
schrieben. In der Afrikanischen lanöschafft 'koomiLn wächstauch einearl balsam/die cine heilsame wund-artzncy abgiebt.Dem Arabischen kömmt an kraffr und wirckung am nächstendttWcst-Jndlsche/Tolutanischebalsam.DerPcruanischeabcrist weit geringer. Diese balsame werden meistens äußerlichgebraucht; doch ist noch cine andre «rt balsam, so der weisseAmerikanische balzam, oder koltLmcun üe öopZids genanntwird/welchcrmehr innerlich verschrieben wird. Verwahreunverfälschte baisam ist von unvergleichlichen tilgenden. Erstarckt die natnr und die lcbcns-geistcr, ermuntert alle sinnen,und erhalt den leib und dessen giicder vor fäulniß; daher manihn auch rtzo, wie vormahls, zu balsamirung der Königlichenund Fürstlichen cörper gebra»chet.Er dienet wider das gisst,und wird deswegen mit unter den theriae genommen, ist gutwider die schwind-mid lungensucht, heilet böse wundcn/uss.w.
Balsiri». In den apothecken werden M geistige,schmierige c5-ten2e»,wie auch die dicke li-^uores aus de» cleMIirrcn ölenzusammen gcsetzt/und mit einem cörper künstlich vermischt,also genennct. Man pflegt auch daselbst die balsame aufvie-lerley art nnd weise nachzumachen, doch kan man einen wah-ren unverfälschten von einem falschen und gekünstelten bal-sam leicht unterscheiden. Denn der natürliche balsam muss(1) auf warmen wasser sich gany ausbreiten, und dasselbeglcichsiim bedecken, wenn es aber kalt worden, wieder zusam-men lausten: (2) Die milch durch wenige tropffen zu-sammen rinnend machen: (z) Keinen fleck im kleide,wannman ihn daraufverschüttet hat, zurück lassen. Welches al-les kein falscher balsam thun kan. Schröd.
Bnlsirm-clpssel/^llomorilioÄ, Lslüuning, Ist ei-
ne pflantze, so zarte streifflgc ranckm einer ellen hoch hat, ihreblätter gleichen den wein-blattcrn, sind aber weit kleiner. Dieblume davon ist bleich-gelb, und hat nur 5. blattlei». Ihrefrucht ist roth, oben etwas spitzig, sonst langlicht wie ein ey,dabey aber stachlicht. Bey uns wird diese frucht ftlttn reiff.Das öl davon ist bey wunden und offenen schade» überausnützlich zu gebrauchen. Ja einige schreiben den äpffeln imöle gebeitzt eine solche heilende krafft zu, daß sie auch abge-hauene glieder sollen wieder zusammen hefftcn können.Schvc-d.
Balsam-frucht, Oarpodsllainnm. Sind langlicht - runde,röthliche wohlriechende beerlein, die an gröffe, gestalt undfärbe mir der frucht des terpentin-baums übcrein kommen.
Balsam-holtz/X^lobsIlarrM». Die kleine äsiicin des bal-sam-baums,diewie wein-rebcn abgeschnitten, und von denTürcken heraus geschicket werden. Die sind denen apothe-ckern, wenn sie solche haben können, sehr nützlich,
Balsamiren/Oonclirc, Wann man etwas auf
einelange zeit vor fäul-und verdcrbniß bewahre» will, sopflegt mans zu balsamiren. Die menschliche leichname alsozu erhalten, ist schon vor vielen tausend jähre» bey den Egy-priern gebräuchlich gewesen, wie uns solches die heiligeschrifft selbst mit dem cxcmpei Jacobs, der nach seinem todeviernig tage lang von den ärtzten gesaibet worden, bekräffti-get.' Und daß diese völcker einen sonderlichen Handgriff beydieser kunst müssen gehabt haben, daran lassen uns die nochjetzt aus Egypten kommende kLlümirco leiber, so man t-'u-mie» nennet, im geringsten nicht zweiffein. Allein, da diesekimst nur ein geheimniß der Egyptischcn»riester war,sv ist esgeschehen, daß, als der Persische König OLinl>)ckes,tiach ero-ierung dieses la»des, die Priester meistens Mr« lasse», auch