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Moscau und übrigen Nordländer» häuffig gefunden wird,Anfarbeu ist es gemeiniglich dunckel-grau oder falb,wicwol auchschwache und im Winker wciffe baren angetroffen werden. Erhat einen rüffei wie ein schwein, kleine äugen, kurtze ohren,ei-nen weiten rächen, starcke lenden, und seine grösseste stärcke inseinen tauen, so, daß er auch das grosse rindvieh damit zerrcis-ftn kan. Es hat dieses thier eine sonderliche ^nriparkiemit den Pferden, escln und löwen. Sonst mag derselbe diefiseh-bäche gerne besuchen, den Haber abstreiffen, und allerleyvbst fressen. Den in den holen bäumen von den dienen einge-tragenen Honig weiß er gar wohl zu finden. Wen» aber derschnec und wintcr hart anfallt, so verbirgct er sich, und saugetbiß gegen Licht-Messe das in seiner raub-zeit aufgelegteschmaltz durch die tauen wieder von sich. Er ist zwar sehrgeil, doch zeuget die bann nicht mehr denn zwey oder dreyjunge, und bringet dieselbe mit ihren zween nach der brüst zuhängenden gesäugen anf. Es ist sonderlich zu bemcrekcn,daßsich bey diesem thierc im gebühren der schluß nicht so, wiecheyandern, öffnet; daher dann auch die lungeu bare sehr kleinaufdie weit kolncn. Die haut von baren ist gut zu reisc-deckcnauf sie pferde. In Polen und Moseau muß sie an statt derbetten dienen, dergleichen gebrauch sie auch, nach DacicIzeugniß, bey den alten Teutschen gehabt. Und daher maggekommen seyn, daß man einen faulen, trägen, schläfrigenmenschen einen bärenhäuteu geheißen ; ss. und
L>,in kk/b/-/. < 7 o«r,>. H wiewvl andere wollen, daßbis wort seinen Ursprung habe von den müßigen, losen lcuten,welche die bären im lande herum führen, und vor gcld zeigen,und tanken lassen. Das fett vvm baren ist innerlich undäusserlich in unterschiedlichen krancktzeitcn heilsam zu ge-brauchen. Auch soll die galle ein bewährtes Mittel scynwi-der die schwere noth, keuchen und gelbesucht. Wann sie ge-trocknet ist, kan sie als ein schweiß-pulvcr genommen wer-den. 2 » Finnland dienet sie den baurcn statt einer panacecnin vielen kranckhciten. Schnöd. Die bären, so sich aufläova Temkla und andern Nordischen ländern aufhalten,sind weiß, und schwimmen weit in das mccr nach dem aas derwall - und anderer todten fische, davon sie sich nähren.Martens.
Bär, vris, Ourkc. Bedeutet in der stern-kunst zwey gegenMitternacht stehende gestirue, davon das eine, der kleine bärgencnnct, zu nächst an den Nord-pol reichend, aus sieben ster-uen bestehet, und wegen einiger gleichheit in der abbudungauch sohl der wagen heisset. Das andere ist der grossebar, oder der grosse wagen, der nach einiger rcchnung 56.nach anderer aber nur zx.sterne hat. Sein stand am Himmelist gant anders, wie der stand des kleinen bäres. Beyde ge-hen bey uns niemahls unter, sondern sind zu allen zelten desjahrs zu sehen.
Bär-dill, Bär-fenchel, Bär-wurtz, Xleum,
-!'6xr. Ein gewächs, das lange, zarte, und auf der erden zcr-spreitete wurtzcln, und etwas stärckern stengcl und blätter,wie der dill, hat. Es wachst gern an bergichten brtern. Diewurkel davon ist gut vor mutter-beschwerungen,sie wird auchmit zum theriae genommen. Schröd.
Bären-klari, sl.contbus vulzaris, Lrrwcs Vrkiua,
Dieses kraut hat lange, breite, auf allen sciten tiefeingekarbte blätter, wachst wohl anderthalb cllen hoch, obenträgt es eine cronc von weisscr biüthe. Man findet es anffeuchten und wässerigen wiesen, und zeugt sich selbst aus sei-nem saamen. Es ist eines mit von den fünff erweichendenkräutern, und deßwegen braucht man es gerne zu c:ystircn.Die Dohlen und Lilthauer nehmen dis kraut zu ihren suppcn,oder machen daraus den bekannten tranck, so sie barrsch nen-
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nen, und das gemeine volck an statt des bieres trincket.
Bären-koth. Heisset in der schmelk-kunst,was sich beym ab-treiben,wenn das werck zergangen, und das unreine oben auf-schwimmet, nicht will lassen abstreichen, sonder» der abtrei-ber ihm helffcn muß, daß es mit der gibt heraus flieste.
Bär-öhrlein, ^uriculat/rll, O,,--,. Eiueblume,
die unsern Himmel-schlüsseln,oder schlüssel-blumen fast gleichkomnret. Sie ist an färben unterschiedlich, weiß, gab, sii-berfarb, gesprengt, und purpur-farb. Der faame ist schwer'zu bekommen, weil er klein, und leicht verfleugt, daher bleibtman lieber bey der Vermehrung durch diewurtzel. Sie blü-het im frühling, wird von liebhabern hochgehalten, und intbpffen gezeugct. Schröd. Elsh.
Bckkebt, Unterschleiss-sv von einem sehisser durch
verschweig-oder Unterschlagung der ihm vertrauten guter be-gangen wird.
Bckrckrerle. Straffbares verhalten eines richters vderbe-amten,der entweder durch mißbrauch seiner gewalt etwaserzwinget, oder durch geschencke muß erkauffet werden, rechtzu schaffen. Ein solcher, wenn er dessen überwiesen, mußnicht nur erstattung thun, sondern wird auch gestrafft. 4>e,V.
BarMkirett. Unter kauffleuteu, waarcu umsetzen, vcrste-chen, tausche».
Bckkbe, Baum, Julius Lsrbus , Ein schup-
pigcr fisch, der einen kurtzeu dicken kopff, und etwas rundenleib hat. Er ist den karpen ziemlich gleich, nur nicht so groß.Sein fleisch ist eine verdauliche, nahrhaffte speise, doch mußman nicht zu offt davon essen. Der rvgc» hat die eigcn-schafft an sich, daß er brechen verursachet, und unter sich pur-giret. Schröd.
Bärbel', Ssräe. Eine gewisse art von Pferden in der Bar-barey und Africa, die von schwachem und magern leibe, leich-ten söffen, und deßwegen von säst unglaublichen schnellemlauffsind. Die Afrikanische barbern, als welche von son-derbahrcr gefchwindigkcit sind, werden wie die Windspiele,zum jagen gebrauchet. Man verkaufst sie auch selbst in derBarbarcy und Africa sehr theuer; ja man hält sie daselbst sohoch, daß man ihre abkunfft eben so sorgfältig,wie bey uns dieabstammungc» und gcschlechter grosser vornehmer Herrenaufzeichnet,
Burbler, Balbier, Dcmkor, Bedeutet eigent-
lich nicht mehr, als einen,der vvm bartscheren,Haarschneidenu.d.g. krnkeiüvn machet, wie sie denn anderswo von denwund - ärtztcn unterschieden werden. Unsere barbicrer inTeutschland sind beydes zugleich. Weswegen sie dann auchnicht eher ins amt genommen werden,bis sie von einigen dazubestellten b^oc!iLi8,und von den ältesten ihrer proläsüon cpa-miniret worden, und eine probe oder Meisterstück, welches ineinem Pflaster bestehet, verfertiget haben.Ausser dem ist auchniemand erlaubet diese kunst, nachdem er sie erlernet hat,wo und wenn er will, zutreiben. Denn weil in den städtcnsie durchgchenbs ei» geschlossenes amt, und eine bcschränck-tc anzahl barbici siuben haben, muß er warten, bis er ins amtaufgenommen werde, und eine erledigte barbicr-stnbc durchkauff, crbschafft, odcr heyrath erlange, alsdann ihm frey ste-het gesellen zu fördern, jungen anzunehmen und ausznlebren,u. d. g. Seine Verrichtung ist, das gesteht von allem übcr-flüßigcn haar zu saubern, den bart mit einer leichten Hand se-iend abzunehmen, den zwickeibart aufzusetzen,das Haupt-Haarzu verschneiden, kämmen und krausen, zahne anszurcisscinzuraber zu lassen, Venroul'en zu setzen, auch wunden, schaden3z und