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Allgemeines Lexicon der Künste und Wissenschaften : oder kurtze Beschreibung des Reichs der Natur, der Himmel und himmlischen Körper, der Lufft, der Erden, samt denen bekannten Gewächsen, der Thiere, Steine und Ertze, des Meeres und der darinn lebenden Geschöpffe : ingleichen aller menschlichen Handlungen, Staats-, Rechts-, Kriegs-, Policey-, Hausshaltungs- und Gelehrten Geschäffte, Handthierungen und Gewerbe, samt der Erklärung der darinn vorkommenden Kunst-Wörter und Redens-Arten ... / in gehöriger Ordnung verfasset und mit Fleiss zusammen getragen von einem Mitglied der königl. preuss. Societät der Wissenschaften [=Johann Theodor Jablonski]
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bar das

ches ansehen zu gcben.DieRömer hielten den hart in so hohemwerth, daß sie die ersten haare desselben mir grossen ceremo-nie» dcm^nollo.stuxkei und der Venus zu vpffcrn pflegten.Im gantzcnMorgeulande war eine der grasten bcschimpffun-seu, jemanden seinen bart, auf was weise es auch nur immerseyn mochte, zu verunehren, wie unter andern 2.82m. 10. zusehen. Ja noch jetzo ist bey den Juden ein ansehnlicher bartin grossen ehren. Bey den Türckcn ist der bart ein zeichen derfreyhcit und herrschafft,daher alle leibeigene und dienstknech-re das maul glatt bescheren tragen. -e,Die Persianerbescheren das kiun, halten aber viel auslange starcke knebel-barte. 0 /^. Die Tsinescr haben einen sehr dünn gesaeten,und darneben knrken schwartzen bart. Neichof. Die Spa-nier haben ehemahls die verbindlichste bethenrungcn bey ih-rem barte zu thun pflegen. Die Teutschen und die meistenEuropäischen vbleker haben zwar den bart vor eine männlicherierde jederzeit gehalten, sind aber darin» keines wegcs soabergläubisch gewesen, daß sie um deswillen ihrer reinligkeitund commodität etwas hätten abgehe» lassen wollen, Meßwe-sen sie sich seither geraumer zeit nach eigenem gefallen denbart entweder gantz, oder bis auf etwas weniges, so als einkleiner stutz-bart stehen bleibt, abnehmen lassen. Wenn manangefangen hat die bärte abzuscheren, solches kan man eigent-lich nicht wissen. Doch ist gewiß, daß die Griechen schon zureiten -llexLiläsr» ocs grossen ihre bärte haben abnehmenlassen. Bey den Römern ist diese weise wo nicht eher,doch ge-wiß nicht später ausgekvsilen.Und von unsernaltenTeutschenbezeuget , daß sie ihre bärte schon zu seinen zeiten be-schnitten hätten. Die wciber haben wegen ihrer kalten na-tur keine bärte, wann man aber dergleichen bey einigen fin-det, so hat man nach der natur- bündiger aiissprnch ein zor-niges und böses gemüth daraus zu schliesscn.

Darr. So wird bey den bergleuten das gepochte erz, welchesim wasch-troge sitzen bleibet, genennet. Bart hcissct auch- bey ihnen das hoch, so die srützcr an die tonnen stecken,und de-mn anschlägcrn in der grübe ein zeichen geben, daß die zah!des treibend voll sey. So nennen sie noch ferner bart,ein siü^hoch, woran späne geschcllet sind, womit das hoch in der grü-be bey dem ftucransttzcn angestecket wird. Schönb.

Bckktscl). Ein tranck, so von dem gemeinen volck in Pohlenlind LittlMm, an statt des biers gebraucht wird. Er wirdaus wasscr, in welchem das kraut baremklau, oder bar-rvury, mit wenigem sauer-teig abgesotten, bereitet, und istin hitzigen fiebern ein trefliches Mittel den durst zu löschen.Schröd.Zc-rn.

lVase, sl-mira, Eine bluts-freun-

din, neniiich des vaters schwester, die den zweyten grad derverwandschafft in aufsteigender neben - linie machet. Groß-bas:,>lmiea Vlanna, des groß,Vatern schwester. Vor-ober-basr oder v 0 r-o b er,a l ke r- b asc,.^ b 2 mim, /en, i 02 Vlsxims,-es vbcr-grvß-vaterö schwester. Diese alle können weder nachgöttlichen noch menschlichen rechten jemanden aus ihrer ab-steigenden vcrwandtschaffts-Iinie heyrathe».

Base, Baase, t.'ouloluiu», So hsissen

auch an einigen orte» zweyer schwester» töchter, die sonstmuhmen genennet werde».

Lrlititcus, Eine art von schlangen,die

man sonderlich in Lgnpten, Lybien, und in dem theile Astica,so Lyreumc-Heiffet/ findet. Sie ist zwar nicht Über einensthnh lang, kan aber doch mit ihrem gefährlichen zischen alleandere thiere verjagen. Ihre färbe ist gelb, hat aufdem kopffedrey hekgläntzende weiffe flecke, fast wie eine kröne anzusehen,weßhalben man sie auch vor längst, wie selbst der nameaus-

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weifet, vor der schlangen könig gehalten. Ihr gisst ist s»starck/daß sie durch ihr bloßes anschauen und anhauchen,nichtnur den menschen, sondern auch selbst andere schlangen solltödteu können. Wie gisitig und gefährlich aber auch diesesthier ist, so findet es doch an dem wiese! seinen gegenstandund meister. Denn man will angemerckt haben, daß, so baldnur ein Wiesel in des basilisken höhle kommen könne,er so fortvon dessen »dein und geruch erstickt. Sonst sagt man vondem basilisken, daß er aus eines neunjährigen Hahnes ey aus-gebrütet werde. Welcher fabeihaffte Ursprung viele» gele-gcnhcit gegeben, nicht unbillig zu zweiffelm ob auch jemahlsei» basiliske gewesen sey? In geheimer deutung ist der ba-silisk ein bild der fünde, bösengesellschaffr, des nerdes, ei-nes durch seine eigene boßheit gestrafften menschen:wiewohl er auch auf eine gute deutung eines grossen undunüberwindlichen muths gezogen wird. L/H.

ÄüH, Imiis konus, L« SsF? Die gründ'

oder unterste stimme in der musst. Man kan dieselbe bey estner vollkommenen und wohl eingerichteten mnsic nicht ent-behren. Der general-baß aber ist die knnst, ein stück aufdem clavir durch alle tone und halb - tone mit denen dazustimmenden vollen griffen durchmachen können, und ist alsodas sundamcnt von der sannen musst. Wer wohl und re,gul-mäßig componircu will, der muß den general-baß noth-wendig verstehen.

Baß-geige, -L- L/oL-, Eine sehr grosse geige mit fünffstqrcken sayten bezogen, woraufman den baß zu Violinen undandern niusicalischen Instrumenten streichet.

Büljck, Lallst, Eigentlich solte das Wort, l'ascba,

ausgesproche» werden. Jngemein ist es ein ehren-nahmebey den turcke», der allen vornehmen ansehnlichen Männerngegeben wird, ob sie gleich keine bedienung haben. Inson-derheit aber führen solchen titel alle vornehme bediente amHof, und bey verarmst und in den Provintzen, die Lands-ver-weser und Commandanten, so geringere bedienten unter sichund den rang nach denen haben. Etliche der-

selben werden Vllst-Lallst genennet, und den LogleideZsgleich geachtet. Die Basse» führen zwey l'ugs oder eh-rc»-stäbe, an weichen unter einem grossen güldnen knopffceinpftrd-schwantz, oder rvß-schweiffangemacht ist. Wenneiner zum Bassa ernennet ist, wird er durch den lstulr-^leiumit paiickeu und blasenden instrumenten in der stadt herumgeführt, und seine'Lug» ihm sürgetragcn.

BckMtte, Ist ein karten-fpiel, so ein gewisser

Venctranischer Edelmann, der aber auch deßhalb des lande»verwiesen worden, soll erfunden haben. Derjenige, der diekarte in Hände» hat, und solche paar weise ausivehletcheis-set railleur, »der bauqujcr > weil er aus seiner dLngne diegewinne an andere bezahlet. Die andern, so auf eine, zweyoder mehr gewisse karten-blätter setzen, werden xoincsurrgenennet. Die erste karte, die der banczuicr aufwehtet, istallezeit vor ihn selbst, die andre aber vor den poüwenr.,Die-ses spiel, damit es recht gespielt werde, hat feine eigene re-guin, die man hin und wieder gedruckt findet. Vormahlsist es nur unter Fürstlichen Personen, Hof-bediente» und vor-nehmen Lrvrlllers gebräuchlich gewesen,nunmehr aber ist esauch unter die, so von geringerm stände undvermögen sind,gekommen. Weil es aber unzehlbare schaden, Unordnun-gen und Unglücke nach sich gezogen, ist es fast aller orten ver-schiedentlich zwarscharff verboten, aber noch nie recht un-terlassen worden. Lemper verLliltur Lc tcmxer rerincbimr.

Baßist, öLr^püunus, ürLvicLiws, LaFv. EiNst der denbap, oder die unterste stimme singet.

Bassem,