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Allgemeines Lexicon der Künste und Wissenschaften : oder kurtze Beschreibung des Reichs der Natur, der Himmel und himmlischen Körper, der Lufft, der Erden, samt denen bekannten Gewächsen, der Thiere, Steine und Ertze, des Meeres und der darinn lebenden Geschöpffe : ingleichen aller menschlichen Handlungen, Staats-, Rechts-, Kriegs-, Policey-, Hausshaltungs- und Gelehrten Geschäffte, Handthierungen und Gewerbe, samt der Erklärung der darinn vorkommenden Kunst-Wörter und Redens-Arten ... / in gehöriger Ordnung verfasset und mit Fleiss zusammen getragen von einem Mitglied der königl. preuss. Societät der Wissenschaften [=Johann Theodor Jablonski]
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bec bee

solches verkauffen, sondern auch andern hauß-wirthen ihrenteig answirckci», sonnen, und vor eine gewisse gebühr in sei-nem oft» backen zu können. Wer der erste kecker gewesen,davon haben wir zwar in den Historien nichts zuvcrläßigeS,doch wissen wir daraus so viel, daß solche UrotellMn sehr altseyn müsse, weil des brods und buchen schon zu Abrahamszeiren in heiliger schrisst gedacht wird. So gedencket selbigeauch eines Hof-beckers des Königes Pharao. Die fabelhaff-tcn heyden machen ihre korn-gottin Leres zur ersten erfindc-rin des backens,welches daher von ihnen so hochgehalten wur-de, daß, wie uns die alte geschichte versichern, das backen derKöniginnen und anderer hohen standcs-persvnen arbeit ge-wesen. Nun aber ist das backen ein eigen handwerck gewor-den, und werden die kecker in Deutschland mchrentheils nurin kuchen-fast-und lvß-kecker getheilet. Der backer rührtden teig ein in dem baektro«, knatet ihn mit einem knüt-scheid, oder mit den Händen,an etlichen orten mit den füffen,wenn er wohl durchgearbeitet,macht er brvdte oder laibe dar-aus, von allerhand gestalt und grosse, und wenn der back-ofen gehcitzct, dasfeuer mit der ofen-krücke heraus gezo-gen, und der ofen nnt dem ofen-wisch ausgekehrt, schießtoder schiebtet auf der sich aufsei das brod hinein, setzt denofen zu, und lässet ihn also stehen, bis das brod gar gebacken.

Lecuire. Ein fisch der von gestalt unserm hechte gleichet, sehrreissend ist und nach menschen-fleisch trachtet. Sein biß istgisstig, und schwer zu heilen. Er wird bis 4. eilen lang, undhält sich häufig um die Amerikanische Inseln auf. Kacde/

Bedachet. Das hauß eines schildes oder wapens nennetman bedachet, wenn dessen dächer besondere färben haben.

Bedeckt, Besetzt, Beladen: lneurnbeure alis b§urr.In der hervlds-kunst, wenn eine figur über der an-dern gleichsam heriieget, oder der untersten figur spitze» einwenig bedeckt. Hv».

Bedeckter wetz, LbemÄ eo»rert. Indcrb'orriiicstion, einverdeckter gang auswendig um den graben, der z. oder vierruthen in der breite hält, und mit einer brust-wehr verbauetist, welche bis 8. fuß hoch , und deren abdachung sich in dasseid verlichret, welches die Lchlaiwäs genennet wird. Dasbancket der brustwchr muß hoch genug, und so breit seyn, da-mit räum genug sey, die palisaden daraufzu pstantze». Die-ser theil einer festung muß zum ersten erobert werden, weilsonst dem haupt-wcrck nicht wohl beyzukommen, und weilman ihm mit stücken nicht schaden kan, so machet er dem fein-de viel zu thun, in dem er entweder mit stürm, so aber inge-mein viel volck, oder durch sappiren, welches viel zeit kostet,bezwungen werden muß.

Bedeckung, In der kricgS-bau-kunst, was mit

aufgewvrsscuer erden, oder mit schantz-körbcn, oder mit einerblossen biendung aufgeführet wird, gegen das gesichr oder ei-nen aufall des feindcs sich von der feiten zu bedecken,

Bebillg, kolkulonnn, Heisset in

der Vlrrbemsrilzut.-dasjenige, was man als eine ungezweif-feire Wahrheit voraus setzet,wciles mit gründe nicht kan ge-leugnet werden. ÄM-m.

Beecket,wird in dcr waven-kunst gesagt von den creutzcn,wenu an deren enden noch länglichtc figuren aus den eckenoder wmckein hervor ragen. s. Lreuy.

Beer, Ein dämm, wodurch das Wasser in einem

vestungs-grabe» >,ufaU!alten wird.

Beer, l-Lec», l-'a.-s, L,/». Die frucht von gewis-sen bäumen und vfimii eu, so in gestalt wie körner wächst, alsdie torbecr, wucholderbeer, crdbeer, n. s. w.

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Beerlckp, Güotel-krar»t, Haarschar tteunheilMuscusrerrelkris. Ein rundes mvsichkes Wald - kraut, so sich mitkleinen weißen fäsergcn an die erde oder felsenfest anhengct:Es breitet sich öfftcrs 6. und noch mehr ellen aus. Im Ju-nis tragt es gelbe runde zapffcn, die fallen aber ohne frucht ab.Bcerlap in wein gesotten, und davon getruncke», zertheiltund führet den stein ab. Schrob.

Behrbrcn. Wird genannt, wann die berg-beamte in diegrübe einfahren, dieselbe in angenschein nehmen, und der be-schaffenheitsich erkundigen. Schönb.

Nach der Türckischeii aussprache ist das erste recht,das andere falsch. Leg heisset ein Herr aus Lürckiseh, und»stein ehren-name, der geringeren Landpflegcrn gegebenwird. Jusonderheit werden die Lürckischcn Statthalter zuAlgier, Dunis und ck'ri;-oIi also genennet.

Bemee, Begierltchkeir, ?lpper»r, ^pxerlms, Ol-ch-, Istdie natürliche eigenschafft einer jeden belebten creatur, wo-durch sie dasjenige, was ihrer natur und wesen angenehm,gut und nützlich zu seyn scheinet, verlanget. Diese ber;»er-maß mit 0cm willen des mcuscheu nicht vermenget werden,wcilsiebioß von der sinnlichen cmpfindlichkcit entspringet,und also auch den thieren angehöret, der Wille aber eine krafftder vmiünfftigen seelen istSie ist ihrer natur nach nicht böse,sondern vielmehr gut,weil sie vonGott einem jeden lebhafftengeschöpffancrschassen, und zu dessen erhaltung nöthig ist; siekan aber bey dem menschen leicht böse und sündlich werden,wann sie sich wider die vernunfft auflehnet, und entweder dieordnung oder das maaß überschreitet,oder keinen unterscheidin denen dingen,so sie begehret,halten will. In einem engerenverstände bedeutet appetit das natürliche verlange nach speißund tranck, welches nicht so wohl «vn dem saugen der ausserntheile, dessen fortgehendes zucken bis in die Icbcr und durchdieselbe in den magcn reichen soll, wie einige wollen, sondernvielmehr von dem Mangel des nahrungs-saffts in denen ihmbestimmten gcsäßen,wodurch dieselben schrumpffen,entstehet.Ein Iinnwtiirlichel-appetit, oder Inst zu solchen dingen, diecntwcdergar nicht zu essen dienen, oder bewandten umstän-de» nach schädlich sind, ist entweder eine kranckhcit, die ihreabsonderliche Ursachen hat, wie bey schwanger» weibern, odereine regnng der natur, die aus verborgenem trieb empfindet,was ihr heilsam ist, und sich darnach sehnet, wie bey denen, somit dem fiebcr behafftet/da man offt siehet, daß, wenn sie sol-che ihre lufi, z. e. nach Heringen, saurkraut, milch, u. d. g. zubüffen gelegenheit gefunden, sie unvermuthet die gesundhcitwieder erlanget-

Begleitet. Wenn die chren-stücke in einem wapen nochandere figuren bey sich haben, so nennt man sie begleitet.

LeAlerkeA, (Herr über ändere Herren ) Ist der titel ei-nes Stadthalters einer grosse»» lanvschafft, derer ehemals 28.gewesen, durch die letzte Ungarische kriege aber sind derer et-liche ausgegangen. Fünff derselben haben zugleich dentitelVlllr, d. i. Rath, und führen drey Dug vdcr rvß-schwc»ffe,dieübrigen aber nur zwey. Die fünffvorgedachken sind die vondlorolien , Usb^lon, Oiüo, Kuinelieii , und Dien. Dieandern nehmen ihren rang nach der zeit, da die landschafft,welcher sie vorstehen, unter das Türckische jvch gekommeir.

BcbckltNlssz, Loredro. ZL»/er-^Bedeuket bey den jägern ei-nen dicken morastigten orr, darinn sich das wiidpret gerneaufhätt.Ijaadw.

Befchlcraen, Oolsre» sscirre.

K z Wird