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ein. Welche pstäntzgen man mit möglichem fieiß wartet,unbein oder längstens zwey jähr dämm stehen lässet. Woraufman sie alsdann in die grosse versetzet. Diese grosse eigent-lich also genannte baum-schnle wird aus der kleinen ange-bauet. Ihr crdreich muß gelinde und milde seyn, damit diezarten xfläntziein bald wurtzeln mögen. Die Versetzung ausder kleine» in die grosse bauin-schnle geschiehet gemeiniglichim herbst bey gutem wetter. Bey dem einpflantzcn schneidetman ihnen gerne die halbe wurtzel ab. Im frühling putzetman sie mit den fingern sein behend aus, und lässet ihnennicht mehr, als ein äuge. Das land, worinn die bäumlcinstehen, muß im herbst, frühling und im sommcr zweymahlumgehackt werden, doch so, daß den wurtzeln kein schade ge-schehe. Wenn dieses alles wohl wird in acht genommenwerden, so wird man schon im vierdten jähre die pflantzenzum pfropffen gebrauchen können. Elsh.
Baumwolle, Oolls-pium, Ldrro». Ein gewächs, so an denmeisten orten in Asien, Aftiea und America, auch in Europa,auch aufCandia und in Apulien wächst. Es ist zwcyerley.Das eine ist ein strauch, bis 4. fuß hoch, mit einer röthlichenrauhen rinde bezogen. Seine zweige sind kurtz, die blätter«n grosse und gestalt den wcin-oder ahorn-blättern gleich, dieblüthe ist gelb, und in der mitten purpur-färbig, aus dieserwächset eine Haarrichte frucht in gestalt und gröffc eines apssfcls, die,wenn sie reiff,sich von selbst aufthutmnd den saamen,der den cubebcn sehr gleichet, in zarter, wciffer wollen einge-wickelt sehen läßt, alsdcnn sie abgelesen,die wolle gesammlet,und zu mancherley gebrauch, theils roh, theils gesponnenund gewebt angewendet wird. Aus dem saamen wird einöl gemacht, das alle stecken im angesicht wegnimmt. Diebaum-wolle zu puiver gebrannt und in die wunden gestrcuetsoll alsobald das blut stillen. Die andere art wächst aufeinembäum, dessen blätter etwas zarter, als die ersteren, die wolleaber nicht so fein ist. In Brasilien werden dreyerley artendieses gewächscs, davon die wolle an güte und im gebrauchunterschieden, angemercket. Nach Tsina ist das gewächs«us Persicn,allwv cs in grossem Überfluß angetroffen wird,überbracht, und glücklich fortgepflautzet worden. .tÄ/ ^0hb.
Baut', Ackermann, irulkicus,Ist einer,der aufdem lande wohnet, und den acker bauet, so daß er seinen gäntz-lichcn lcbens-uuterhalt vom feld-bau haben muß. Diejeni-gen baurcn.die so viel acker haben, daß sie Pferde oder ochsendrauf halten können, werden Hühner oder anspännen ge-nannt : die aber aus Mangel gnugsamen ackers kein zug-viehhaben, die hcissct man kottsassen, oder hand-fröhner,weilsie ihrer obrigkeit Hand-dienste thun, dahingegen die anspän-net zu wagcn-diensten verbunden sind. Es ist aber der bau-ren-staud nicht nur der «Uernützlichste und nöthigste stand,sintemahl ohne demselben das gemeine wesen keineswcges be-stehen wurde, sondern auch der allcrälteste. Denn von Adam,dem stamm-vater aller menschen, und von seinen nachkom-men sagt die heilige schriffk, daß sie den acker gebauet haben.Ja selbst die heydnischen seribentc», denen Mosis schrifftennicht bekannt gewesen, zeugen von dem uralten herkommendes bauren-standcs. Denn ob schon einige derselben so weitins alterthum zurückgehen, daß sie die götti» Ceres vor dieerfinden» des acker-baues halten, so müssen doch die meistengestehen, daß sie den rechten ansang und Ursprung Nichtwis-sen. Weßwegen dann auch bey den alte» Römern derbauren-fiand in so hohem werth und ansehen gewesen, daß sie nichtnur den ältesten adelichcn familicn ihrc zunamen vomackcr-baugegeben, sondern auch selbst ihre höchste obrigkeit, alsfeid-hmen,burgermeister nndOlätawres aus dem bauren-
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stände erwehlet haben.Welchen doch dieser ihr erster stand sowol gefallen, daß,nachdem sie ihre ämtcr rühmlich ausgefüh-ret,sie sich alsobald wieder zu demselben begeben, und sich alsonicht gcschamet haben, den sceptcr und regiments -stab miteinem schlechten pflug-ßccken zu vertauschen. So ist es auchmächtigen gewaltigen Königen und Käyftrn keine schändegewesen , ihre Reiche an andere frcywillig abzutrctten, undsich zum ackcrban/und dadurch gleichsam in den bauren-standzu begeben. L--/0L/.
Bedltt's^, Ocliucario, Es sind der bau-rissc vor-
neinlich drey: der Haupt-oder gr»nd-riß, der aufrrß,und das Profit oder durchschnitt, derer ein >eder seine» be-sonderen nutzen hat. Denn wenn die risse gnr und richtig,können die bau-leute bey aufführung des gebäues sich darnachrichten, und die sonst besvrgliche fehler meiden. Sturm.Ein mehrers s. unter Rist.
Ist dasjenige zusammen gelegteleincn-zcug, weiches die wund-ärtzte in die gelencke oder un-gleiche örter am leibe legen,damit die binden darüber desto fe-ster mögen gebunden, und so die wunden desto besser zugehal-ten werden können. So legt man z. e. in die knie-beuge ein»CvmprtNlr, wenn man eine wunde ausder knie-scheibc hat.
Lnrar. Ist ein Arabisches Wort,so bey den Morgen-ländern in-gcmeiii einen iiiarckt, und sonderlich bey den Persern einesehr grosse, breite, lange, und aus nichts denn kram-gewöibenund kauffmanns-läden bestehende straffe bedeutet. OL-s--.
Bdeümm. Ist nach der meisten Meinung ein durchschei-nendes, siarek-ricchendes, bitteres hark, so aus einem bäume,den man in Arabien und Indien findet, heraus fliestet. Die-ser bäum ist fast so groß, als ein ölbaum, er ist an stamm undzweigen stachlicht und schwartz, seine blätter sind unsern eich-blättern, die frucht aber den wilden feigen gleich. Das hartzvon diesem bäum wird in den apothccken zu unterschiedlicherniedicin genommen. Schrob.
Beck. Ein Englisches gewicht, damit man trockene fache»wieget, hält 2. L»l!on§ oder 16. Englische Pfund.
Beekett, l'elvis, S4S-». Eine entweder vo»zinn,kupffer,meßing, silbcr oder gvld zu mannigfaltigem gebrauch ge-machte liesse schüssel-Dergleichen bcckc bediente man sich son-derlich bey den vpffern, selbst im levitischen gottcsdicnst, wieim 2. B. Mosis z8. und bey demEsta -.v.§. zu schcn.Die Hey-den brauchten auch der becken bey ihrem göken-dienst, undbey ihren Wahrsagungen pflegten sie ein becken mit wasser, öloder wein anzufüllen, darin» sie, wie in einem spiegel das zu-künfftige zu sehen vermeinte».
Becken,Velvisch'a^.Die triehter gleiche hölc an dem mensch-lichen leibe, wo das hüfft-hcilige-darm- oder schaam-bei» zu-stimmen gehen, wird in der anatomie das decken genannt.Bey den weibern ist es grösser als bey den Männern, welchesihnen in ihrem gesegneten stände und gcbähren sehr zu nutzenkommt, die hole in den liieren, wo die Harn-gange ihren an-sang nehmen, bat auch öffters diesen «amen. tL/w.
Becken-schläger. Ein handwercksmaim, der nicht nur becken,sondern allerhand andere gefässe, aber nur aus meßing, undsonst keinem andern mctall sauber verfertiget. Es ist kein ge-stchenckt handwcrck, sondern wird mit unter die gesperrtegezchlet.Die becken-oder meßing-schläger halten es gemeini-glich mit den meßlng-brcnnern.
Becker, Bäcker, lüilor, pLnitex:
Ein handwercks-mann, der von der sämclichen bcckcr-zunffteines vrtes berechtiget worden, einen backofen zu halren, umnicht nur selbst allerhand brvd und semmehwerck backen und
solches