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Allgemeines Lexicon der Künste und Wissenschaften : oder kurtze Beschreibung des Reichs der Natur, der Himmel und himmlischen Körper, der Lufft, der Erden, samt denen bekannten Gewächsen, der Thiere, Steine und Ertze, des Meeres und der darinn lebenden Geschöpffe : ingleichen aller menschlichen Handlungen, Staats-, Rechts-, Kriegs-, Policey-, Hausshaltungs- und Gelehrten Geschäffte, Handthierungen und Gewerbe, samt der Erklärung der darinn vorkommenden Kunst-Wörter und Redens-Arten ... / in gehöriger Ordnung verfasset und mit Fleiss zusammen getragen von einem Mitglied der königl. preuss. Societät der Wissenschaften [=Johann Theodor Jablonski]
Entstehung
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8s der

legenheit sie ihre 8 canita,?i ivileAici.ordnungen rc. nachsehen,ob und wie darüber schalten worden, erkunde», und die be-findliche Mangel verbessern.

Berg-knappfthaffrs-schrclher. Der schreibet' beym bcrg-amt,dcrdiebüchftn-pftmiige, und was zur knapvschafft ge-höret, zu rechter zeit einfordert und treulich berechnet. Ermuß auch die ailmoscu vor die berg-armen besorgen.

Berg-kübel, berg-körbe. Ei» gefäß, darinnen das crz ausder grübe gefordert wird, und sind i.r. auch;. mannischc-bel. Die berg-kübel werden schock-weisc gefördert, und 5.schock zu einem treiben genommen.

Berg-lauffen. Das gewonnene Mein in einem kam aufdie halte lauffcn. Lt-övS.

Bergleute. Werden alle die genannt, so beym bergwercke zuthun haben, es sey in der grübe, mühten, Hütten, oder anders-wo. Die bcrglcute, sagt man, halten sich an die luffr,wann sie nur die halten ausklauben, und nicht ins tiefste kom-men.

Berg-losung. Sind weite räumen in gruben, darein man dieberge, so entweder aus verschramm kommen, oder von nach-geschlagenen gängen ausgeschossen werden, setzen kan, daßman sie nicht zu tage ausziehen darf. Lrr-av.

Bergmann. Berg knappe. Es wird zwar insgemein ein je-der, so in der grübe arbeitet, oder leder trägt, ein bergmanngencnnet; eigentlich aber ist nur dieser ein bergmann znnennen, der sich auf allerley gestcin und erz,auf eines jede» ge-birges natur, aufdcrgängc würckung und Nahrung wvhlver-stchet, und dergebaude anzustellen, und knnste recht zu bauenweiß. RLßl.

Berg-inännleiN/Eablltzer/Bergmönche/Vii-uncuIllsML-

criticus. Isidasgespenst, so sich, nach der berglentc aussage,in den bergwerckcn finvcn, und ihnen zuweilen forderlich,zu-weilen aber sehr schädlich seyn soll. Einige rühmen sich,das-selbe, vermittelst eines aussieben metallen unter demxrelz aller planeren gegossenes glöckleins beruffen zukKnneil.DüeoplirLÜus thut eines solchen glockleins Meldung, der-gleichen in derKayserl. kunst-kammer befindlich seyn soll.

Berg-meister, luxliunruinblogilltu-, Ist

ein bedienter, so an statt des lehns-herrn zechen verleihet, unddas ganse bcrgwerck richtet. Er muß den Lerg-bau bestcr-masscn befördern, die klage-sachen bald zur cndschafft brin-gen, und die gruben mit treuen und fleißigen «rbcitern bele-gen. Der berg-meisier muß das marckscheiden wohl verste-hen, und gcireral-mappen vom gebürge verfertigen kön-nen. Rößl.

Berg-parthe. Ist fast wie ein bcii, nur daß es etwas dünner,und oben mit einer langen stützen ist, hat einen mit bei»zierlich ausgelegten Helm, dieses tragen die bergleute zumzjerath.

Berg-safft, Xlincrrls, So nennet man saltz, Vi-

triol, salpetcr, schwcfcl, alaun, borras, u. s. w.

Dergsihrcht. Ist, wann ausser der ordentlichen schicht diearbeitcr bey der weile die berge austasten in der gruben setzen,und aufräumen.

Beogschüßig er-;. Ist, wenn berge oder gestellt in erz einge-sprenget ist.

Berg-se,le. Sind theils eiserne, theils hänffene seile, damitdie tonnen und kübels in die schacht gelassen, und mit demHaspel odergöthel heraus gezogen werden.

Bcrgsucht. Ist eine bergmännische kranckheir, die, weil sieeine arr von der lungensucht ist, grosse engbrüstigkcit vcrur-sachel. Ihren Ursprung nimmt sie eigentlich daher, wenndie berg.leute vor kalten dämpssgen orten arbeiten, da sichdaswechcr »ichs ändern kan, oder vor allzutrvekeiien orten,

bee

auf festem gestein, da sie viel staub in sich ziehen müssen.

Berg-tal«. Ist eine berg-art, wie katzen-stlber, glantzt feinund ist fett wie sciffe. Rößl.

Berg-theil, s. Ruckus.

Berg-trog. Sicht fast aus wie eine mulde, und ist dazu, daßman berg oder erz darein fülle, und damit in den karn und-belstürtze. örüeüK.

Bergwerck, bckerLUikocllnL, Sind diejenigen ortet,da man nach erzen, metallen, Mineralien oder köstlichen stei-nen zu graben, schächte scncket, stellen treibet, schürfst wörf-set, und wo derer etliche oder viel gebauct, und da in einemtliilriäl erzc gewonnen werden. Man legt nicht gern einbcrgwerck auf ebenem flachem ftide an, weil man daselbstnicht nur feiten erz, bald aber waffer findet, sondern auch daswasscr nicht leicht und wohl abführen kan. Dahcro man ge-meiniglich aufderr gebürgcn die bergwercke anbauet,als wor-innen die Metalle häuffiger liegen, und von der sonnen besserkönnen bereiter werde». Ob nun zwar selten ein berg ohneer; oder minern ist, so schlagt man doch daselbst nicht gerneher ein, bis man gnugsame anzeigung der darin verborgenenschätze habe, damit man eine so kostbare und mühsame ar-beit nicht vergeblich und mit grossen schaden darauf wendendürste. Es halten aber die berg-verstandige vor unzweiffel-haffte und untrügliche zeichen eines minern- oder erz-reichenberges, wann sich auf der spitzen oder feite desselben blaue undgrüne dünste, marchasiten oder andere schwere Materien se-hen und finde» lassen. Auch pflegt man gern acht zu geben,ob die nebe» solchen bergen her- oder durch derselben tha! erflicffenden bächc im gründe lliarchasiren,und siückgcn erz,odersonst metallische tinetnren führen; als wornach man danngar leichte urtheilen kan, wie die daselbst vvrhandcue minernmöchten beschaffen seyn. Gemeine, doch aber auch gewisseanzcigungen der Mineralien sind,wenn viel quellen aus einemberge hervorstießen, deren waffer eine» mineralischen, das ist,entweder einen herben, bittern, oder aber lieblichen, reinengeschmack haben. An welchen wässern man auch über demnoch dieses bcmcrcket, daß sie im winter !au, im sommer abergar kühle sind. Wo sich dieses findet da ist gute Hoffnungdaßdasgebürge erz-reich sey, und zwar wird man in dieserHoffnung noch mehr gestarckct, wenn ausser allen denen miritzt erzchlten anzeigungen der berg gantz steinigt und kahl ist,daß wenig oder gar keine erde, bäume oder gras daraus wäch-set. Wo man nun solche vortrcstiche kennzeichcn eines rei-chen erz-gcbürgcs antrifft, daselbst kan man nur sicher einbergwerch wo es sonst die übrigen umstände und beschaffcn-heitcn des ortcs zulassen wollen, anlegen. Denn es ist nichtgnug,daß mau an einem solchen vrt z» bauen ansängt,sondernman muß auch zusehen, ob man zu fortfttzung des berg-baucsdas dazu bendtbigtc hol« und Wasser übcrstüßig haben könne;denn ohne diese kan man weder mit dem bcrg-bau glück-lich fortfahren,noch die dazu gehörige hüttcn-wercke anlegen.Findetsich aber alles dieses bey einem orte, so kan man da-selbst mit sticht geringer Hoffnung einer reichen ausbeute einvollkommen bcrgwerck angeben. Nur muß man alsdcnndem wercke getreue vernunfftige und berg-erfahrne leutevorsetzen, die nach einer verfaßten guten bcrg-ordnung denbau mit treuflcißigen berg- ertz- und gestcin- verständigen ar-beitet» belegen, und desselben aufnahm und a - achs anfalleweift selbst befördern hclffcu. Wenn nun also ein bcrgwerckdergestalt bestellet ist, so kan nichts anders als grosser reich-thum und fegen des landes daher erwartet werden, bevvrabwann das gebürgt sehr erz-reich ist. Denn mehr alle berg-wercke haben gceiches oder gleich- gutes und erz- schweres ge-stein,