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Allgemeines Lexicon der Künste und Wissenschaften : oder kurtze Beschreibung des Reichs der Natur, der Himmel und himmlischen Körper, der Lufft, der Erden, samt denen bekannten Gewächsen, der Thiere, Steine und Ertze, des Meeres und der darinn lebenden Geschöpffe : ingleichen aller menschlichen Handlungen, Staats-, Rechts-, Kriegs-, Policey-, Hausshaltungs- und Gelehrten Geschäffte, Handthierungen und Gewerbe, samt der Erklärung der darinn vorkommenden Kunst-Wörter und Redens-Arten ... / in gehöriger Ordnung verfasset und mit Fleiss zusammen getragen von einem Mitglied der königl. preuss. Societät der Wissenschaften [=Johann Theodor Jablonski]
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der

stein, sondern einige führen gold, einige Wer/ einige kursser,zimi-und eisen-stei», ja einige bringen nur blosse berg-arten,die dennoch offtermahls sehr auslräglich sind/ und die dcß-falls angewandte mühe und ausgestandene gefchr reichlichbelohnen. Wer zu erst die menschen gclchrct habe denen sotiefverbvrgenen schätzen der erde nachzuforschen und sie ausder entsetzlichen liesse der miter-welr heraus zu holcri/ solchesist uns zwar eigentlich nicht bekannt/ gewiß aber ist es doch/daß die heilige schrifft schon vor dersündfluth des Thnbal-kaili / als eines mcistcrs in erz und eisen - wcrck gedencket.Auch ist unser Europa nicht nur so glücklich viele herrlichebergwercke zu haben/ sondern Ost- und West-Indien kan sichhierin» eines weit grösser« glückes und seegens rühmen.Denn daselbst giebt es die reichsten gold-und silber-gruben/die aber von den auslandcrn nicht unbesucht bleiben. Bcrg-rvercke anlegen steht niemanden als der höchsten Lands-obrig-keit zu; oder demjenigen/ den sie damit belehnet. Daher ihrauch der zehcnde und der verkauf von allem gewostenen metallgebühret. Es »siegt auch wohl ein Landes-Herr, wenn er selbstnicht den Verlag zum bergwercks-bau hcrschiessen will durchöffentliche patente jedcrman einen freye» schurffen zuzuste-hen, daß nemlich ein jeder fug und macht habe, wo er wolle,nach berg-arten zu graben. Nur vorher» muß er den ort,wo er einschlagen will, von den berg-mcisiern mutheu, undsich einen gewissen räum, der gemeiniglich 42. lachter in dielänge, und 7. in die breite, oder au flachen orten 42. lachterins gcvierdte zu seyn pfleget, zuschreiben lasse». Dieser ortmuß alle quartal wieder gemuthet werden, wann es aber un-terbleibt, so fallt er über ein jähr ins freye; so daß ihn ein an-der sich kau zuschreiben lassen. Von bcrgwercks-rcchtcn ha-ben geschrieben Seb. Span in 1pec»Io ZiotLlllcl.Balth. Rofllev in chcaul» XlecLliurgl^ polieitlimo. s.auch Seckend. Was sonst bey bcrgwerckcn zu be-obachten sey, und wie ihre natur und wesen, oder wie alles,was dazu gehöret, und davon abhängig ist, beschaffen seynmüsse, davon verdienen vor andern gelesen zu werden -H- ,-c-o/s, sie re b/lerallica; Laieprs oderBerg-postill;

Euckeu iu ^.ulL LubterrsiieL; bericht

vom bergwercke. In Tsina gibt es viel gebürge, so unfehl-bare anzeigen geben, daß sie erz-reich sind. Es ist aber durchdie Reichs-gesetze verboten daran zu arbeiten, und sagen dieLsincser, des menschen leben sey köstlicher als das metall, umdcssenwillenes durcheilte so mühsame arbeit in gefahr ge-setzt werden mäste, Vteuhof.

Berg-zinnober, s. Zinnober.

Beriü , Gsld-berill: Lerchlux, Ser/ 7 . Ein durchsich-tiger edelstein, so aus Indien kommt. Er hat eine bleich-grüne färbe , welche die rechte sce-oder meer-grüne zu seynscheinet; daher dann auch Plinius saget, daß er wie ein aaloder meer-wasser aussehe. Man schneidet diesen stein ge-meiniglich mit vielen ecken darum, damit er durch derselbenwiedersehen« mehr lcbhafftigkeit und glantz bekomme.

Gold-Berill, cikrch'vbt-echl'.is. Ist eben der art wie dervorige, nur daß er mehr in die gold-farbc fallt. Dieser steingestosscn und getrunckeu ist gut wieder das auffressen des ma-sens, schweren husten, schwachheit der lcber, und trieffcn-den äugen.

Berme , Ist ein kleiner kaum z. biß 4- fuß breit,

aussen am fuffe eines walles, von ende herum, zwischen derBöschung und der Llcarpe oder Rand des grabens.

Lernucle, s. Baum-gans.

Bernstein, s.Agtstein.

LerschÜNZ, s. Barsch.

ber des 8;

BerträM-WUrnel. Eitle spannen-lange, finger dicke,und schlechte, glatte, schwärt-liehtc wurtzel eines krautS, soBertram,Spe:che!-w>iutz/II-rckl>ruin,?)>-veö,/-gciia!Ultwird. Diese wurtzel hat eine scharsse anziehende krafft, da-her uian sie für das zahn-wche in mund zu nehmen »siegt;Sie ist gut wieder alle kalte feuchte gebreche:«/ fallende sucht,Haupt-flüsse, schwinde!, u. d. g. öio-rtb.

Bescheid, s. Abftheid.

Bescheidenheit , Ickolleftlr, ^loäcrarlo,

Eine tugend, welche darin» bestehet, daßeiner von sich selbst und von andern vernünftig halte und ur-theile , und kc iuem zu wenig noch zu viel beylege. Also ent-stehet sie aus einer gerechten Vermischung, der großmüthig-keit,der gereckkigkeit und der demuth.Das fundament dersel-ben ist eine richtige crkänntniß sein selbst, und gegcn-haltungmit anderen, woraus erfolget, daß mau nicht mehr von sichhalte, rede und andere reden lasse, sich keiner höherer titul,anschens,a»fwaiids und äußerlicher aufführung anmasse,kei-ne höhere anschläge mache, als sein gegenwärtiger zustand,beschaffcuheit, und vermögen, nach dem «naß der Vernunft-derbilligkcit, des herkomiucnsund dcs Wohlstandes, lcydetund crfodcrt, und dem zufolge sich gegen jederman erweiset.Die frucht dieser tugend ist, ruhe und Vergnügung bey «hmselbst, liebe, ansehen und Werthachtung bey andern. Wie diesetugend auch Könige und Fürsten ziere,und von ihnen soll grü-bet «vcrden, lehret vortrefflich. Seckend.

Beschicken, Alligit-eii. Ist, wanndie schlamni-schll'chi-ge ertzc von dem fchmcltzer mit klein gepochter iiasser giötheoder rohstem vcrinischt werden, damit sie nicht von dem star-ckcngeblase aus dcm ofen gestoßen werden. Roßt.

Beschlag, Arrest: ZshL. Wenn guter, waarell oderHaus-rath um schulden oder verbrechen» willen in gerichtli--ehe gcwarsam genommen ; Jmgleichen, wenn die in denhaftn liegende schiffe angehalten werden, solches heiffet, dieschiffe oder güter beschlagen oder in beschlag nehme».

Beschlagen. Heiffet bey den zimmer - lenten das bau - holnbehanen, daß es viereckt werde.

Besiblage-zange. Ein IMrumem. worinn man die thalerfasset, wem« «na» sie rund machen will.

BesthneidunZ, Lircumcilio, Diejeni-

ge eereinonit.- der Jude», welche sie ihrer eittbildung nachals sonderliche Abrahams-kindcr auf den dein Abraham vonGOtt gegebenen bcsehhmit eiuc«n »eu-gebohrncn und gesun-de« knäblein am achten tage, nach seiner gcburth, denn diekrancken beschneidet «««an nicht eher, als biß sie wieder ge-sund worden, und die todten, wenn sie begraben werden, ent-weder zu Hause oder i» der schule vornehmen, und darin«, be-stehet: Daß dcr beschncider, welchen sie Mohel nennen undan der beyden daumen langen scharffen nägeln leichtlich er-kannt wird, nach vorhergegangenem gebet und vielen wun-derlichen ceremoniei« in gegenwart der gevattcr» und ande-dercr uinsiehenden, dem auf des gevattern schooß liegendeilkinde das sorderste spikgen der haut seines gemechrleins «niteinem scharffen Messer abschneidet, solches wegen der deinAbraham geschehenen Verheißung von Vermehrung seinessaamens, wieden fand an meer, in eine mit fand gefüllteschüssel wirfft, die wunde mit wein auswäscht, das blut «nitdem mund: vollends aussauget, und so bald es sich etwas ge-stillet, die beschnittene haut «nit den beyde» scharffen nägelnseiner damne etwas aufreißet, solche mit öle bestrcichet undbindet. Wann diß geschehen und der vater des kindes gebe-tet, auch die Versammlung ihm geantwortet hat, so nimmtL r der