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etwas anders gebracht und gcfttzet wird, sagt man daß der«örper sey bewegt worden. Denn von sich hat keine Materiedie kraffi weder sich selbst, noch etwas anders zu bewegen,dadero ihre bewegung allezeit durch dergleichen etwas,was beydes sich selbst und andere dinge bewegen kau, ge-schehen muß. Dieses nun ist entweder ein immateriali-sches wescn, als GOtt, und alles was ein seist ist, die alledurch ihren willen einigen cörpern eine bewegung eindruckenkönnen; oder aber eine gar sehr subtile Materie, welche de-nen natur-kündigem Lrker, die lufft Heister, die GOttdurch die gautze weit ausgebreitet, und von ansang der er-sckaffnug die bewegung ihr unmittelbar mitgetheilet, wel-che sie auch unverändert nach dem willen ihres Schöpffcrs be-halt und fortsetzet. Diese subtile Materie, weil sie rechtrund um unsere erde gehet, übet ihre bewegungs krastt gegendieselbe als ihren mittel-vunct, und gegen alle die daraufbefindliche cörper unaufhörlich aus; Und diese daher ent-standene bewegung nennet man eine natürliche; Die abervon einem andern bewegenden cörvcr zu wege gebracht wird,eine gewaltsame, und die beyde verursachen, eine ver-mischte bewegung. Welcher dreyfacher unterscheid des-wegen wohl zu bcmerckeu ist, weil man sonst ohue denselben,weder die eigentliche beschaffcnheit und uatur, schnellig-oderlangsamkeit, daszu-oder abnehmender bewegungenverste-hen, noch auch was rechtes in der >lerkanic und kborono-inia würde leisten könne»; Da doch jene mehrmahls diekrafftc der menschen, wind, wasser und gewicht gleichsamabmessen und abwägen, diese aber die bewegungen der er-schaffenen cörper aufs genauste schätzen, und ihrer grössc undstärcke nach aufs accurateste von einander unterscheiden muß.
Die bewegung in einem allgemeinen und weite«verstand, ist eine Mäßigung (blnllus) der Materie, undder ansang der zcugung, Veränderung und Vernichtung dereinzelen cörper. Ihr allgemeiner Ursprung ist die himmels-jufft, (Lclwr) welche indem sie alle andere cörper umfassetund einschliessct, die ihr anfänglich von dem ersten und höch-sten bewegcr eingedruckte, und durch immerwährenden Nach-druck unterhaltene bewegung, ihnen mittheilet, indem siewegen ihres stutzigen und subtilen wesens dieselben durch-dringet, ihre theile anf-und ab-löset, umtreibet, so oder an-ders versetzet, und untereinander zusammenfüget, und al-so das entstellen und vergehen derselben zu wege bringet. Daßeine solche innerliche bewegung der theile in den cörpernsey, ist nicht nur an den lebendigen und wachstbümli-chen sichtbariich zu erkennen, sondern auch an den leblosen,so wohl flüßigen, wenn z. c. der wein in einem faß, wie vester auch verspundet ist, dennoch seine Veränderungen em-pfindet, die Hefen und dcu Tsirarum abscheidet, sich ver-zehret w. als auch air den vesten, hoch und steinenwahrzunehmen, die ihre eigenschaftc», färbe, gestalt, härteu. d. g. mit der zeit verändern, oder gar verzehret werden.In einem näheren und eigenen verstand wird die räumlichebewegung (blorus lüvcalis) damit genicinet. Und die-se kan aus mancherley weife betrachtet werden. Nach ihremUrsprung ist sie natürlich oder gewaltsam. Icneniinlihren Ursprung aus sich selbst, diese wird von einer andernäußerlichen Ursache getrieben. Wiewol diese Unterscheidungnicht von allen auf gleiche weise verstanden oder zugelassenwird, indem die einen das herabrollen einer kugcl von, ber-ge, oder das fliessen eines bachs vor natürlich halten, die an-dern aber, weil sie setzen, daß die Materie aus ihr selbst kei-ner bewegung fähig ist, sondern in ansehen derselben sich bloßin einem leidenden zustande befindet, und alles was sich bewe-gen soll, von einem andern muß beweget werden, dieser uri-
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terscheid wol in den menschlichen Handlungen aber nicht inder natur (iu l'entü koloi-Lli nou l'bzülco) statt habe. Inansehen der bewegten fache, wird eine eigene bewegung,gls dcr lauff eines rades um seine achft oder eine gemeine,als eines fortgezogenen Wagens bemerckct. In ansehen desZiels der bewegung, gehet dieselbe anf-oder incder-wärrs,vor oder hinter sich. In ansehen der erstreckung gehetdieselbe gerad oder krumm. Nach der Währung ist sie ge-schwind oder langsam: Und endlich in ihrer an ist sie ein-fach oder mannigfaltig. Die Thierische als eine beson-dere art der bewegung, nach welcher ein begliedertcr cörper,nicht nur seine theile uno gliedcr bewegen, sondern auch volleinem ort zum andern rücken kan, wird unterschieden in dirnatürliche (weiche man die nöthige nennen möchte) undwillkürliche (d'pouttueus.) Jene geschiehet ohne eini-gen anlaß eines änsscrlichcn Vorstandes, nach der beywohnen-den eigenschast der theile , so da beweget werden, als da istdasarhem-hvlen, das schlagen des hertzcns, das krümmendes mägciis und der gedärmer, u.d.g. alle, welche von denheutigen gelehrten, aus der gcstaltung der gcfaffe, hergelei-tet werden, und wie sie ohn anderweitcs zuthun fortgehen,also ohne schaden des cörpers nicht gehemmet werden können.Die willkürliche wird durch eine von aussen erweckte be-gierlichkeit oder absehen so durch die sinnen geschöpffct wer-den , erwecket. Das allgemeine werckzeug beyderley bewe-gungen sind die spann-und flechs-adern, als welches ihr»eigene Verrichtung in dem cörper ist; wie aber es zugehe, daßgewisseäufferliche Vorstellungen,diese oderjcne spannnng inden erforderten theilen erwecken, und wie solche spannungselbst verrichtet wird, darum sind die gelehrten noch nichteinstimmig. Die begreifflichste mepnimg scheinet zu seyn,daß in ansehen des ersten, die verschiedene in die sinne fallen-de cmpfindungc», naek ihrer art verschiedene znckungen in,den gefassen verursachen, welche bis in das gchim als den Ur-sprung der nerven reichen, und aus demselben hinwieder airdie andere theile gelangen. An ansehen des letzteren, istwahrscheinlich, daß der durch die vorige bewegung verursach-te zufluß nicht des glicder-saffts allein sondern auch des ge-blüts eine dehnmig der Musclen , und folglich die nöthigespannung zuwege bringe, wie man siehet, daß bey ausstre-ckung z. e. des arms dessen Muselen anstaune» und straff wer-den. I)e >1oru vänimalium hat ein gelehrtes werckgeschrieben, und solche bewegung, gegen die alte meynung,aus Mechanischen gründen erweislich ge»iacht.cSs«v. Vonder eigentlich so genannten gewaltsamen oder künstlichenbewegung wird in den verschiedenen theilen der mechanic ge-handelt. Immerwährende bewegung. ?erperuum mo-bile. Eine durch kunst bereitete
machine, die, nachdem sie einmahl in bewegung gebrachtworden, von selbst und durch ihren eigenen trieb sich solan-ge bewegt , als der zeug, daraus sie verfertiget ist, ausdau-ren kan. Eine dergleichen machine zu ersinnen, haben viel
, vortreffliche manner und grosse künstlcr sich beflissen, und da-von kärtzlich solche proben gegeben, die mit Verwunderungangesehen worden, dennoch aber nicht bey allen völligen bey-fall gefunden,zum wenigste« in so weit, daß man ihnen diekräffte, die davon gcrühmet worden, und an einem solchenrüstzcug vvrnemlich verlanget werde», nicht zugetrauet, sodaß es noch auf einer weiteren erfahrung beruhet.
Bewegung des gemüchs, s. Gemürhs-rcgung.
.Bewehrt, pärmmus, Ist in der wapen-kunstein thier mit nägel und zähnen von andern färben. He».
Beweis, Bewktßchum: krobario, Oemonlkratio,