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Allgemeines Lexicon der Künste und Wissenschaften : oder kurtze Beschreibung des Reichs der Natur, der Himmel und himmlischen Körper, der Lufft, der Erden, samt denen bekannten Gewächsen, der Thiere, Steine und Ertze, des Meeres und der darinn lebenden Geschöpffe : ingleichen aller menschlichen Handlungen, Staats-, Rechts-, Kriegs-, Policey-, Hausshaltungs- und Gelehrten Geschäffte, Handthierungen und Gewerbe, samt der Erklärung der darinn vorkommenden Kunst-Wörter und Redens-Arten ... / in gehöriger Ordnung verfasset und mit Fleiss zusammen getragen von einem Mitglied der königl. preuss. Societät der Wissenschaften [=Johann Theodor Jablonski]
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gleich, nur nicht so breit, und eines zusammenziehenden bit- !terngeschmacks. Es trägt keine frucht, ausser ausMalacca,dieselbe ist wie ein Lydechstn-sthwantz, etwas gcdrehet, und !wird von den einwohnen: gegessen. Die andern Indianerkönnen es nur zu blättern bringen, »och erfordert es einefleißige und mühsame Wartung. Diese sammle» und ver-kauffen sie dutzcnt-wcise in bündlein, weil es ingemein undtäglich, ja ohn unterlaß gebrauchet wird. Die weiber brau-chen es sonderlich, wenn sie sich bey ihren Männern beliebtmachen wollen. Es ist eine natürliche Widerwärtigkeit zwi-schen diesem gewächs, und der Lsinischen frucht Ourion,daß wo dessen blätter zu derselben gelcget werden,sie zur stundverfaulet, hingegen wenn man der frucht zu viel genossen,und den niagen verderbet, wird man gar bald gesund, wennman etliche blätter betle issct, oder nur auf den magcn-mund leget. Ein mchrers von seinem gebrauch siehe beyNlaudelsl. lTleuhof.

, llctlinnics, Jsteinbckandtes heil-sames kraut, so gern auf den wiesen, Hügeln und andernschattichten und kalten orten wächset. Hat einen zarten,vicrcckigten, «nd mehr denn armes-langc» stengel,die blättersind lang, weich und eingekerbt. Die blute ist purpur-roth,selten weiß , der saame sitzt oben an der spitze dcs stengels.Dieses kraut muß zum auftrueknen und distillircn am endedes Maji gesammlet werden. Beydes gekocht und gepuive-risiret zermalmet es den blasen-stein, reiniget die brüst, lun-ge und lcber, treibet den urin, und ist treflich gut wieder dasaufsteigen der muttcr. Die blätter gestoßen, oder im wasserbiß auf den dritten theil eingesotten und auf die stirn gelegt,helffe» vor das augen-wche. Wer die speise nicht behaltenkan, undwcn dersodöftersbrcnnet, der esse fleißig Betho-nicn, und trincke allezeit davon, oder nehmectwas von dengedörreten blättern mit Honig vermischt ein. Das von die-sem kraut distillirte wasseu ist für die bräche, krampff,zahn-äugen-Haupt-mich-und lenden-wehe sehr bewährtbefunden worden. Schnöd.

2) ctrler, däenäicus, Der durch armuth,Un-

vermögen, alter oder schwere leibcs-gebrechen dahin gera-then , daß er seines lebcns unterhalt selbst zu erwerben undzu verschaffen nicht vermag, sondern denselben von andernerbitten und erbetteln muß. Zwar finden sich auch starrtetind muthwillige bettler, die bey frischem alter und gesun- ^den gliedern, bloß aus faulheit und licdcrlichkeit sich aufdasbetteln legen, und zu ihrem behelffsich mit falschen bricfen,und zeugnissen versehen, ja unter solchem schein vfft mit die-tercyen und betrügereyen umgehen, zu grossen abbruch derwahren armen, und schaden des gemeinen wcsens. Daherist es zur sirherheit nicht weniger als zum Wohlstand eineslandes höchst dienlich und nöthig , daß der betticr wegenfcharffe Verordnungen gemacher werden, damit recht arme»,und zu aller arbeit untüchtigen leuten, wenn sie änderst nichtversorget werden können, das allmvsen zu bitten nicht ge-wehret, faule und boshafte bettler aber entweder zur arbeitangewiesen, oder zum land hinaus gcschaffet, und wenn siemit betrug umgehen, mit verdienter straffe angesehen wer-den mögen.

-öetlle, Deäkus, Pulvinus,Torus: /,/>, Bedeutet nichtnur die von aller,ey federn, wolle, oder pferd-haaren ausge-stopffte küsse» decken, worauf der mensch seine ruhe habenkan , sondern auch die berr-stello und alle zu einem voll-kommenen bette gehörige zierathen. Von den wollüstigenund zärtlichen Persern soll die ersindung und der gebrauchder betten zu erst herkommen. Die doch nur, wiealle übri-

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ge Morgenländische völckcr, ihre weiche und sanffks madraz-zen auf der erde ausbreiteten, »nd sich als dann darauff leg-ten. Welches aber nachher fast bey allen Europeischen völ-ckcrn zu grossem mißbrauch dergestalt gediehen ist, daß sie fastnicht mehr wissen wie sie zur Pracht und Wollust die betten be-reiten sollen, da sie uns doch änderst nicht dienen selten,als daß der schwache, krancke oder durch arbeit und sorgenabgemattete leib eine mäßige ruhe und erguickung daraufhaben möge. Die alten Römer pflegten, wann eine allge-meine noth vorhanden war, alspest, krieg, Hunger, u.d.g.diebildnüsse einigergötter«ufernprächtiges bette zulegen,davor haltende, daß dadurch die erzürnten götter wiederwürden können besänfftiget und also die gemeine straffe aus-schaben werden. Diese ceremonie nenneten sie PMUller-

UIUIN.

Bette, Beth, Die in wvhl-angelegten und ge-

ordneten garten befindliche lust-stücke, so mir schönen blu-men und beschnittenen buchs-bäum, oder dergleichen,besetzt und eingefaßt sind, werden betten genannt. Wiedieselben recht zierlich angeleget werden können, solcheskommt eines theils auf die läge des gartens, anderstheilSäbcr imd zwar vornehmlich auf die vernünftige beur-thciiung eines geschickten gärtners an. Man hat derselbensonderlich vielerlei, arten: Als nehmlich Teutsche, die ausMathematischen Muren und parallel-gängen bestehen, mitbuchs-baum eingesasset und fast überall mit angenehmen blu-men besetzet sind; Franyösrsche,die nichts sind, als eiltgezogen lauber-werck von buchsbaum, auf welchem gar we-nig blumcn stehen, und da die Plätze zwischen den lanbcr--gen mit allerhand färben fand bestreuet werden. Englische,welche vermengte schnccken-züge von rosen, und laub-werckwie die Frautzösische prästntiren. Rosen - blätter oderLoulinZiin > sind allerhand figuren aus grünen rostn, derengänge mit schönem fände gcfüllct sind. Man pflegt auch hinund wieder in diesen figuren geschnittene Taxus zu setzen.Die küchen-gärten haben nicht weniger ihre betten, die abernicht mit blumcn, sondern mit allerley küchen-gcrvächs zubesetzen sind. Und muß bey denstlbigen hauptsächlich die-ses in acht genommen werden, daß man sie, wann das crd-reich trocken ist, etwas niedrig, wann es aber feuchte ist, et-was hoch anlege. Man fasset auch die küchen-bettcn nichtgern mit einigem krante ein, weil dem lanbe dadurch dernahrungs-safft sehr genommen wird. Hohb. Elsh.

Bette, -Uveus, Ist der Canal oder Grabe, worinn ein

, fluß sein wasser führet.

Bett-meister. Bey einer Fürstlichen Hof-statt, wird einenianns-vdcrfrauens-person bestellet, so aufdas bctt-geräthc,an betten, und zugehörigen leinen, Handtüchern, auch wolauf das tisth-zeug unter der aussieht und gegen-rechnungdes Haus-vogts, acht haben, solches in seiner Verwahrunghaben, zur täglichen nothdurft ausgeben, die wasche besor-gen, und den befindlichen abgang zu erstatten erinnern muß,wozu ihr etliche bett-und wasch-mägde gehalten werden.Seckend.

Bettungen, Hcissctbey den fcuer wcrckern

derjenige platz mitten vorjcdcr sthieß-stharte einer Batterie,so mir starcken bohlen fein gleich ausgelegt ist, daß die stückerecht gerade daranfstehen könne». Zuweilen sind diese bcr-tungen hinten etwas höher als vorn beyder schreß-scharte,damit die abgefeurcten stücke nicht gar zu starck zurücklauftfen können.

ScweAUttA, ^lorus,Xlorio,^»Irrtto:

Wan ein corper aus feiner natürlichen ruhe,von dem ort »ndstelle, oder aus der läge und stellung, die erzuvorgehabk,durchL r etwas