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Allgemeines Lexicon der Künste und Wissenschaften : oder kurtze Beschreibung des Reichs der Natur, der Himmel und himmlischen Körper, der Lufft, der Erden, samt denen bekannten Gewächsen, der Thiere, Steine und Ertze, des Meeres und der darinn lebenden Geschöpffe : ingleichen aller menschlichen Handlungen, Staats-, Rechts-, Kriegs-, Policey-, Hausshaltungs- und Gelehrten Geschäffte, Handthierungen und Gewerbe, samt der Erklärung der darinn vorkommenden Kunst-Wörter und Redens-Arten ... / in gehöriger Ordnung verfasset und mit Fleiss zusammen getragen von einem Mitglied der königl. preuss. Societät der Wissenschaften [=Johann Theodor Jablonski]
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88 bez bLb

löffel voll in warmen bitt'/ und schwitze darauf. Er istauch gut für das drucken ums Hertz, für allerhand flüsse/ reis-stnuud Sie coiica. ^ohb.

Bezsar-pulver. Dieses puivcr wird also genennet, weil eswider alles gisst,gifftige kranckheiten/ wider (lonvulllnnes ,und andere beschwerliche leibes zustande/ sehr bewährt ist.Denn sonst gar nichts von bezoar dazu kommt/ sondern mannimmt nur einhorn, rechtes heiffenbein, gebrannt Hirschhorn/jedes 2. quintlein, hirschcreutz ein halb guintlein / präparir-ten crystallcn-stein i. quintlein, DcriLÜAiliLrL 2. quintlein,des feinesien goldes auch so vicl/ambra und biscm/jedes 1.drittel eines quintlcins, diese stücke wohl gepulvert und vcr-mischt, und eine messer-spitze voll davon in borragen-was-scr eingenommen.

ZeZSZene, Berroekene, den 7,'s^Irrc, ^cce^rans.Der, auf weichem ein Wechsel gezogen wird, das ist, derjenige,welcher, die in des HiIIu,rc-n wechsel-briefcnthaltcne postdem krDünmliren «n dem andern vrt bezahle» soll.

Bider, Laüor, c«/?«,-. Ein thier, so in - und aus-ser, am liebsten und »leisten aber in stillem langsam-Iauffcn-den wasser lebet, ist fast wie ein meer-hund, lang und schmal,har einen kurtzcn und gedruckten kvpff, kleine runde ohrenund äugen, ein weit und grosses maul, scharffe hauendeschwcin zähne, eine schöne haut, welche je schwächer sie ist, jefürtrcfflicher und höher ist sie zu halten. Sonstcn sind diesicher gemeiniglich grau, wie ein daehs. Ihre hinter-süssesind von dem vielen schwimmen zugewachsen, wie a» denGänsen, ihre schwäntze, die gemeiniglich 6. finger breit, 2.dick,und z.bis4.psündig, auch mit einer sonderlichen hautüberzogen sind, müssen den vornehmen leuten zur äelicsro^-22 dienen. Sie haben ihre »leiste Nahrung von krebsen undfischen, wiewohl dieses nicht alle zustehen wollen, weil sie allebittere suchen sehr lieben, so mögen sie sich überaus gerne bei-den wciden-bäumen aufhalten, die sie mit ihrem scharffengebiß zernagen, und in ihre Wohnungen stück-wcise ein-schleppen. Wenn »ran den biber haben will, so muß manihn jagen, wie ein ander wildes thier, man kan ihn auchdurch Hunde aus seinem geschleiffins netz treiben, nur es istnicht allen frey denselben zu fangen, weil er zur vber-jagdgehöret, und ein lieble ist. ^ohsi. In Nord-America siebtes eine menge biber, womit die FrantzösischeneinwohncraufLMLäL denstärcksten Handel treiben. Die-ses thier beschreibt mit grossem fleiß, der >/o»-

in seiner reise-beschr. Er hat deren gesehen die gezähmtgewesen, und wie Hunde in den ddrffern umgelauffen.

Bisierrzeil, LLlkoreurn, ? Sind Nicht

eigentlich die geilen vvm biber, sondern gewisse blasen miteinem bäutlein überzogen, in welchem eine gelbe, weiche,wachsförmige Materie, eines scharffen geruches lieget, dieserblasen hat er zwey, die ihm abgeschnitten, wohl gewaschenund gereiniget und an einem schattigten orte getrucknet wer-den. Man will von diesem thierangemcrcket haben, daß esihm selbst, wenn es gejagt wird, die geilen ausreiste und vonsich werffe, damit es sich also von dem fernern verfolgen desjägersauf diese weise befreye» möge. Welchem aber die be-sten und berühmtesten scribenten wiedersprechcn. Die bibcr-geile» werden in den apothecken überaus wohl genutzct, mangebraucht davon nur das innerste. Sie sind hitzig inr dritten,undtrucken im andern grad. Mitlauten und eßig gemischtin die nase gelassen, stärcken sie das gehirn, und benehmendas haupt-weh. Mit wein getruncken, geben sie ein herrli-ches nrittel wieder die fallende sucht, und dienen wieder alleseuchen, so von kälte entstehen. Wem die zunge erlahmetdaß er nicht reden kan, -kriege gepulvertes biberseildarun-

br'b

ter,es wird die zunge bald wieder gut machen.

Biber- Haar. Weil des bibers haar sonderlich zart und weichist, so machet man hüte davon, die aber sehr kostbar sind.

Biber-Hund. Hunde, mit welchem man den biber aufsuchtund sänget. Man nimmt gemeiniglich starcke bißige stöber-hunde dazu, die man aber von jugend auf dazu gewehnen»ruß, damit sie bey zeite» mit behutsamkcit und Vortheileden biber aussuchen mögen, denn sonst ein unvorsichtigerHund durch des bibers scharffes gebiß gar leicht kan zerhauenwerden.

Biber - klee, Sumpff- klee, Wasser- klee, Bocks- bone:Isiiuouiuur yrsteulb, Eine art vom wilden nian-

gvlt, wird auf sumvffigenwtcsen gefunden, hat eine weisst,schwammige, knotige wurtzel, einen grünen stengel, und andemselben lange breite und dicke blätter, eines scharffen bit-teren gcschmacks, darzwischen weisst oder leibfarbe blümieinausschlagen, die endlich einen gelben hirse-formigen saaniensetzen. Ist ein auserlesenes kraut wieder den scharbock, besitztein scharffes flüchtiges saitz, wärmet, trocknet, reiniget, ver-dünnet diezahen feuchtigkeiten, eröffnet die krös-adern,ver-süffet das saure, saltzige geblüt, wiedcrstehet der säule, ist gutfür engbrüstigkeit, miltz-beschwerung rc. Die wurtzel dienetwieder alten husten, gedörret und gepulvert dem viel-einge-geben , erfrischet sie lung und leber. Das gantze kraut inwein oder wasser gesotten, den mund damit gespühlt, ver-treibet die^mund-fäulc: die frischen blätter heilen faulegeschwür an den füffen. In den apothecken hat man davondas distillirte wasser, den Lpirirum, die o>nierv, Lxrra-äkum und eßentz. s. Gchröers Dr. cke NLN.U'2 Le viril) usDrilolii librioi. Zern. Schrob.

Biber-kraut, s. Tausendaiilden,

Biber-wurtz, s. Osterlutzie.

Bücherep, Bücher-saal! Libliorkecr,So nennet man einen jeglichen vorrath vongebundenen und aufgestellten büchern. Von den Hebräernliefet »ran schon im A. Testament, daß sie die bücher Mosiszur feiten der bnndes-lade verwahret haben, und würde »ranihnen daher vielleicht kein unverdientes lob beylegen, wennman sagen würde, sie wären die ersten gewesen, die bücher,und folglich auch bibliothccken gehabt haben; die Egyptierscheinen ihnen, wie in vielen andern dingen, also auch hieringar bald nachgefvlget zu haben. Wie »ran dann hin und wie-der in den schrifften derHeydnischen scribenten von der Egy-ptier büchern und bibliothccken Nachricht findet. Ja es ge-reichet dieser Marion zum unsterblichen rühm, daß ihr Königkroloruceus kbilackechbus die erste grosse bibliothcck, dienach des Jüdischen gcschicht-schreibcrs.lolepki bericht, aus2oovoc>.büchern soll bestanden haben,und nächst.6-Lv vcrsi-cherung bis auf 700000. stück soll angewachsen gewesen seyn,aufgerichtet hat. Weiches unr so vielmehr gerühmet undbewundert zu werden verdienet, je mehr man weiß, mit wasvor schweren kosten und arbeit, damahls bücher angeschaffetwerden müssen, woran doch nun, nachdem Gott die aufnahmguter künste und wissenschafften durch die erfindung derbuchdruckerey gnädigst befördern wollen, kein Mangel mehrverspühret wird, sondern vielmehr dasjenige, was »ran da-mahls nur bey Königen sparsam suchen musrc, itzo bey ho-hen und niedrigen staudes-persvnen häuffig finden, und werkeine eigene bücher hat, aus andern bibliothecken sich erholenkan. Es sind derselben einige xublchue, andere, und zwardie meisten, krivar - bibliorbeczuen. kublique oder öf-fentliche, find solche bibiothccken, so Könige, Fürsten, gantzeLorxora und LolleZia auf gewisse artund weise, zum gemei-nen