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Allgemeines Lexicon der Künste und Wissenschaften : oder kurtze Beschreibung des Reichs der Natur, der Himmel und himmlischen Körper, der Lufft, der Erden, samt denen bekannten Gewächsen, der Thiere, Steine und Ertze, des Meeres und der darinn lebenden Geschöpffe : ingleichen aller menschlichen Handlungen, Staats-, Rechts-, Kriegs-, Policey-, Hausshaltungs- und Gelehrten Geschäffte, Handthierungen und Gewerbe, samt der Erklärung der darinn vorkommenden Kunst-Wörter und Redens-Arten ... / in gehöriger Ordnung verfasset und mit Fleiss zusammen getragen von einem Mitglied der königl. preuss. Societät der Wissenschaften [=Johann Theodor Jablonski]
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nem öffentlichen gebrauch/ widmen. Weil dieselben gemei-niglich aus allerhand büchern bestehen, und daher sehr zahl-reich seyn müssen/ so werden dazu nicht nur grosse/ helle/räumliche/mit allerley mathematischen/ natürlichen/ oderaus der antiquität hergenommene» raritäte», wie auchsinnreichen überschrifftcn/ abbildnngcn berühmter männer«. d. g. ausgeziertc gcmächer, sonder»/ welches das vornehm-ste ist, eine vernünfftige und geschickte/ wohleingcrichteteaufstellung der bücher erfordert/ damit man alsobald wissenmöge, wo ein buch zu suchen und zu finden sey. Hiezu ge-höret, daß die bücher nach ihren Materien- und die zu einerjeden lUirlr-ee, wiffeiischasstodcr kunst gehören/ absonder-lich beysammen gcstellet werden. Die wlrmulcrchm, so zuunsern zciren gar rar zu werden beginnen- pflege» in ver-schlossenen kopolltoriis, damit nicht eine jede Hand dazukommen - oder ihnen schaden zufügen möge - gehalten zuwerden. Über diese nun nach den kaculrrwen und Materienalso aufgesetzte bücher pfleget man nach dem alphabet wohleingerichtete Lomlngos und register zu haben- die- je wcit-länfftigcr und accurater sie sind/ je besser sie sind. Man hatauch zuweilen einen Lsrolo-um kerum, das ist-ein Haupt-register über alle in den büchern enthaltenen fachen. Dergleichen zu verfertigen zwar grosse mühe kostet- aber auchvon unglaublichen nutzen ist- daß diejenige bibiiotheck- diedergleichen nicht hat-von wenigen recht kan genutzet und ge-brauchet werden. Weil diß aber eine höchst mühsame- undmehr dann eines menschen arbeit ist- so machen sich wenigedaran- noch wenigere aber führen es aus. Daher billig zu be-dauern- daß man eines so nöthigen- und zur Imei-an» nützli-chen stückcs bis daher-wenigstens bey pudli^uM Libjjorbe-yuew entrathen müssen-da einige privae-vder besondern Lib-liocirelzeieie mit dergleichen LoraloAis rci um versehen-zu be-finden. Wir verstehen hier aber unter pilvar-brblrotheckensolche,welche privac-odcr eintzele Personen von ihren Mittelnzu ihrcisunö der ihrigem nutzen und ergötzlichkcit gesammlethaben. Diesesind zwar gemeiniglich nicht so zahlreich als diegrossen öffentlichen bibliotheckeu- geben aber ihnen össters ankvstbarkeit nicht das geringste nach- ja haben offtermahlsden gründ und das lullrc zu den vortreflichstc» publloucnkibliutiroczueir lege» müssen, wie denn zu der weltberühm-ten Hpfurtischen bibiiotheck der hochbcrühmte ritrerHio-mas koche, den ansang mit seiner bibiiotheck gemacht, unddie uutcn benannte Dänische zu einer solche» anzahl, durchdie Lymniekische und Fueremssche erwachsen. Unter den pu-dliezuen oder öffentlichen bibliorhecken verdienen theils we-gen menge- theils wegen vortrcsiichkeit der bücher vor an-dern gerühmet zu werden, die Päbstliche in dem Varicano,und die bey den llomicanerii fopra Zcklrrcrva, zu Rom:die zu KDorerno in Flvreiitz wegen der menge schöner lvl.88.die zu 8. lvlarco in Venedig, so der Cardinal Kollation an-gelegt: die^-inbroliaita zu Mciland: die Königliche; dieMazarinische und die Colbertinische zu Paris, die Spanischeimkfcnrich, dieÄrfurtische in Engeüand,; dieLcidcnschein Holland, die Wienerische, Wviffcnbüttelsche und Berli-nische in Teittschland, die Cvpenhagische in Dencnrarck.Von grossen, berühmten privar-bibliothecken hat man zwarjetzo nicht so viel mehr als derselben im abgewichenenkeoulo gewesen sind. Doch mögen, ausser vielen andern,dicScaligerianische nnd Voßianischc zu Leiden, die Span-heimische zu Berlin, als reiche schätz - kammern auser-lesener schriffteu, wohl genennet werden. LoS-

Die berühmtesten bibliothecken deralten zeit hat ll-k.vf-r in einem besondern capisel zusammengetragen.

bib die 89

Bibliotheck. Bedeutet den vrt, wo eine grosse anzahl bücherordentlich aufgestellet sind.

Bibiiotheck. Endlich so Heister es auch einen von bücher»handlende», und nach derselben »amen und Materien woht-eingerichteten Laralogum, dergleichen

und noch gantz ietziich ^^ 0 /

ci«t zu Hamburg geschrieben, und mit dem »amen killlio-rkeca beleget haben.

Bieder. NachMeinung- einer derburgev undbauen ist. Eigentlich ein ehrlicher-, aufrichtiger man».Ein armer mann kau treu und evakrhafftig und biederseyn. 6/ inLandr. Daher ein bredermann bey den al-ten einen ehrbaren, redlichen, treuen und tapffcrnmann bedeutet. Ein bescheidener biedermann.

-L'Tv/». Biedermann so viel als berdermann, ein mannvon ehren- so beyden theile» zum besten eine sich aufhebt,verträgt und beyleget, wie hinwieder ein schellmann einenlosen unrichtigen menschen bedeutet. Schickfuß inseiner Schlesischen Lbron. will daß kimrlx, so viel alsbieder-reich, d- i. ehrbar und aufrichtig heisse.

Bltlt, Imme, B,pis, s //^ -kZ-o/Är. Eine grosse,

gelbe- mit zähnen, vier stügeln,6.füßen, und am ende des lei-des mit einem beweglichen stachel versehene fliege, die ausdeii allerheilsamsien kräutcrn und blumen wachs und Honigheraus zu ziehen, und an einem vrt sehr künstlich zusammenzu tragen weiß. Es giebt wilde und zahme dienen. Diewilden, als welche boshafftiger, unleidlicher und zwar di-cker, doch kürtzer und fthwärtzlichcr sind, wie die zahmen, hal-ten steh gern anf, wo grosse Wildnissen und hollMgen ftynd,tragen ihr homg in die holen bäume und löchcr der seift»,schwärmen össters, haben aber daher desto weniger Honig, jaeinige derselben arbeiten gar nicht,sondern nehmen den fleißi-gen ihr zusammen getragenes Honig. Die zahmen werden ingärten, wo sie einen guten ansflug, sonne und Nahrung habenkönnen,gehalten. Sie halten sich hauffen-und schwarm-weiftbeysamcn, ein jeder schwärm hat seinen eigenen könig oderweiser,dem sie aller orten, wo er sich hin begicbet, folgen, undihn allezeit in die mitte nehmen. Dieser könig regieret seinenstock so weißlich, daß man nicht gnugsam bewundern kan, wiean einem so kleinen und sonst gering scheinenden thierlcindem menschen ein so vollkoincncs Muster einer wohl angeord-neten und glückseligen gemeine vorgestellet worden. Den« daist keine diene, die nicht ihre angewiesene arbeit habe. Einigegehen aus, aufdie Witterung acht zu haben; andere müsse«den biemn-sivck vor den anfall der raub-dienen bewahre«;einige müssen die gelegcnheit der wälder- wiesen und garte«auskundfthafften, die arbeitsamen dienen dahin führen, undwieder zurück begleiten, die, so bald sie mitckhrer vollen lastzum stock kommen, ihre abnehmet an denen, die beydes wegenalter und fchwachheit nicht wol mehr ausfliese« können, sofort finden, welche denn das herzu geführte Honig in die vonwachs künstlich bereitete kammern einlegen. Wobey sie öff-ters so emsig und gefthäfftig sind,daß sie auch so gar ihrer brütdarüber vergessen, und also nicht schwemmt können. Da-her muß man, wenn sie gar zu fleißig eintragen, mit einemzarten flor das flug-Ioch vermachen, und sie auf 2 . oder z. tageeinsperren, damit sie alsdann, weilen sie nie müßig seyn kvu-ncn, an ihrer brüt arbeite»,und bis ka» man einige mahlwiederholen, bis man siehet, daß sie im stocke die brüt zu setze«angefangen haben. Wurde man aber gar keiner brüt gewährwerden, so ist es ein zeichen, daß sie ihren König verlodren ha-ben ; denn wenn der todt, oder nicht mehr vorbanden ist, sosind die übrigen dienen vor tranrigkeit auch gleichsam todt,M und