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Allgemeines Lexicon der Künste und Wissenschaften : oder kurtze Beschreibung des Reichs der Natur, der Himmel und himmlischen Körper, der Lufft, der Erden, samt denen bekannten Gewächsen, der Thiere, Steine und Ertze, des Meeres und der darinn lebenden Geschöpffe : ingleichen aller menschlichen Handlungen, Staats-, Rechts-, Kriegs-, Policey-, Hausshaltungs- und Gelehrten Geschäffte, Handthierungen und Gewerbe, samt der Erklärung der darinn vorkommenden Kunst-Wörter und Redens-Arten ... / in gehöriger Ordnung verfasset und mit Fleiss zusammen getragen von einem Mitglied der königl. preuss. Societät der Wissenschaften [=Johann Theodor Jablonski]
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ka»,wami die bienen nicht aus dem stocke stiegen oder bauen,sondern gant; betrübt mit Hangenden finge-:? Hern.'?? krieche»,so muß man ihm von dem unten beschriebenen bienen-pul-ver eingeben, und ihn räuchern. Rühret aber die kranckheitnur vvm Hunger her, welches gemeiniglich in? kebrusrio,ibberrill und -dpril zu geschehen pfleget, so wird derselbennicht besser, als durch gnugsames in den stock gesetztes Honigabgeholfen. Stirbt aber ein weiser, so werffe man ihn baldaus dem stocke, und schaffe den dienen aus einen? andernsteck bald wieder eiuei? König, oder man schlage den stock, derseinen weiser verlohrci? hat, zu einem ander» schwachen, dochaber mit einem Könige versehenen stocke. Man vermacheihnen daraufeiuekurtze zeit die flug-löchcr, so werden sie sichbald mit einander unter einem ober-Haupte vereinigen.Hohb.

Brenen-kovb, s. Bienen- stock.

Bienen-kvaur, s. Melisse.

Lienen-künste. Die breite», so am bauch-flnß, wegen garzuviel genossener wolffs-milch und ricstern-blühe, gestorben,sol-len wieder lebendig werden, wann man sie im Herbst aus denstörken nimmt, an einem trockenen orte den Winter über hält,und inl Frühling an einem schönen warmen tage, mit aschcnvon fcigenbaum-hoitz dick bestreuet, drey stunden lang an dersonnen liegen laßt. Oder man lege die todten diene» in ei»höchern gcsäß, bedecke sie mit pflaum-federn, und schiebe sie ineinen back-ofe», nachdem das brodt heraus genommen ist.Die dienen zu vermehren, nehme man, wann der äpffel-baumblühet/^-lclüinillLinvdcr sinan, lasse sie in bier halbeinsiede», thue einen löffel Honig dazu, und setze es den dienenin einem flachen gefäße i» den stock, dieses ist ihnen ein ange-nehmer traust, und macht sie fruchtbar. Will man, daß diedienen in einem stocke gern wohnen, so nehme man eampher,Myrrhen, ftven-bäum und dien-kraut, rühre Honig in gutweitzen-bier,daßesdick werde, schabe von diesen stucken et-was hinein, und bcstreiche die beuten damit inwendig.Hobb.

Dienen-pulver. Weil dir dienen vielerley zufallen unter-worffem istnöthig, solche mitte! bey der Hand zu baden, wo-durch nicht nur denselben abgchoiffen, sondern auch bey rei-ten vorgekommen werde. Dergleichen eines wird nachsol-geudes pulver, welches das grosse gencmict wird, geben:Man nehme kckeum, das ist, beerwurtz, schneide sie in scheib-lcin, lasse sie an der sonne dörren, stvffe sie zu pulver, schlagesie durch ein sieb, darnach thue man den dritten theil klein ge-flossenen fenchels dazu, und eben so viel schale oder kern vyngrämten, wie auch vor etwa 6. pfeiming campsser, mit einwenig mandcl-Ll oder ein paar mandel-kern, in einem Mörserzerflossen. Alle diese stüste mischet ma» wohl unter einan-der, thut davon 6. guter messer-spitzen i» ein halb näpffleinvoll Honig, streuet so viel als einer grossen crbsen klein ge-machtes bibcrgeil drunter, und rührt es mit ei» paar löffelvoll Maivasicr, oder nur einem löffel voll guten brandteweinwohl durch einander, so hat man vor einen stock gnug. Mangibt es ihnen im Frühling, gegen die abenv-zeit, und ver-macht daraufdm stock, bis auf den andern morgen. Es müs-sen aber alle stocke, d,e beyjammcn stehen, zu gleicher zeit vondiesem pulver bekommen, sonst würden sie gantz schwach undkrafftloß werden. Wer dieses grosse pulver nicht hat, magsich anst) des kleinen gar nützlich bedienen, welches also be-reitet wird: Man stöffet beerwurtz zu pulver, und mengetdavon 6. messer-spitzen voll unter Honig, gieffct brandteweindaraus, und giebt es den dienen, sonderlich wann man die stü-cke ausgeschnitten hat. Holch.

Bienen- schwärn», Lxsincu axum, Jette» «« t-^'ette» t/r

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fi ,«/§/. Wann die alten bleuen viel brüt gesetzet,und im Frühling ausgebracht haben, so müssen die jungenmit ihrem eigenen Könige oder weiser aus dem alten stockesich nach einer andern Herberge begeben. So viel nun aufeinmahl ausziehen, die nennet man einen schwärm. Man-cher stock, der viele brüt gemacht hat, giebt zuweilen z. 4. undmehr schwärme, die aber selten, weil sie zu schwach sind, fort-kommen. Dervwcgm muß man sie nicht zu starck schwär-men lassen. Wenn man dergleichen von einem stock vermu-thet, kan man es durch das aufbrechen der brüten, und ver-schneiden des gewürckes^ verhindern. Die starstrn fiöckeschwärmen im May, die schwächer!! im .sunio vor, und dieschwächsten nach Johannis. Die vorschwärme, als wel-che meistens Vormittage schwärmen, legen sich etliche tagevorher vor die stocke, und veranstalten alles zu ihrem auszuz.Die nach-schwärme kommen nachmittag. Wenn matt»im merckct, daß die scheer-bicneu um die bäume herum flie-gen, und einen thon von sich geben, so ist die schwärn, - stundeda. Wen» nun der König mit dem grösten theil aus demstocke ist, verfolgt man ihn mit einem sanßten längen einesdecken, sprengt fand und erde oder Wasser darüber, damit siemüde werden, und sich irgendwo anlegen. Wann solches ge-schehen, und der Hausse immer grösser wird, woraus zu schliefsen, daß der weiser gewiß dabey sey, so muß ma» nicht langesäumen, den schwärm in einen reinen, wohlriechenden stockftm behend einzuschlagen, und am abend dcsselbige» tages,oder doch des morgeuds gantz frühe, ehe die bienen ausflie.gen, an seinen vrt, jedoch nicht nahe bey dem stock, aus demste geschwärmet haben, bringen,damit sie nicht wieder in den-selben einkehre», und darüber von den andern todt gebissenwerden. Wann die jungen allererst eingeschlagenen schwärmebey schönen wettcr über den andern tag in dem stock verblei-be», ausfliesen, und eintragen, so hat es keine gesahr mitihnen. Wollen sie aber sich darin» nicht halten lassen, son-dern fliegen zum andern mahl heraus, so schlage man sie inein sieb, verbinde dasselbe oben, und tauche sie also in kaltwasser, lasse sie wieder abmessen, und schütte sie in den stock-sie werden alsdenn wol bleiben. Wen« 2. oder g. schwärmesich zusammen legen, welche allzumal in einen stock zu schla-gen, nicht rathsam ist, so muß man sie alle mit einander inei» groß faß thu», feste zudecken, und über nacht stehen lassen,so wird sich ein jeglicher König mit seinem Haussen zusammenlegen, und alsdann ka» man einen jeden schwärm in einenbesondern stock bringen. Hohl,. Becher.

Bienen-ssock, Bienen-korb: -älve^rc, KIsllLriuin:

Die behältniß oder wohnung der bienen, worin» ein gangerHausse mit seinem Könige ist, und worinn sie wachs, Honigund brüt zubereiten. Sie können von unterschiedlicherMaterie, form und gestalt seyn. Einige machen sie aus hoch,andere flechten sie aus strvh und selbem ruthen. Will mansie aus breitem oder blocken machen, so muß man kein eichen,sondern pappeln-lindm-erlen-oder fichten-holn, das im De-cember und Ianuario im abnehmenden inonde geschlagenist, dazu nehme»/ und sie wohl befestigen, daß sie im sommernicht ausreisten. Inwendig in der mitte macht man »in höl-tzern creutz , damit die dienen ihr gewürcke desto besser undfester ansetzen mögen. Die bieucn-stöcke müsse» nicht vielüber eine halbe eile breit lind fast noch einmal so hoch seyn.Den» die gar zu grossen stöcke geben zwar mehr Honig, schwär-men aber desto weniger, und die gar zu-kleinen schwärme»zwar desto mehr, gebe» aber hingegen desto weniger Honig.Das flug-lock am bienen-fiocke muß nur so groß seyn, daß ei-ne diene neben der andern hinein kommen kan, denn wenn esgrösser ist, so können die wessen, Hummeln und allerley bie-M r. oen-