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Allgemeines Lexicon der Künste und Wissenschaften : oder kurtze Beschreibung des Reichs der Natur, der Himmel und himmlischen Körper, der Lufft, der Erden, samt denen bekannten Gewächsen, der Thiere, Steine und Ertze, des Meeres und der darinn lebenden Geschöpffe : ingleichen aller menschlichen Handlungen, Staats-, Rechts-, Kriegs-, Policey-, Hausshaltungs- und Gelehrten Geschäffte, Handthierungen und Gewerbe, samt der Erklärung der darinn vorkommenden Kunst-Wörter und Redens-Arten ... / in gehöriger Ordnung verfasset und mit Fleiss zusammen getragen von einem Mitglied der königl. preuss. Societät der Wissenschaften [=Johann Theodor Jablonski]
Entstehung
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und machen weder Honig noch brüt. Weswegen man ihnenaisofort aus einem andern stocke einen neuen Köurg gebenmuß. Dem, in manchem stocke findet man4. und öffrcrsnoch mehr Könige/deren ein jeder zur fehwärm-zeit einen ei-genen schwärm macht. Die dienen wollen das gantze jährdurch woh! gepstegct seyn, wann sie dem cigemhums-Herrnrechten nutzen schaffen sollen. Im wintcr muß man sie vorkalte verwahren, und ja keinen Mangel leiden lassen, sonst fin-det man im Frühling leere und verdorbene stocke. Drummuß man ihnen, wann man im sommer zum letzten mahledas Honig aussehneidet, zur winter-speise gnugsam darinnlassen; wann die dienen im bck-rrüo ihre todten auskragen,muß man das hinterstcllige leere wachs bis auf die brüt aus-räumen, damit sie zu ihrer frischen arbeit gnugsamcn platzhaben mögen. Man muß auch fleißig allen wüst und unrath,spinnemvebcn, schimmel, motten, aus den stocken sauber undbehende wegnehmen; damit davon dem Honig oder den die-nen selbst kein schade geschehe. Im tckgjo, .suni», ssuliomuß man gute acht aufdie schwärme haben. Wann sie nun<,u§acschwärmet,so nimmt man das wachs wieder heraus,uud reiniget den stock abcrmahls so viel als möglich. NachMichaelis geschiehet die letzte ausräumung, und wird auchalsdann denen stocken, die voll sind, einer spannen lang derrsoß verschnitten,die aber zu wenig haben, denen setzt manin einem reinen höltzernen gefäße Honig hinein, es muß aberdas Honig nur erst aus einem aiten dienen-stock heraus ge-nommen, oder, zum wenigste» nicht über ein jähr alt seyn,und in einem neuen reinen gcfäß gestanden haben. Hieraussäubert man die stöckc nochmahis, verschmieret sie mit samtdem bienen-hause, und läßt sie also »»eröffnet, bis aufs früh-jahr stehen. Da man sie dann bey gutem wettcr wieder be-stehet, reiniget,und nach Untergang der sonnen mit rohr-mat-ten für die nacht-kälte verwahret. So bald die wasser-wei-den und andere bäume ausgeblühet, so kan man sie zuseidetragen, wo sie gute und überflüßigc Nahrung von kohl - blu-men, moh», rüden, Wicken, klce, u. d. g. wie auch frisches Hel-les wasser haben, und erwartet dann von ihnen eine reicheausbeute. Der dienen feinde sind, die storche, schwalbe»,tauben, grunspechte, baum-mardcr, mänse, schlangen, anrei-sen, u.d. g. welche theils die dienen selbst, theils ihr Honigfressen. Jngleiche» die Hummeln, Hornissen und wcspen.Der eiben-baum, die buchsbaum-blüt, wermulh, saltz, faulewasser, aller starcker und übler geruch, rauch, donner und wet-terleuchten, starckes klopffen und getümmel, alles dieses istden bienen zuwider und schädlich. Die kranckhetten derdienen sind die pest und der durchlanff. Jene entstehet,wenndie bienen im herbst feucht cingerhan werden, davon der stockund das Honig «»lausten, und schimmelig werden. Diesemist schwer zu rathen, es sey denn, wenn man es zeitig gewahrwird, durch fleißiges lüfften und saubern. Den durchlanffbekommen sie im Frühling, wenn sie sich erhitzen oder auf un-gesunde kräuter fallen. Diesem wird gerathen, durch einstück Honigseim, welches zu dem obern loch in den stock geflos-sen wird, oder durch etwas bieneu-pulver mit Honig ver-mischt. ^ohb. Wenn man von den bienen gestochen wird,so ist das beste Mittel den stich so fort mit seinem eigenen urinwaschen, da denn der schmertz alsbald vergehehund das fleisch»icht gesehwillt. Will man aber vor allen bienen-fiich freyseyn, so nehme man z. oder 4. spitzige wegrich-blätterst! denmund. Bonden bienen haben häuffig geschrieben, so woldie, so von thicren und Ungeziefer, als die,so von der der hauß-haltung gehandelt. Ein eigen buch hat davon heransgege-ben Ioh. Griivel, unter dem titel: Brandenburgischebienen-kunst; in lelouarclua s«in1r>llis, Ku

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^xum kiltkoriL, ein ungenannter in seinem bienen-büchler».Von den bienen werden unzählbare smnbiider genomme»,vornemlich des flcisses, der cinigkeir, der behutsamkcit, derWohlthätigkeit, der güligkeit an einem Fürsten, und des ge-horsams an den Unterthanen, der bescheidcnheit undglimpffs: ferner der vergebiiehen bemühung in einer arbeit-davon andere den nutzen haben, der schädliche» rachgier, u. f.

Iv.

Bienen-brur, LuZonir. Einige meinen, die bienen samm-lcten aus den mist-pfützen ihre brüt, welches aber aller Wahr-scheinlichkeit zuwider. Die Wahrheit ist, daß die bienennach vorhergegangener Vermischung mit ihrem WeiservderLöinge,wicandcrethiere,ihres gleichen zeugen. Esist aber der bienen brüt ein kleines wcisses würmlein, so indem häußlein ihres rostes lieget, und rm früh-jahr zu einerrechten diene wird. Wenn einige stocke entweder wegenkranckheit oder emsiger arbeit keine brüt gcsctzet haben, soschneidet man denselben von dem gcwürcke drey blätter weg,und nimmt aus einem starckeu stocke zwey blätter voller brüt,einer spannen lang und breit hinweg,setzt es mit etwas Honig,und daraufdas vorige ledige gewürcke in den stock, dem es anbrüt gemangelt, hinein, so werden die bienen darinnen flie-gend, liegen aufder brüt, und zeugen junge bienen. Hohb.

Diene,i-falter. Diß sind Honig-diebe, deren saamc aus denraupen-nester»,ausdie sich der hvnig-thau gesetzt hat, vonden jungen bienen selbst aus Unvorsichtigkeit in dre stocke ge-schleppet wird. Lcstters wachsen sie aus dem alten entsal-lenen Honig, wie auch aus dem verdorbenen schwachen rooße.Sie machen ihre iicster in den stocke», und füllen dioselbigemit spinncn-wcben und ihrem geschmeisse an,fressen den Ho-nig, upd vertilgen endlich gar die bienen- Sie werden zu-samt den motten durch räuchern vertrieben, und gctödtet.Oder man zündet, wann es dunckei worden, eine fackcl oderlicht bey den brenen-stdcken an, dahinein sie fliegen, und sichselbst verbrennen.

Bienen-Hauß, Diarium. Eine von kalck und steine», oderbrettern wider regen und kalte wohl verwahrte Hütte. Nachihrer stellung werden die bienen-Häuser vor die besten gehal-ten, die die sonne an, längsten habe», und die wider die mit-ternachts-winde wohl beschirmet stehen. Der vrt, wo mansie anlegen will, muß sein frey, lüfftig, und ja nicht sumpffigoder feucht sey». So ist auch gut, wenn in der gegend schön«klein-flieffende wässer, kein langes groß, keine nahe stehendehohe bäume, wegen der schwärme, hingegen gnugsamer Über-fluß an allerhand süffen, wohlriechende» blumen sich befindet.Das hauß selbst muß fein ränmlich seyn, daß man von hintendie stocke besehen und saubern, und so hoch, daß die stocke inzwey schichten übereinander stehen können.

Brenen-Rönitt, Weiser: idex spum, s/,?///?§. Er

ist etwas grösser und länger als die anderen bienen, hat geradehohe füsse, kleinere flügel, ist schöner färbe, und ohne stachel.Wo er sich hinwendet, folgen ihm die bienen allesamt nach.Seinen sitz hat er bisweilen oben, bisweilen mitten im stocke,in einem etwas grösser» und ansehnlichen häußlein, aus wel-chem er durch gewisse gänge zu allen fiaden kommen, und alsoaller orten zusehen, und zugegen seyn kan. In einem stocksind zuweilen;. 4. bis 5. die öffters grossen krieg mit einanderanrichten. Danncnhcro man mehrmahls, wofern man diebienen sich nicht will unter einander aufreiben lassen,die übri-gen alle todten, oder einen jeden mit einem guten theil derihm anhangenden bienen in einen besondern stock schlagenmuß, welches am füglichsten in der schwärm-zeit geschehenkan, da sich ein jeder weiser mit seinem anhang aus dem stockbesikbet> Wird der weiser krauch weiches man merckcn