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Allgemeines Lexicon der Künste und Wissenschaften : oder kurtze Beschreibung des Reichs der Natur, der Himmel und himmlischen Körper, der Lufft, der Erden, samt denen bekannten Gewächsen, der Thiere, Steine und Ertze, des Meeres und der darinn lebenden Geschöpffe : ingleichen aller menschlichen Handlungen, Staats-, Rechts-, Kriegs-, Policey-, Hausshaltungs- und Gelehrten Geschäffte, Handthierungen und Gewerbe, samt der Erklärung der darinn vorkommenden Kunst-Wörter und Redens-Arten ... / in gehöriger Ordnung verfasset und mit Fleiss zusammen getragen von einem Mitglied der königl. preuss. Societät der Wissenschaften [=Johann Theodor Jablonski]
Entstehung
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drey oder viermahl wiederholet/ so wird aller üble geschmackwegseyn. Qcffters will auch das bicr weder im bvttig gäh-rcil/ noch im fasse aufstosscu, verwegen muß man giücnd ge-machte eisen und kicsel-stcine hinein werffen, das hier wohlzudecken / und also durch diese wärme znrgähre bringen.Dieses mitte! ist auch zu gebrauchen, wenn ein bier schaalgeworden. Hohl'. Becher. Von allerhand bicren und an-dern berauschenden träncken hat in einem eigenen buch kli-üorlcs und pkuloloAiLS gehandeltlle Lereviliis. Oo LereviliD b-inirLre hat eine Oiss. aus-gelassen der Ersllktischc protrNor/Es/'. und <le cerevl-üs ServettLNL der v, Liinmer zu Zcrbst.

Bier-brauen s.Brauen.

Btianzr'kett. Heißt bey den kauff-lcuten nach den LLssa-Hüttd-ssournsl und Haupt-buch einen gnauen auszug der ein-nähme und ausgäbe der verkaufften und noch vorhandene»ivaaren u.d.g. machen, damit sie wissen können, ob sie dasjähr bey ihrer Handlung was gewonnen oder zugesetzet haben.

, Bildnist,Eben-bild : IinaAo, LKgie5, llsrus: Wl-F/e > /msFr, Ein werck, das die geschick-

te Hand des künsilers einer fache so gleich und ähnlich nach-gebildet und gemacht hat, daß, wofern man es ja nicht fürdie fache selbst hält, man sich dennoch zum wenigsten dadurchvon einem dinge, dessen Abbildung es ist, wie unbekannt unssonst se>bigcs nur immer seyn mag, einen klaren, deutlichenbegriffnrachen könne. Derglcichcnbildcr uun sind schon vonfast undencklichen zciten her entweder mit färben auf einerglatten flache, oder aus wachs,gyps, holtz, steinen, er» n.d.g. halb oder gantz erhoben, zubereitet worden, und müs-sen wie vormals, also auchjctzo zur auszierung der Häuser,öffentlicher gebäuden. Fürstlicher schlösser und palläste die-nen. Wobey aber, wofern man seinen zweck hierin erreichenwill, aufeine vernünfftigc auslesung, artige und geschicktefiellung oder setzung der bilder hauptsächlich zu sehen ist.Denn, wann dieses nicht beobachtet wird, so verliehret nichtnur das bild in den äugen derer, die es anschauen, seine kunstund anmuth, sondern auch das gcbäu oder zimmcr, wo essteht, wird dadurch mehr verschimpffet als sezieret. Künst-liche bilder müssen nicht so wohl nach ihrer grösse oder denwerth ihrer Materie, als nach der daran bewiesenen kunst ge-schähet werden. Bey den Lürcken und übrigen Mahome-tanern sind alle bilder verboten.

Bilder-blind, Hcissct in der bau-kunst eine mit ei-

ner Muschel oben gedeckte verkicffung in der mauer, da maneine lksrue hinein setzet. Einige bau-Meister machen sievicreckigt, die aber ein Haus nicht sonderlich zieren, die schön-sten und gebräuchlichsten sind wie ein halber circul ausge-holt. Goldm.

Blldcr-schrrfr, s. Bildnis schorst.

Bild-giesser, Staruen-giesscr: Lxculor, pulor: ckl,»-Her aus wachs, gyps oder allerley metall bilder zugießen weiß. In dieser kunst haben die alten Griechen undRömer vortrefflich cxcellin-, und wie weit man heutiges ta-ges damit gekommen, solches ist an denen in Italien, Franck-reich.Engelland vorhandenen proben,und bey uns an der demhochstftel. Chur-Fürstcn Fridrich Wilhelm, dem grossen, zuBerlin, aufdcr langen brücke aufgerichteten wundcrwürdi-gen dtLme zu Pferde abzunehmen.

Bild-bauer, Bild-schnitzer: dtamarlus, Noreurcs, L-r-lakor: Der aus holtz und allerley

steinen, als sand-marmvr-und alabastern stein die bilder nachder kunst schnitzet und hauet, wird eigentlich also gcncn-net. Wiewohl doch aber ein geschickter bildhauer auch mit

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dohn, wachs und gyps muß umgehen können. Sitttemahlkein bildhauer ein bild eher aus steinen oder holtz zu hauenvornimmt, er habe dann dasselbe zuvor aus einer der nur be-nannten Materien, als ein Modell, wornach er sich in seinerarbeit richten könne, boßiret. Die Materien woraus diebildhauer ihre meiste arbeit vcrfettigcn, sind stein, marmorund alabaster, als die sie gern zu haupt-wercker» nehme»,undzwar mühsahm und kosibahr, doch aber beständig sind. Ausholtz wird nichts sonderliches gemacht, weilen es gar leichteaufreißet. Muß mau aber in crmaugelmig der steine, holtznehmen, so muß das werck, wo es ohne risse bleiben soll, ausvielen stücken zusammen geleimet werden. Nicht alle bild-hauer exccllireu in allen stücken der bildhaucrey; Sondern dereine macht eine schöne Scanir, der andre schöne vulki; Die-ser weiß vortreffliche Armaturen, jener bessrcu. s. w. zu verfertigen. Vormals, bereits vor mehr dann2ooc>. jähren waren die berühmtesten bildhauer^lcamcner,pbych.is, Praxiteles. Jetzv mögen nachfolgende leicht fürandern den vorzug haben, und zwar von Italienern , kvlick.-äitALlo,/elAsrch, Kcrnini; Von Frantzosen, oirsräon»Ocssarllins; Von Teutschen, »eleli. Kartei.

Bildhaucrey, Bildharier-kunst: StLrusris, ^uLslyprl-ce, loreucice: Die bildhauer-kunst lehret

aufuntersehiedliche weise eine fache aufs vollkommenste ab-zubilden und vorzustellen. Sie ist mit der bau-kunst so gnauverkliuvffet, daß wer selbige nicht in etwas verstehet, wedervon einem schönen gebäude urtheilen, noch ein vollkomme-nes vergnügen daraus nehmen kan. Es begreiffet aber diebildhauer-kunst nicht nur die Verfertigung gantzer oder hal-ber statuen , sondern auch aller der zierathen und schantz-werckcr, die zur vollkommenen auszierung, eines gebäu-des oder zimmers nur immer gehören mögen. Weswegensie dann auch in folgende classcn gebracht wird, als dasind;8tsttit>n, kulki, Harmini, Lslürilievi, /rrmarurcn, Va-, priiez, Rahmen und Schnitzwerck. Wer die biid-hauer-knnsi zuerst erfunden, solches findet man eigentlich beykeinem scribenten aufgezeichnet. Vermuthlich sind die inallen wissenschaffte» so sehr geübten Chaldäer die urhcbcrderselben gewesen, welches desto wahrscheinlicher wird,wann man erweget, daß, »ach Lpipllriüi bericht, 'Kiwi--,Abrahams vater, ein Chaldäer aus dohn und leim bilderverfertiget habe. So liefet man auch von dem Babyloni-schen Könige Nino, daß er feinem verstorbenen vater znehren ein bild habe aufrichten lassen. Ja will man dem Jü-dischen geschicht-schreiber Josepho trauen, so muß man al-lerdings sagen, daß diese kunst schon vor der süud-fluth müs-se bekannt gewesen seyn. Demi er berichtet, daß Scth diegeheimnisse der ^.lkrouomie im zwey aus erkund stein ver-fertigte säulcn gegraben habe. Welches alles uns zwar nichtden ersten, dennoch den uhralteü Ursprung der bildhauer-kunst sattsam darthun kan. Von den Chaldäern ist diesekimsrzu dcn Egypticm/UNd von diesen zweiffels ohne zu denJsracliten gekommen. Von welchen nackgehcnds die Grie-chen, wicunzahlig vieleanderedinge, also auch diese kunsterlernet haben, die aber selbige endlich denen über sie siegen-den Römern zukommen lassen. Unter den Römern nun ge-langete zwar diese kunst zu ihrer höchsten Vollkommenheit, sieist aber bald wieder in verfall und durch die cinbrüche derbarbarischen völcker fast gar in vergessen gerathen, bis sievor schier 500. jähre» sich wieder zu erheben angefangen.»»-zu unsern zciten nicht nur ihr leben, sondern auch alten preißund Vollkommenheit, wieder überkommen zu haben scheinet.

Bild-kunst, IconvIoZis,/ro-w/sF->. Ist eine wissen schafft,

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