Buch 
Allgemeines Lexicon der Künste und Wissenschaften : oder kurtze Beschreibung des Reichs der Natur, der Himmel und himmlischen Körper, der Lufft, der Erden, samt denen bekannten Gewächsen, der Thiere, Steine und Ertze, des Meeres und der darinn lebenden Geschöpffe : ingleichen aller menschlichen Handlungen, Staats-, Rechts-, Kriegs-, Policey-, Hausshaltungs- und Gelehrten Geschäffte, Handthierungen und Gewerbe, samt der Erklärung der darinn vorkommenden Kunst-Wörter und Redens-Arten ... / in gehöriger Ordnung verfasset und mit Fleiss zusammen getragen von einem Mitglied der königl. preuss. Societät der Wissenschaften [=Johann Theodor Jablonski]
Entstehung
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die nicht nur lehret, wie man diejenigen character und flnii-bilder, derer sich einige vöicker, nnd sonderlich die Lgypticrin Vorstellung theils der geheimnisse ihrer religiou , theilsder rügenden und lasier bedienet haben, recht erklären soll;sondern die auch zugleich zeiget, wie man unter den bildernder thiere, vögel, fische, pflantzcnu.d.g. dem menschen diegantze sitten-Iehre kurtz, deutlich und aufs nachdrücklichstefürstellen könne. Es hat diese kunst ihren sonderlichen nu-tzen in der mahlet - und bildhauerey , als welche dadurchbeydes die änsserliche und innerliche sinne des menschen sehrnützlich bewegen und vergnügen können. Hieven ist vielzu finden in >lunclc> iyuckolico , in ckts/c»,','

i'pcculo Ims--inum vericaüs occulr^:. e Ki/,» hat

ein eigen buch davon geschrieben, welches unter dem titclIcoiiolvAis ou. Icieucc 6es lömbleures , FraNtzösifth zulesen.

Bildnis;-scherst, Hieeoglyphrsche scherst, dre heiligeEgyptrsche spräche, scherst-brldee: ll-itLr-e b!ierc>§!y-pbics:, Wann man eine ja-

che nicht mit gcftbriebcnen buchsiaben und Worten sondernmitfigurenund bildern der thiere sowohl als andrer unbe-lebten dinge, ausdrucket; Und solcher kunst - bilder habeneinige ihre» gründ in der natur, andere zwar nur eine ge-heime bedeutung gehabt. Diese art zu schreiben sollen zu-erst die Lgnptier ohngefehr um Abrahams Zeiten erfundenhaben. Sie ist aber nicht dem gemeinen manne, sondern ih-ren Priester» bekannt gewesen, als welche sich einer solchenduncklen und geheimen schrcib-art nur in denen ihren götzen-dienst angehenden fachen sonderlich darum bedienten, da-mit eines theils die geheimnisse oder vielmehr thorheitenihrer religion , von einem verschlagenen, schwitzigen lesernicht so leichte möchten können verstanden, verrathen undverlacht werden, andren theils, damit sie denenjcnige», dieihre spräche verstunden, mit wenigen viel möchten bedeutenkönnen. So muste zur anzeigung einer geschwinden undplötzlichen Verrichtung einer fache das bild eines sperbers,zur Vorstellung der Unbeständigkeit des reichthums und allesweltlichen prachts ein pfauen-schwantz, zur beschreibuugeines listigen menschen, ein velican , u. f. w. gnug seyn.Solche bilder-schrift sollen auch, wie be-richtet, die Sc^-rliT gebrauchet haben. Ss,--

20 ». Ür-SW». s. unten schulst.

Bild-schnitzerey, Schniywerck, Frucht-schnur, Blum-oder Laub-rverck: Lucorps, Ist ein

jeglicher zicrath an den gliedern der Architcctnr, wobeyman sich gern nach den anriehen gebauden richtet, so pflegtman auch nicht leichtlich die geraden glieder zu schnitzen;Es wird in der bild -schnitzerey verein versehen gehalten,wann zwey geschnitzte glieder unmittelbar vsst auf einan-der folgen. Die Tvscaiiischc vrdnung leidet gar kein schnitz-werck.

Liliarch, 8pIiL,riücnuin rucliculgrillin. Eine etwas langeviereckigte mit tuch sauber ausgeschlagene tafel, welcherings »'.»her einen mehr denn hand-hohen rand,welchen maneinen band nennet, hat. In solchem bände sind s.von aussen mit vorgehengten beuteln versehene löcher, in je-der ecke ist eins und in der mitte der beyden langen feitenauch eins. Auf solcher tafel wird nach gewissen vorgeschrie-benen regeln mit elffelibeiner» oder knöchernen kugeln ge-spielet.

Bedeutet auch das spiel selbst welches man auf ei-nem billsnl spielet. ^ ,.

Dcrstockworanderkolbeoder maffe ist, und welchenman zum fortflössen der kugeln auf dem KUlarä gebraucht-

bil bim

ö,7/s-E». Die kugel mit einem flösse zwevmal berühren,'geschiehet gemeiniglich, wenn der ansang des stosseö zuschwach oder zu furchtsam ist. Ein solcher stoß aber ist ver-lobten.

S/Ä?. Ist eigentlich die kugel mit welcher man auf dem bil-lsrck ipielet. Eine E mache» heißt die kugel in eins derlöcher am billarü bringen.

Er, 8cbei!ulL. Ein kleines brieflcin, das bekannte undgute freunde einander in allerley angelegcnheiten offen oderversiegelt zuschicken^ ohne daß sie dabey auf die'tbirulorurund Lvmxlimeiire acht hüben.

Er. Diejenigen zcttels wodurch in den städten von demMagistrat,aufden ddrffern aber von dem Ambtmann Schul-theiß oder Richter denen Soldaten die quartiere angewic-ft» werden.

Bl'lltAker't, Lquicas, ^«/ro. Ist eine tugcnd , nachwelcher man mit jemanden, zwar der gcrechtigkeit und de-nen gesehen gernäß, doch etwas gelinder, als es derselbenschärffe vderundeutlichkeit, dem buchstaben nach zu erfor-dern scheinet, verfahret. Es hat dieselbe ihren gründ sowohl im rechte der natur, als in den reguln dcrsitten-Ichre,und verhütet durch emeGLtt und menschen gefällige weise,daß das höchste recht vielmals nicht zum höchsten unrechtwerden möge. Dieser tugend ausübrmg, ausser daß allemenschen dazu verbunden sind , ist sonderlich obrigkeitli-chen Personen wohl anständig und nöthig, als welchen alleinoblieget, die beydes schärffe und undeutliche gesetze oderrechts-Verfassung nach aller billigkeit bestens zu erkläre».Man findet diese tugend auf unterschiedlichen müntzen un-ter dem bilde einer wage vorgestellet.

Ssl.jenöl'ckUt, Dollkraut, Schlafkraut, Säu-bonen ilkyol'cyslnus, ^lcercum: Dlß

kraut ist dreyerlcy art; das schwarye, so wild wächst an ein-gebauten orten, schwartz-grüne, rauhe, lange, zerschnitteneblättcr, und bleich-gelbe mit purpur durchstrichene blumc»hat, aus denen harte knöxflein werden, in welchen ein grauersaame verschlossen liegt. Es hat einen starcke» stinckendc»gereich, weshalb die bauren es um Jvhannis auszugrabc»,und in die Häuser umher zu legen pflegen, die rattcn undmause zu vertreiben. Das wersse, so dem ersten gantz gleick,ausser daß es breitere, fettere, und weißere blätterf bleich-weisse blumen, und einen weissen saamen hat. Das gelbehat runde dicke, weich anzugreiffeiide blätter, einen iangulrauhen stengel, nebst bleich-gelben blumen und saamen. Dasweiffe wird in garten gezeuget, dienet äusserlich zu erweichen,die schmertzen zu lindern, und zu betäube». Mit milch ge-sotten und übergeschlagen vertreibt es die schmertzen dergicht. Innerlich zu gebrauchen ist es gefährlich, weil es tollund unsinnig machen, ja gar einen ewigen schlafwirckcn kan.Wie auch, sein saame ist kalt im dritten grad. Es wird dar-aus eine artzney wieder das blutspcyen bereitet. Der rauchtödtet die würme in den ohrcn und zähne», und stillet diezahnschmertzen. Einquentlein dieses faamens mit ein halbquentl. campfcr,in einem bündlein an den hals gehcncket,daß es die Hertz-grube erreiche, vertreibt das kalte fiebcr. Dersaame zerstoffr», 8p.vini, oder ll. 8Lmbuci darüber gegos-sen, ein tüchlein darein.genetzt, und über podagrische gliedergeschlagen, stillet die schmertzen, und nimmt die geschwulstweg. Mit bilsenkraut-wasser das Haupt bestricken und ge-rieben , lindert alle haupt-wehe, so von Hitze entsprungen;dasselbe in die schläft gestrichen, macht gutschlaffc».

Zorn,

, Bimsenstei», kumex, r /«»co. Ein

von