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Allgemeines Lexicon der Künste und Wissenschaften : oder kurtze Beschreibung des Reichs der Natur, der Himmel und himmlischen Körper, der Lufft, der Erden, samt denen bekannten Gewächsen, der Thiere, Steine und Ertze, des Meeres und der darinn lebenden Geschöpffe : ingleichen aller menschlichen Handlungen, Staats-, Rechts-, Kriegs-, Policey-, Hausshaltungs- und Gelehrten Geschäffte, Handthierungen und Gewerbe, samt der Erklärung der darinn vorkommenden Kunst-Wörter und Redens-Arten ... / in gehöriger Ordnung verfasset und mit Fleiss zusammen getragen von einem Mitglied der königl. preuss. Societät der Wissenschaften [=Johann Theodor Jablonski]
Entstehung
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Aus dem Zahmen bocks-hvrn kau in-.m, nachdem es 15, tagein wein unv öl gebeitzt, darauf gesotten «nd dnrchgcftigctworden/ mit zusatz etwas weniges Wachses und mcels vvmbocks-horn - eine schöne salbe, die alle geschwüre erweichetund die geschwulst wegnimmt, bereiten. Lon. Schnöd.Bocks-kvaut, D1LIU8 ll'rsZium, Wird also gc-

nennet, weil seine blätter spitzig sind, wie ein bocks-horn.Es hat viele stacheln und wachset an einigen orten am meerespannen hoch. Einige haben das hüner-beer vor bvckshvrngehalten. Lsn.

Bocks-lorbeev. Ist der vom bocke ausgcworffenemist, wel-cher mit mecr-;wibel-estig geflossen, auf dieflirn und schläfegelrget, die koxff-schmecheu lindern und wegnehmen soll.Hohb.

Dock-wurtz, s. Ehina.

.Nadelt, s. Erdreich.

Boden, knnäum, Das unterste theil eines dinges.Z. E. der boden eines Hasses, eines schiffes, eines sackes re.Der boden oder gründ eines flusses. Der boden in einemgemach ist der räum darauf man gehet.

Boden. Derjenige innere räum eines Hauses, der zu nächstunter dem dache ist: Oder auch ein jedes fach, so durch ge-streckte balckcn abgesondert wird- Ein speicher, ein schiffvon so viel boden.

Boden. Ein ort, da man oxereiria treibet, doch mit demzusatz, ein dany-boden, fechr-boden.

Boden-blat. Ein blat von thon im probier-oftn unter derMuffel, worauf man die eapellen und schirbel setzet. So? ».

Boderrriß, s. Schr-impff.

Boden-zins, Grund-zins. Heißet dasjenige geld, so manvon Häusern undgebäuden, entweder unter diesem oderei-ncm andern »amen, seiner hohen obrigkeit jährlich erlegenmuß. !

Boden-zins. Bedeutet auch das stand-geld, so der Magi-strat in den marckt-und mcß-zeilen vv» einer jeden boutt-czuL oder stand einfodern läßt.

Bodmere^. Unter kauff-und schiffs-leuten : Bedeutetso viel als dem schiffs-ksrron eine gewisse summe geldks,mit dem beding aufsein schiff thu», daß, wann er glück-lich wieder zurück kömmt, er solches geld mit denen davongebührenden Zinsen richtig wieder erstatte, solte aber seinschiff verunglücken, so ist das auf das schiffen geliehene ge!dzugleich mir veriohren. Und ob nun zwar also Bodmereyz» rre,l>eu eine gefährliche fache ist, so finden sich dennochgnug, die gar kein bedrucken tragen ihr geld also anzulegen,weites sich öfters höher als 12, auf wo. verzinset.-. In(ilonr.

ÄSFe, -lrcus, sr- 7 . Alles was rund, es sey nachdem cireul, augen-maaß, oder sonst nur krum, gebogen ist.Bsge. So nenne» die mathematici dasjenige stück der cir-cui-linie, die weniger als die helffte des eireuls selbst ist.

ö>r,?'»r.

ÄSZe, klcÄrum , Ein mit Pferd-Haaren oder

dergleichen bespanntes gekrümmtes stöcklein, mit welchemman die säyten der geygen,vivlons, vivldigamben u.d.g.berühret, daß sie einen klang von sich geben.

Böge. In den schmeltz-hütten nennet man also ein von Um-wand gemachtes und in eisen gespanntes gerüme, worinnman das kleine gold zu giesseu pflegt. Rößl.

Böge.IllaZrÜL, Ist ein so grosses stück

papier als die forme, darinnen es ist gemacht worden, selbstgewesen. Weil aber die formen der papier-macher nicht alleund aller orten gleich sind, so können auch die darin« berei-

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teten bogen papier nicht alle gleich groß seyn, daher sie »achdem unterscheid ihrer grosse, rega!,mcdian,mittcl und kleinebog? heissen.Vier und zwantzig bogen machen ein buch pavwr.

Bogen, Hand-bogen, ^lrcus, Ei <,s holtz, fisch-bciu oder Horn gemachtes instrumenr, welches mau vermit-telst eines stricks odcr sayte, die sehne oder senne genannt,so an beyden endendes holtzes angeschlagen, dergestalt anzie-hen kalt, daß, wann sie loß gelassen wird, ein darauf gelegterpfcil weit in die ferne mir ziemlichem Nachdruck und gc-schwindigkeit kan getrieben werden. Diese art von ge-schoß ist die alleraltcste, und wird deren erfindung von ei-nigen deni heydmschen gvtt Apollo, von andern aber ei-nem söhne.supirorz, 8 cz,ces genannt, zugeschrieben. Ge-wiß ist, daß Esau einen bogen geführct hat, und sind die al-ten Parthicr für allen andern völckern als iondcrbahre bvgen-schützen berühmt gewesen, derer rühm die heutigen Perseraufsich gcbra cht, und »och behaupten.^?-. Die in Eu-ropa im äussersten Norden, wie nicht weniger die in Dstenwohnende vöicker gebrauchen sich derselben, vornehmlich abersind sie bey den mcisteu Asiarischen, Afrikanischen und Ame-ricanischen völckern durchgchends im brauch. Die Türcke«haben sie bey ihrem fnß-oolck abgeschafft,bey der reiterey abernoch behalten. Kio««,. s. die rcisc-bücher.

Bogciv-decke, Loncomersrio, Eine jede krumme

oder bogeuähmiche decke, sie sey von holtz oder steinen, ge-täfelt , gemahlt oder gegypßt. Goldm.

Bogen-gang, Bogen-laube, s Laube.

Bogen-gewölbe, s. Gewölbe.

Bogen-linie, s. Lir eul-lrnie.

, ll)-pertb)-rum, Qr,ro«^o. Hcisset dieüber-kleidung eines kciis, wenn man oben alleinc, oder un-ten und oben schnecken an die feiten schnitzet, und forne, nacharider geländer-säulgen ausholet, oder auch mit einem ge-schnitzten blate die fordere feite bedecket. Goldm.

Bogen-schuß. Eigentlich ei» schuß der mit einem bogen ge-than wird. Hiernächst wenn aus einem groben geschutz oderanderen gcschoß, welches nicht wegrecht, sondern etwas indie höhe gerichtet ist, ein schuß geschiehet, so daß die kugelim niederfallen einen bogen macht, solches wird auch einbogenschuß zeneunct.

Bogen-stellung, Bogengang : börnix, Lgffs:cKv nennet man in der ban-kunst eine grosse mit einem halbencircul-bvgcn zwischen zwo wand-sänlen geschlossene vffnung,und zwar sonderlich, wann solche bogen hinter einanderfolgen. Solche bogen-stellung, wann sie recht gcschick-lich seyn sollen, erfvdern eine vollkommen gute symmctriesänken oder neben-pfeiler, auf welche sie ruhen. In Ita-lien machen dergleichen werckc eine der prächtigste» zwrathender paläste kirchen und klöfter in-oder auswendig. Sturm.Goldm.

brl,L, Ibrr. Ein sehr gemeines garten-undan einigen orten, ftld-gcwachs, welches«» einem viereckig-ten, knotichten hohle» srcngel lange schoten traget, in wel-chem die frucht, bohnen genannt, enthalten ist. Es giebtderselben vieieriey arten, die an gestalt, färbe, gröffe, ge-schmack und also auch an namen von einander unterschie-den sind. Alle aber geben eine grobe, unverdauliche undungesunde speise, und find denen, so mit hauvt-wche undhusten beschweret sind, schädlich. Der berühmte Philvso-phus kyrdogorrs und alle seine Nachfolger haben unter an-dern auch darum die bohnen nicht esse» wollen, weil sie ausder blüche schwachen flecken,a!s traumbaren zcicheii/geschlvs-sen, es seyen die steten der verstorbenen darin». Wie aber

dieses