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Allgemeines Lexicon der Künste und Wissenschaften : oder kurtze Beschreibung des Reichs der Natur, der Himmel und himmlischen Körper, der Lufft, der Erden, samt denen bekannten Gewächsen, der Thiere, Steine und Ertze, des Meeres und der darinn lebenden Geschöpffe : ingleichen aller menschlichen Handlungen, Staats-, Rechts-, Kriegs-, Policey-, Hausshaltungs- und Gelehrten Geschäffte, Handthierungen und Gewerbe, samt der Erklärung der darinn vorkommenden Kunst-Wörter und Redens-Arten ... / in gehöriger Ordnung verfasset und mit Fleiss zusammen getragen von einem Mitglied der königl. preuss. Societät der Wissenschaften [=Johann Theodor Jablonski]
Entstehung
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und daß mau aus den gebrandten Magneten durch kunst ei-nen bliit-stein bereite» kan. Der blut-stein ist nichts anders/als eine gar reine martialische Einers, denn man kan ausdemselben eisen und stahl durchs ftuer erzwingen. Seinekrafft ist- daß er kühlt/ trocknet und zusammen ziehet. Erist zu viele»/ sonderlich aber zu allen blut-kranekhciten treflichgut. Man kan ihn äusserlich und innerlich sehr heilsam ge-brauchen. Er stiller das nasen-blutcn / wenn man ihn inder Hand hält. In den apotheken findet man aus diesemsteine zubereitete pulvcr / Hiiirus, rincturen / u. d. g.Schröd.

Bluts-verwandten, Bluts-freunde: Lonlänguinel,

Die gleichsani aus einem blute mit einander ent-svrvssen sind/ und die daher« einander weder in auf-noch inabsteigender gerader linie heyrathcndurffen.

Blur-wiiry, Tormenrill, Sieben-finczer-kraiit: Dor-inenrillL, tbsitiloliuin > Ist ein kraut das sie-

ben blätter hat/ sonst dem funff-finaer-kraut nicht ungleich/tragt gelbe blümleitt/ und hat eine röthlichtc ungleiche wur-tzel- Dieselbe ist so wohl als das kraut selbst, dem gisst über-aus entgegen/ und ist ein heilsames Mittel wider die rotherühr, gicht, hüsst-wehe u. d. g. andern zufallen. In denapotheken wird insonderheit die wurtzel gebraucht. DasWasser so von dem Kannen kraut disrillirt, und der Lxrrsttso aus der wurtzel allein bereitet wird / dienen wider obge-dachte gebrechen. Tom'r- Zorn.

Blut-zehenden. Sind zehenden /so man vom viehe giebt/und werden mit unter die kleinen zehenden gerechnet, dürf-sen auch nicht allezeit mit siehe selbst, sondern mögen auchmit gelde abgetragen werden. O/'rrdor. c?a»r.

, s. Iuden-kirschcn.

Loccsle. Ein maß zu fließenden dingen in Italien: Hältzwey unser nossel.

, Ziegen-bock: Ikircns, Lonc. Ist das männleinvon den ziegen, so zuweilen schwache , zuweilen weisst auchwol arauc oder schwarke lange zottlichte haare, und zwey bißvier Hörner hat. Ist ei» behertzt streiibar thier, so seinemeiste krafft in seiner stirn und Hörnern har. Er stinckct we-gen seiner geilheit gany unerträglich, darum man ihn gernin grossen pfcrd-stäüen hält, um dadurch die ratzen zu vertrei-ben. In den mitternächtlichen landschafften werden sie vondergleichen grosse und stärcke gefunden, daß sie sich halbge-wachscnen wölffen erwehren können. Sein fleisch kau nichtallezeit gcnutzet werden, mit den haaren , und sonderlichmit den festen, wird grosse Handlung getrieben. Diesestdicr war vormahls bey den Griechen und Römern in sol-chem ansehen , daß es nicht nur einem ihrer götter, demkLccbo, zum vpffer gcheüiget, sondern auch ihren bestenpocten und sonderlich Tragödien-schrcibern zur reichstenund ansehnlichsten belohnung geschencker wurde.

Bock, D 1 LAU 8 . Die nennen also denjenigen

theil des ohres, welcher durch ein grüblet» oder spalte vondem läppen abgesondert ist, den innern eingang zum ohre be-decken kau und gegen die schlaffe zugehet. Was diesem aberentgegen stehet, und gleichsam wie eine schnecke in die höhesteiget, heißen sie den gegen-bock,-d.

Bock. Die in grossen flüssen von holtz oder stein gesetzte eiß-brecher werden ebenfalls bocke genannt.

Bock. D.e bcrg-ieute nennen auch also an ihren feid-künstendie höltzer, so neben einander in der erde stehen, und obenmit einem Holm, auf welchem der steg lieget, zusammenge-halten werden. Schönb.

Bock. 2» den schmeltz-hütten heißet man also das eiserne

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krum hörnigte instrument, damit die röste im brenu-ofen ge-rühret werden; Wie auch einen Haussen crtz, so keinen vol-len rost macht, und daher nennet man einen rost zurichteneinen bock machen, ^ber einen bock »nnbringen bedeutetso viel, als das einmahl gebrannte ertz wieder auf einen neuenrost bringen. Schönb.

Bock. Also heißet auch das gewölbc unter dem schmeltz-ofen.

Bocks-bart, Haber-milch, Gauch-bart:

Ist ein kraut, so von der gestalt seiner haa-richren blumen den nahmen bekommen. ES ist seinen blät-tern nach fast wie knoblauch-kraut gestaltet, hat einen run-den glatte» stengcl und purpur-farbene blumen, einen zar-ten schwache» saamen, der behutsam abgenommen, undim frühling, besser aber im May gcsäet werden muß- Diewurtzel davon kan an statt der Petersilien an fleisch und fischegethan werden. Hohb.

Bocks-beer. Eine rothe runde beere wie die erd-beer, mitweniger» körnlein aber als die brombeer, sonst ist sie dieserletztem, wie auch der himbeer, mit blumen und blätternnicht sonderlich ungleich , sie hat einen Weinsäuren liebli-chen geschmack, wächset in den Hecken und in hole», feuch-ten bergen. To».

Bocks-blur. Das blut vom ziegcn-bocke, welches aber, wannes seine rechte krafft und würckung thun soll, also muß be-reitet werden. Man nimmt einen z. oder ^jährigen gesun-den bock, hänget ihn beyden Hörnern auf, und wann mandie Hinterfüße zu den Hörnern gebunden, so schneidet manihm die geilen aus, und läßt ihn also verbluten. Diesesblut gedörret, ist pech-schwartz und wird so hart als ein glaß,es ist ein vortrcflichcs mitte! wieder den gisst, schwere noth,und sciteii-fiechen. Es zertheilet auch das geblüt so vomfallen, verheben oder stossen verstockt ist, treibet gewaltigden Harn, wann mans mit wein-cßig einnimmt. Manhat es auch öftermahls wieder den stein und dessen schmer-tzen sehr bewährt befunden, sonderlich wann man den bock,dessen blut man sich dabey bedienet, zuvor ^.tagelang mitmaur-rauten oder andern stein-treibenden kräutern gcspei-sct hat. Den bock aber muß man im ansang des sommersschlachten, und das blut davon nehmen. Aus dem bocks-blurr bereitet man in den apotheken ein öl und saly, so invielen fallen gebrauchet werden mag, wie auch den sehr be-rühmten podagrischen balsam. Schröd. Helm.

Bocks-bone, s. Biber-klee.

Bocks dorn, biicina, Drs^scrirrlnim. EiN dvrn-gewächs so in den orten Asiens gegen Medien zu gefundenwird, und von welchem ein gummi gleiches namens kömmt;Der dorn ist nach I)iolcoricli8 bericht, dem weißen dornnicht ungleich, hat niedrige, weit ausgebreitete haarichteästleiü, die dvrilcn, so weiß und hart sind, werden von denblättern bedeckt. Die wurtzel gehet über das erdrcich heraus,aus welcher, wann sie verletzt wird, das vbbesagke gummifließet. Der beste muß klar, zart und süß seyn.

Bocks-Horn, Fenugrec : k'-rnum Arsecurri,

Hat den namcn von dergestalt seiner schoten überkomme»,und ist zweyericy, als nemlich das zaine und wilde. Daserste ist ein grosser klee, hat einen runden mit vielen ncbcn-klee-blüthlein besetzten stengcl/biühet weiß, lind trägt seine»viereckichten gelben saamen in denen wie bocks-hörner gestal-teten schoten; Es ist ein sommcr-gcwachö und wird bey unsaus dem saamen gezielet. Das andere, so in gebüschcn,straffen und bergen wächset und den grossen Wicken in viele»stücken sehr gleich ist, wird öfters stein-wicken genannt.

N z Aus