Band 
Erster Band.
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auffallender; aber »ur, damit die göttliche Gnade sich in ihremungeahndeten Ueberfluß offenbaren mögte. Denn die Sündemag so groß, so scvreklich «nd weit verbreitet seyn, wie sie

will- wie ein Tropfen vom Meer, so wird sie von der

göttlichen Gnade verschlungen.

VI. Da hüte sich denn aber jeder vor dem gefährliche»Schluß: „ich will also in meiner Sünde verharren, damit die„göttliche Gnade sich in immer grösseren Maaße offenbare»„könne! " Wer auf Jesus Meßias getauft ist, der ist dadurch

ein Mitgenosse seines TodeS geworden; und ein Todter --

wie kaun der sündigen! Als Mitgenosse» des Todes Jesusind wir der Sünde todt — als Mitgenosse» seiner Auf«,stehnug leben wir ein neues, süudeloses, gottgeweihetes Leben.

Eben so wenig denke jemand: „ich will fortsündigen,«weil ich als ein Theilhaber der in Jesus MeßiaS erschiene-,,nen Gottesgnade, die Drohungen des mosaischen GesezeS„nicht mehr zu fürchten habe." Thörichter Wahn! Werde»Willen eines andern vollbringt, macht sich ja dadurch zu sei,«em Knechte. Wer der Sünde ihren Willen thut, macht sichzu ihrem Knecht — und was er für einen Lohn bekömmt,wisset ihr aus eigener, beschämender Erfahrung. Lieber als»Knechte Gottes, lieber Befolg« der evangelischen Vorschiff«ten — und der Lohn ist ewiges Leben.

VII. Auch von der Herrschaft des mosaischen Gesezes sindwir durch unsre Gemeinschaft an dem Kreuzestod des Mes-sias befreit. Ihr wißt, das Gesez verbindet einen Mensche»«ur, so lange er lebr — für den Todten sind die Forderungenund Drohungen desselben ohne Kraft, das Gesez geht ihn, «nder das Gesez nichts mehr an.

Ferne, daß ich damit das Gesez selbst zur Sünde machen wol-le. Aber veranlaßt, aufgewekt hat es sie, so wie es selbsthinwieder von ihr geschwächt ward. An sich ist das Gesez gutund heilig «nd hat die Glükseligkeit des Menschen zum Zwek,

das