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An sich also ist das Gest; allerdings heilig undgut — und jede Vorschrift desselben ist heilig, rechtund gut. „Gereicht denn, mögte man fragen, das„Gute dem Menschen zum Verderben? " Wahrlichnicht! Sondern es ist, wie ich schon gesagt habe, dievom guten und heiligen Gesez aufgewekte Sünde, dieihn elend macht — sich also dadurch als Sünde zei-get und vermittelst des Gesezes in all ihrer Häßlichkeitund schlimmen Folgen an den Tag gebracht wird.
Von nichts bin ich fester überzeuget, als vonder Göttlichkeit und dem heilsamen Zweke des mosai-schen Gesezes. Aber der Mensch ist durch seine sinn-lichen Lüste ein Sclav der Sünde geworden und darumkann das Gesez seinen Zwek an ihm nicht erreichen.Er billiget das nicht, was er thut; denn er thut nichtdas, was er gern thun mbgte, sondern was er ver-abscheut, das thut er. Aber eben dadurch giebt erja dem Gesez das Zeugniß der Güte. Die Sündealso, die in ihm wohnet, nicht er selbst thut eigent-lich , was er ja verabscheut. Denn offenbar wohntdas Gute, und der Trieb zum Guten nicht im äußernMenschen, nicht in der verdorbenen Sinnlichkeit.Den Willen zum Guten hat der Mensch wohl, aberdie Kraft zum Vollbringen wird von seinen sinnlichenTrieben unterdrükt. Daher thut er nicht das Gute,das er doch gern thun mbgte, sondern das Böse, daser verabscheut, vollbringt er. Offenbar ists also nichter selbst , sondern die ihn beherrschende Sünde, diedas Böse thut -— er selbst mögte ja so gern Gutesthun. Er findet demnach, daß ihm bey allem seinemH 4 Willen