Band 
Erster Band.
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„chen Gnade ja ohne Fehl zu erlangen glaubten, ha-ben ihres Zwckes verfehlt." Und warum? Darum,weil sie diese göttliche Gnade nicht auf dem einzigrichtigen Wege des kindlichen Vertrauens auf die inJesus Meßias erschienene Vatergüte Gottes, sondernLurch Beobachtung ihrer gesezlichen Verordnungenund Brauche erlangen, oder vielmehr ertruzen wollten.Da stießen sie sich an dem Steine des Anstoßes, vondem es dort heißt: „Siehe , ich lege in Sion einen„Stein des Anstoßes, einen Fels der Aergernis; wer„sich fest daran hält, wird nicht zu schänden werden!" *

X. Aber nun, Bruder! ists auch mein innigsterHerzenswunsch und mein Gebeth zu Gott, daß dieJsraeliten gerettet werden. Denn das Zeugniß mußich ihnen geben — sie zeigen den heißesten Eifer ssürihres Gottes Ehre und Gesez, aber leider! ohne Ver-stand. Sie wollen nichts von der durch Jesus Mes-sias allen Menschen angebothenen göttlichen Begnadi-gung wissen, sondern ihre eignen Verdienste geltendmachen und widersczen sich dadurch der göttlichen Versanstaltung zum Heil des Menschengeschlechts. Siewollen nicht einsehen, daß der Meßias ihres mosai-schen Gesezes Erfüllung und Ende ist, und daß nunjeder, der an ihn glaubt, von der Strafe seiner Sün-den freigesprochen ist und an den herrlichsten Wohltha-ten Gottes Antheil haben soll.

So wars unter dem Geseze nicht; da bekamman nur durch gewissenhafte, ganze Befolgung des-selben

' Jes. vm. 14. XXVIU. 16.

Samml.i.B.l.Heft. 3