neigt, und dazu gemacht, auch durch Erfahrung undGeschichte von Menschen aus verflossenen Zeiten weiserund besser zu werden, und verschließest doch dein Aug'und Herz vor der bewiesensten, allfaßlichen, den Him-mel eröffnenden, und alle Nuzbarkeiten der Historievereinigenden Geschichte des alten und neuen Testa-ments.
Ach dann wie wird es gehen, wenn keine Ge-bote und Verheißungen und Dränungen im höherenSinne göttlich sind; wenns zweifelhaft ist, ob Gottdir mit einer Vatersstimme zurufe, ob ein Erlöser vonGott gekommen, der dich zu Sich einlade, ob ein all-gemeines unparthenisches Weltgericht bevorstehe, obGott Seines eigensten Sohns nicht geschonet, son-dern Ihn für uns alle dahingegeben habe, so daßEr mit Ihm uns nun alles schenken will? Sinddas nur Einkleidungen, nur angenehme Redens-Ar-ten; oder ists würkliche Geschichte, Gabe, undSchluß daraus?
Ach ja, das denk ich, das erfahrt die armeChristenheit erbärmlich, daß wenn der Glaube weicht,dann auch die Liebe weicht, und dann das Glük zu-gleich. Woher noch so viel Staats-Kriege, so vielFamilien - Kreuz und Streit? Die ungläubigsten Re-publiken sind gerade auch die unruhigsten. Je mehrund mehr ist die Politik von der Religion getrennt,das Geld ist der Göze der Welt. Die Demuth desGlaubens und der Gutherzigkeit ist ihr Spott. Beyden fleischlichen Wollüsten verschwinden alle hellen Aus-sichten in Gottes Wege, und höhere Seligkeit. So
giengs