Band 
Erster Band.
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Sein Landesherr, der dieß Ungewitter vorher-sah, ohne ihm Einhalt thun zu könne», ließ Lu-ther» bey seiner Rükreise heimlich aufheben, und aufdas Schloß Wartenburg in Thüringen bringen, woer sich zehn Monate »»verrathen aufhielt, und sichmit Uebersezung der Bibel, Vertheidigung seiner Leh-ren, und Widerlegung seiner Feinde * beschäftigte.Luther hieß diesen Aufenthalt sein Pathmus.

Während dieses freundschaftlichen Arrestes griffenseine Meinungen immer weiter um sich, und gewan-nen fast in allen Städten von Sachsen die Oberhand.Die Augustiner wagtens sogar, mit Bewilligung derUniversität, und Nachsicht des Churfürsten die Pri-vatmeffen abzuschaffen, und den Layen beym Abend-mahls den Kelch sowol als das Brod zu reichen.

Karlstadt, einer von Luthers Schülern, hat-te zu derselben Zeit die Unvorsichtigkeit, einige unbe-sonnene Meinungen, betreffend die eigenmächtige Ab-schaffung des römischen Kultus auszubreiten, so daßdas gemeine Volk in vielen sächsischen Dörfern mitTumult in die Kirchen brach, die Bilder niederriß,in Stüken schlug, und verbrannte, die Klöster plün-derte, und noch andre Gewaltthätigkeiten der Art be-gieng. Bey dieser Nachricht verließ Luther den Au-genblik seinen Zufluchtsort, und kam, ohne die Erlaub-niß des Churfürsten zu erwarten, gen Wittenbergzurük. Sein Schelten machte Karlstadt und seine

Anhänger

* besonders der Universität zu Paris, und HeinrichsVIII. KönigS in England.