Band 
Erster Band.
JPEG-Download
 

22L.

ehemaligen -scharfen Edikte gegen sie für eine Zeitlangaufhob. (iZ44-)

Allein diese Gefälligkeit war nicht von langerDauer. Karl schmiedete ingeheim gefährliche Anschlä-gt gegen die schmalkaldischen Bundsgenoffen, und sosehr er sich bemühte, sie durch Verstellung zu berükenund zu betrügen, so durchdrängen sie gleichwohl dieseAnschläge, und warfen Argwohn auf den Kayser.

Auf dem Worin serreichstage (154z.) verlangteman von ihnen, sie sollten sich den Aussprüchen deSso eben ausgeschriebenen Konziliums zu Trient zumvoraus unterwerfen; als sie aber aller Gemeinschaftmit demselben entsagten, und sich weigerten seine Au-torität anzuerkennen, schloß Karl einen Traktat mitdem Pabste gegen die protestantische Parthey, um siemit Gewalt der Waffen zu bekriegen und auszumachen.

Eben zu dieser Zeit, da dieß Gewitter ausbre«chen sollte, starb Luther in wenig Tagen an einerDrustentzündung im drey und sechzigsten Jahre seinesAlters, (1546.) als er in einer rauhen Jahrszeit (imFebruar) nach seiner Vaterstadt Eisleben reiste, umeine Zwistigkeit unter den Grafen von Mannsfeldbeyzulegen.

Man rüstete sich also beyderseits zum Kriege;die Protestanten baten die Venezianer, die Schweizer,und die Könige von Frankreich und England um Hilfe,und rükten bald, ungeachtet ihre Unterhandlungenmit fremden Höfen übel abgelaufen waren, mit einer

. großen