22Z
Vernünftige Protestanten , die über die Refor-mation etwas kühler und freyer nachdenken, könnenwirklich dem Herrn Verfasser auch noch so viel zugeben:
„In der ganzen Reformarionsgeschichte ist keineSpur, daß ein einiger der Reformatoren einen un-mittelbaren göttlichen Ruf und Auftrag an die Men-schen bekommen habe, daß das Wort des Herrn an ei-nen derselben gelangt sey; nirgends erklärte sich Gottfür Luther, Zwingst oder Kalvin, auf die Weise, wieEr sich für jeden, den Er sandte, zu allen Zeitenerklärt hat; nirgends sehen wir, daß dieß Werk alsunmittelbar sein Werk legitimirt und autorisirt wordensey ; nirgends trat Er hervor, und offenbarte sichdurch diese Unternehmung; und es ist gewiß kein eini-ger Leser dieser Geschichte, der nicht große Verschie-denheit zwischen ihr und einer israelitisch-theokrati-schen oder evangelisch - theokralischen Geschichte bemer-ken muß. Man denke an Moses, an die Propheten,an Johannes den Täufer, an Jesus, an die Apostel,und vergleiche damit Luther», oder jeden andern Re-formator derselben Zeit; in w:e andre Welt tritt man;dort überall geschah das Wort des Herrn an sie, derHerr ist Hauptperson, Er kommt dazwischen. Erhandelt; >— hier kein Laut davon; die Reformationsteht freilich mit andern Weltgeschichten ohne unmit-telbare göttliche Dazwischenkunft in Einer Klasse; —-Aber wenn nun freilich Gott schon nie so zu diesemWerk, wie zu einem unmittelbaren Offenbarungöwer-ke, stand, so thut es uns doch leid, wenn man zn
sehr