Am meisten wird auf eine gesunde und vernünftigeMoral gedrungen. Alle werden ermähnt, Johannesdes Täufers Taufe zu verehren, und nach seiner Lehrezu leben, die als die älteste und allein wahre vor-gestellt wird. Mein Abt sagt, sie wichen alle Reli-gions-Dispüken aus. Wenn man sie fragt, was sievon Christo glauben, so antworten, sie: „Wir glau-„ben weder an ihn, noch glauben wir auch nicht an„ihn; und die so an ihn glauben, verdammen wir„weder, noch verdammen wir sie nicht. Aber das„glauben wir, daß wer an des Lichtes Herrn und„Jvhannis Taufe glaubt, dessen Seele nach seinem„Tode dessen Lichts theilhaftig wird: wer aber das„nicht thut, dessen Seele wird nach dem Tode wirk-lich gestraft. Was den Leib betrift, so ist solcher„nur für diese Welt geschaffen, die ewig bleibt."
Bey jeder Kirche ist nur Ein Priester: aber al-le Kirchen zusammen haben eine» Superior. MeinAbt fragte sie: „warum sie das Kind bey der Taufe„dreymal untertauchten? dies sehe so aus, als wenn„sie an die Dreyeinigkeit glaubten." Sie antworte-ten: „Nein, dies ist ein Gebrauch, der sich von Jo-hannes des Täufers Jüngern herschreibt. Wir tau-„fen nicht im Namen des Vaters, des Sohns, und„des heil. Geistes; wir wissen nicht, was Johannes„bey seiner Taufe für Worte gebraucht hak; daher„thun wir am besten, daß wir bey Verrichtung sei-„ner Taufe nur sagen: Ich taufe dich mit eben der