24
erfahrung —- aber der Baum schlug aus und breiteteseine Aeste in den Himmel aus! Ins freye uncrmeß,liche Luftreich! — an festem Grund und Bodenfehlte es ihm nie —- sollt' es ihm schlechterdingsnicht fehlen. Er sollte nicht Leichtglaube, nicht Aber-glaube seyn; Nicht Wahn, nicht Schwärmerey, nichtEinbildung, nicht unbestimmte Empfindung; nichtwankende Vermuthung, der tiefste Grund, sollte sinn-liche Erfahrung seyn, so sinnliche Erfahrung, wie'Sder sinnliche Genuß einer sinnlichen Sache nur im-mer seyn kann.
O Schloß«! durchlauf die ganze Schrift voneinem Ende zum andern — Siehe, prüfe und er-forsche, ob ich mich hierin» irre; ob es möglich sey,sich hierum zu irren, wenn wir die Nachrichten derSchrift einfältig, wie alle andere historischen Nach-richten in der Welt ansehen -— ob es möglich sey,sich hierin» zu irren -- daß die Schrift durchaus somit dem Menschen umgehe — so ganz nach der Be-schaffenheit seiner Natur — so viel psychologischer,als die größten Psychologen unserer Zeit — so billig,daß man erstaunen muß, wie diese Billigkeit nichtmehr gefühlt, nicht mehr Gebrauch davon gemachtwird? — — Jeder Gläubige der Schrift hatte ent-weder selber unmittelbare göttliche Offenbarungen,vder Gotteserfahrungen von ganz entscheidender Art-— oder er hatte lebendige Menschen vor sich, diesolche Erfahrungen, solche Offenbarungen hatten, undbarthun konnten, daß sie's hatten. Nicht von ei-nem einzigen ward Glauben gefordert —— dem nicht
vorher