Band 
Erster Band.
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sag' ich im Grunde anders, als«— wer Moses unddie Propheten nicht höret, der würde auch nicht glau-„ben, wenn gleich jemand von den Todten auferstühn,„de; oder wer das Licht der Morgenröthe Nachtnennt; der wird Mittag Mitternacht nennen. Wer„im kleinen unredlich ist, wird's auch im großen„seyn.

Im mindesten aber will ich damit nicht sagen...

„Redlichkeit im Großen ist entbehrlich. Nicht„sagen: habt genug an der Morgenröthe. Ihr braucht„das Mittagslicht nicht, leset nur Geßner und nichtGoethe." — Ich denke mich hierüber genug erklärt zuhaben. Genug — Nicht alle haben dieselbe Bedürf-mße. Nicht auf alle würkt alles gleich. —-

Das, was man Wunder nennt, würkt nur aufAbrahams und Nathanaele und wird gewiß den nichtüberzeugen, der sich nicht überzeugen lassen will; odervielmehr, die würkliche innere Ueberzeugung wird,wenn sie auch durch einWunder für einige Augenblicke ab-gewonnen war, sogleich wieder unterdrückt, und dasHerz, das einmal nicht glauben will, wird sich alle-anal schnell genug davon wegzuwenden und sich hartgenug dagegen zu machen wissen. Nicht also, daßwir denken, Glauben lasse sich erzwingen — Wunderkönnen die Ueberzeugung wie Wasser aus Felsen her-vorbringen. Nein! —^ — Glauben und Ueberzeu-gung, in sofern sie bleibend seyn ; in sofern sie wür-ben sollen, >— ist die allerunerzwingbarste Sache vonder Welt. Der Mensch soll und muß seine Freyheitbeybehalten, sonst hört er auf Mensch zu seyn. Nicht

also